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Seit einem Monat soll die neue gelbe Leitschwelle mit biegsamen Baken am Kesselberg für mehr Sicherheit sorgen. Die Maßnahme scheint zu wirken. 

Leitschwellen am Kesselberg

„Wie eine Wand“

Kochel am See – Grund zu vorsichtigem Optimismus besteht nach Einschätzung der Polizei am Kesselberg: Die neu eingebauten Leitschwellen könnten nach ersten Beobachtungen tatsächlich ihr Ziel erreichen: einen der Haupt-Unfallschwerpunkte Bayerns sicherer zu machen.

Die neu eingebauten Leitschwellen am Kesselberg zeigen offenbar schon etwas Wirkung. Das ist zumindest die erste vorsichtige Einschätzung des Chefs der Kochler Polizeistation, Steffen Wiedemann. Für eine Bilanz sei es drei Wochen nach Fertigstellung freilich deutlich zu früh. Doch die ersten Beobachtungen stimmen den Beamten zuversichtlich.

„Wir haben festgestellt, dass in einem bestimmten Kreis von Motorradfahrern – dem, der unsere Zielgruppe ist – erheblicher Unmut aufgekommen ist“, sagt Wiedemann. Diese negative Reaktion war in diesem Fall erwünscht. Denn mit „Zielgruppe“ meint Wiedemann diejenigen Biker, die riskant und mit hoher Geschwindigkeit über die Serpentinen kurven. Genau diese Fahrer sollen die neuen Leitschwellen ausbremsen.

Wie berichtet hat das Staatliche Bauamt auf der B 11 zwischen Kochel und Urfeld auf einem Streckenabschnitt von 1,2 Kilometern die einige Zentimeter hohen Schwellen in der Fahrbahnmitte aufgebaut. Üblicherweise kommen solche Schwellen zur Abgrenzung von Baustellenbereichen zum Einsatz, etwa auf Autobahnen. Darauf stehen weiß-rote „Fähnchen“, die in etwa wie Baken aussehen, aber biegsam sind.

„Nach meiner persönlichen Beobachtung fahren jetzt viele auf diesem Abschnitt vorsichtiger – speziell in der Aussichtskurve“, sagt Wiedemann. Dies führt er unter anderem auf einen optischen Effekt zurück: Im Vorbeifahren würden die eng aufeinanderfolgenden Fähnchen „wie eine Wand“ wirken. Das führe dazu, dass man schon aus einem „natürlichen Schutzinstinkt“ heraus langsamer fahre. „Außerdem ist es rein physisch nicht mehr möglich, sich hier extrem in die Kurve zu legen, weil man sonst mit dem Oberkörper die Fähnchen streifen würde.“

Wiedemann, der selbst gerne Motorrad fährt, räumt ein, dass die neue bauliche Maßnahme auch für vernünftige Biker den Spaß schmälert. „So eine optische Barriere stört einen auch bei niedrigerer Geschwindigkeit, weil man mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren muss und das Motorradfahren nicht mehr so genießen kann“, sagt der Polizeichef. „Und optisch ist die Leitschwelle auch kein Gewinn.“ Aber die Sicherheit genieße klare Priorität. Das sehen offenbar auch viele Motorradfahrer so. „Von den Vernünftigen bekommen wir großen Zuspruch“, sagt Wiedemann.

Für den Erfolg der Maßnahme spricht die Unfallbilanz. Seit Fertigstellung der Leitschwelle am 20. Juli hat es laut Wiedemann am Kesselberg zwar zweimal gekracht (siehe auch Meldung unten). Diese Unfälle gehören nach Wiedemanns Einschätzung aber nicht ins übliche Schema: Sie ereigneten sich nicht in den kritischen Kurven und gingen auf individuelle Fahrfehler und nicht auf Raserei zurück.

Der Polizist räumt ein, dass bei den geringen Unfallzahlen das durchwachsene Sommerwetter eine Rolle spielt. „Ein Schauer, und die Strecke ist für viele Motorradfahrer unattraktiv“, sagt er. Und etwas Regen gab es diesen Sommer an vielen Tagen. „Dann ist auf der Strecke kaum noch jemand unterwegs.“

Um den Erfolg der Maßnahme seriös zu bewerten, sei es also „viel zu früh“, sagt Wiedemann. Erst in der Betrachtung über zwei bis drei Jahre könne man eine fundierte Aussage treffen, ob sich die Leitschwellen bewährt haben. In diesem Fall sei denkbar, dass sie am Kesselberg auf einer längeren Strecke aufgebaut oder auch auf anderen Straßen eingesetzt werden – etwa am Sudelfeld, neben dem Kesselberg der zweite große Motorradunfall-Schwerpunkt in Bayern. Allein auf die Wirkung der Leitschwellen verlassen werde sich die Polizei sicher nicht. „Mit den intensiven Verkehrskontrollen werden wir auf keinen Fall nachlassen.“

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