+
Die "MS Herzogstand" dreht viermal täglich eine Runde über den Kochelsee. Das Schiff bietet 100 Menschen Platz.

Bilanz

Sommer auf dem Kochelsee: Nur die Echofahrten fielen ins Wasser

Kochel am See - Fischerei, Schifffahrt und Bootsverleih: Das Geschäftsleben der Familie Kneidl dreht sich um den Kochelsee – und in jedem Bereich herrscht im Sommer Hochsaison. Die Auswirkungen des meist durchwachsenen Wetters waren jeweils unterschiedlich.

Die „MS Herzogstand“ ist frisch vom TÜV zurück. „Gerade vor zwei Tagen haben wir sie nach der Generalsanierung vor zwei Jahren wieder abnehmen lassen“, berichtet Eigentümer Manfred Kneidl. Ergebnis: „Alles in bester Ordnung.“ Somit kann das 1998 erbaute Ausflugsschiff auch heute wieder zu seinen vier Rundfahrten über den Kochelsee aufbrechen – so wie jeden Tag in der Hauptsaison von 1. Juni bis 30. September.

Der Betreiber gehört zu denjenigen Freizeitanbietern, für die der großteils durchwachsene Sommer geschäftlich eher günstig war. „Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden“, erklärt er auf Anfrage des Tölzer Kurier. Wenn es nämlich mal nicht so sonnig ist oder der eine oder andere Schauer droht, ist das für die Schifffahrt kein Problem. „Zu uns kommen die Leute gern, wenn sie auf der Suche nach einem Schlechtwetterprogramm sind“, erklärt Kneidl. Denn zur Not kann man ja auch im überdachten unteren Bereich Platz nehmen.

Bloß mit einem Angebot hatten die Veranstalter heuer wenig Glück: Lediglich zweimal haben in diesem Sommer die „Echofahrten“ stattgefunden. Das ist eine besonders stimmungsvolle Tour bei Dämmerung. Die „Herzogstand“ macht dann vor dem Felsenkeller am Altjoch Halt. Mit an Bord sind zwei Musiker der Blaskapelle Kochel. Sie spielen auf dem Deck und integrieren das vom Felsen zurücktönende Echo in ihre Musikstücke. Dazu muss das Wetter aber schön sein. Denn bei Regen „hört man fast kein Echo“, sagt Maria Glasl, Vorsitzende des Vereins „Kochel aktiv“.

Der Verein ist Veranstalter der „Echofahrten“ und mietet sich zu diesem Zweck auf Kneidls Schiff ein. Alle zwei Wochen gibt es seit 17. Juni einen Termin. „Aber heuer mussten wir schon häufig kurzfristig absagen“, bedauert Glasl. Zu unsicher waren die Wetteraussichten. So mangelte es meistens an genügend Anmeldungen. Bei weniger als 25 Teilnehmern finden die Fahrten nicht statt. Mehr als einmal musste Glasl schon zum Hörer greifen und die wenigen angemeldeten Interessierten informieren, dass der Ausflug ins Wasser fällt. „Aber zwei Gelegenheiten haben wir ja noch“, ist Glasl hoffnungsfroh. Schon für den morgigen Freitag ist die nächste „Echofahrt“ anberaumt.

Kneidl kann ohnehin gelassen bleiben. Denn mit seinen Familienbetrieben hat er mehrere wirtschaftliche Standbeine. So vermieten die Kneidls eine Ferienwohnung und verleihen am Kochelsee auch Elektro-, Tret- und Ruderboote. Die seien bei Badewetter am stärksten gefragt, sagt Kneidl. Das Wasser im Kochelsee ist freilich recht frisch – „aber an manchen Tagen sind die Leute gerade darüber froh“, sagt Kneidl. Und außerdem könne man ja mit dem Boot auch die etwas wärmeren Buchten ansteuern, um dort zu baden.

Die längste Tradition hat bei den Kneidls ein anderer Geschäftszweig. Sie üben im Kochelsee ihr Fischereirecht aus, das seit vielen Generationen in Familienbesitz ist. Gefischt wird von Februar bis Ende September. Der Fang besteht vor allem aus Renken, aber auch aus Hechten, Brachsen und Aalen. Die Familie verkauft sie fangfrisch oder geräuchert in ihrem Geschäft in Bad Heilbrunn direkt beim dazugehörigen Angelteich der „Loisachtaler Forellenzucht“ sowie auf fünf Bauernmärkten in München. Auch mit der Fischereisaison ist Kneidl zufrieden. „In den meisten Seen gibt es Schwierigkeiten, weil die Renken immer kleiner werden“, sagt er. „Aber bei uns war es in den letzten Jahren sehr gut.“

Echofahrt

Die beiden letzten Echofahrten in diesem Jahr sind für morgen sowie Freitag, 16. September, jeweils um 18 Uhr anberaumt. Die Fahrt beginnt an der Anlegestelle Trimini und dauert rund 60 Minuten. Preis: Erwachsene 12 Euro, Kinder 8 Euro (unter sechs Jahren frei). Anmeldungen unter Telefon 0 88 51/9 40 52 80 (Maria Glasl), 0 88 51/338 (Tourist-Info), 0 88 51/72 41 (Bootsverleih Kneidl) oder 0 88 51/333 (Hotel Waltraud).

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Filialkirche Arzbach: Ende der Baustelle in Sicht

Arzbach - Die Innenrenovierung der Filialkirche Arzbach kommt auf die Zielgerade. Bereits Anfang Oktober beginnt der Abbau der Gerüste. Spätestens zu Weihnachten sollen …
Filialkirche Arzbach: Ende der Baustelle in Sicht

Neues Gipfelkreuz soll am Samstag per Materialseilbahn auf den Scharfreiter

Neues Gipfelkreuz soll am Samstag per Materialseilbahn auf den Scharfreiter

Kommentare