Grausamer Angriff auf Tiere

Drei Pferde verletzt

Kochel am See – Reiter sind in Sorge: In einem Kochler Stall hat vermutlich ein Tierquäler sein Unwesen getrieben. Betroffen sind die Pferde eines Garmisch-Partenkirchner Ehepaars - und das Tier der Stallbesitzer.

Pferdebesitzer im Loisachtal sind alarmiert. In einem Stall am nördlichen Ortsrand von Kochel wurden unter ungeklärten Umständen drei Pferde verletzt. Nun befürchten Pferdehalter, dass ein Tierquäler umgeht und auch andere Ställe ins Visier nehmen könnte.

Nach Angaben der Polizei entdeckte eine Reiterin am Mittwochnachmittag die Verletzungen der Tiere und verständigte die Kochler Beamten. Der betroffene Stall liegt ein wenig außerhalb der Ortschaft. Es handelt sich um einen offenen Stall, die Tiere können sich dort frei bewegen und jederzeit auf mehrere kleine Koppeln hinauslaufen. Insgesamt sind dort rund 25 Pferde von verschiedenen Eigentümern untergebracht.

Zwei der verletzten Tiere haben Wunden im Scheidenbereich, eines am Hinterbein oberhalb des Hufs, teilt die Polizei mit. Im Schnee waren Blutspuren zu sehen. Wie genau die Verletzungen entstanden sind, ist demzufolge unklar. „Wir gehen davon aus, dass sie jemand den Tieren zugefügt hat“, so ein Beamter. Es sei denkbar, dass die Wunden durch Schläge mit einem stumpfen Gegenstand verursacht wurden. Theoretisch sei zwar auch in Betracht zu ziehen, dass sich die Tiere auf natürliche Art verletzt haben. „Aber es wäre schon ein seltsamer Zufall, wenn drei Pferde gleichzeitig betroffen wären.“ Auch eine Pferdebesitzerin, die ihr Tier ebenfalls in dem Stall untergebracht hat, zweifelt dies im Gespräch mit dem Tölzer Kurier an. „Das sind keine typischen Verletzungen, wie sie bei Spielereien entstehen können.“ Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Eins der verletzten Tiere gehört dem Eigentümer des Stalls, einem 49-jährigen Kochler, die anderen beiden einem Ehepaar aus Garmisch-Partenkirchen. Als Zeitpunkt für die mögliche Tat zieht die Polizei Mittwoch zwischen 10 und 14.15 Uhr in Betracht. Denn für 10 Uhr ist zuletzt gesichert, dass ein berechtigter Reiter vor Ort war, der aber noch nichts von den Verletzungen bemerkte.

Unter den Pferdehaltern, die ihre Tiere hier und in benachbarten Ställen stehen haben, hat sich die Nachricht in Windeseile verbreitet. „Wir waren alle geschockt“, sagt eine von ihnen. „Denn bisher haben wir uns in Sicherheit gewiegt. So etwas ist hier in der Gegend ja noch nie vorgekommen.“ Allgemein herrsche jetzt große Sorge um das Wohl der Tiere. „Wir schauen nun, dass wir am Stall Präsenz zeigen, dass möglichst immer jemand vor Ort ist und dass auch nachts jemand zum Kontrollieren hinschaut.“  ast

Rubriklistenbild: © dpa

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