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Safttüten, Bananenschalen und anderer Unrat landet immer wieder in den Hundetoiletten am Walchensee. So sah es nach Mariä Himmelfahrt aus.

Müllprobleme am Walchensee

Hundetoiletten als Abfalleimer missbraucht

Walchensee - Mülleimer und Toiletten sind am Walchensee rar gesät. Das Ergebnis: unansehnliche Zustände am Ende des Badetages. Die Gemeinde appelliert an das Umweltbewusstsein und bittet, Abfall daheim wegzuwerfen.

Mülltüten, Zigarettenschachteln und Bananenschalen: Nach einem Sommerwochenende liegt in und um die Hundetoilette in Walchensee alles Mögliche, nur keine Häufchentüten. „Das ist ekelhaft“, sagt Lisa Grünwald von der Wasserwacht Walchensee. Sie hat den Müllberg nach dem verlängerten Wochenende im August fotografiert.

Müll ist immer wieder ein Problem an dem beliebten Ausflugsziel. „Aber Zustände wie an Mariä Himmelfahrt sind selten“, sagt Grünwald. Kleinere Müllhäufchen seien aber immer wieder zu sehen. Grünwald fischt regelmäßig benutzte Babywindeln aus dem Gebüsch an der Wasserwachtstation.

Die Gemeinde Kochel am See habe die Mülleimer in Walchensee vor 10, 15 Jahren stark reduziert, erklärt Bürgermeister Thomas Holz. „Genau aus diesem Grund. Da wurden teilweise alte Toiletten und Fernseher abgeladen.“

Nun nutzen die Badegäste allerdings die Hundetoiletten, um ihren Abfall zu entsorgen. „Der Bauhof schiebt teilweise Sonderschichten, damit die Badegäste den Walchensee am nächsten Tag wieder sauber vorfinden“, sagt Holz. Insgesamt sei die Situation aber viel besser geworden, seitdem es kaum noch Mülleimer gebe.

Das hat auch Berndt Pangerl vom Campingplatz am Walchensee festgestellt. Dort gibt es für die Besucher des Platzes eine Möglichkeit zur Müllentsorgung. „Es sind hauptsächlich Badegäste, die vom Badeplatz kommen und ihren Müll auf dem Rückweg an der Hundetoilette ablegen“, berichtet er.

Am Kiosk von Johanna Sachenbacher nutzen häufiger Gäste den Mülleimer. „Wenn sie was aus dem Rucksack ziehen, lasse ich es sie lieber hier wegwerfen, bevor sie es in die Prärie schmeißen“, sagt sie. Um den See sauber zu halten, achte sie im Sortiment darauf, dass kein Plastik anfällt. „Wir haben nur Steckerleis und Spitztüten, verlangen einen Euro Pfand auf Flaschen, und es gibt keinen Kaffee zum Mitnehmen.“

Heuer sei das Müllaufkommen aber gering, sagt Bürgermeister Holz. „Das Problem besteht an Wochenenden, die stark frequentiert sind.“ Und der Walchensee sei nun mal einer der schönsten Seen Bayerns. Er fordert, dass jeder seinen Müll wieder in den Rucksack packt. Das hält auch Pangerl für die beste Lösung. „Das ist nicht zu viel verlangt“, sagt er. Schließlich gelte: Fange einer an, seinen Müll hinzuschmeißen, häufe sich das.

Auch Toiletten sind selten am Walchensee. Laut Holz gibt es eine öffentliche Toilette an der Tourist-Information und eine an der Herzogstandbahn. Außerdem werden im Sommer zusätzlich Dixi-Toiletten an den Badeplätzen aufgestellt. Die sind allerdings nicht sonderlich beliebt.

„Bei uns fragen immer wieder Badegäste nach einer Toilette“, berichten Grünwald und Pangerl. An der Wasserwacht gibt es allerdings kein fließend Wasser, und am Campingplatz ist die Kapazität der eigenen Kläranlage begrenzt. „Da darf man nicht überlegen, wo die Leute dann hingehen“, sagt Grünwald. Das lässt sich Holz zufolge aber nicht ändern. „Der Uferbereich ist sensibel, da können wir keine Toilettenanlage bauen“, sagt der Bürgermeister.

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