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Symbolbild

Gericht

Rausch neben Bahngleis ausgeschlafen

Kochel am See – Ein  Kochler (18) wird nach dem Faschingsball zweimal betrunken auf dem Mofa erwischt . Er beleidigt Polizisten und landet vor Gericht,

Wegen Trunkenheit im Verkehr und Beleidigung eines Polizisten ist ein 18-jähriger Kochler zu 600 Euro Geldstrafe und einigen Pflichtbesuchen bei der Caritas-Suchtberatung verurteilt worden. Der junge Bursche war mit mehr als 2,5 Promille Alkohol im Blut Mofa gefahren, hatte Polizisten als „Wichser“ tituliert und ihnen den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt.

Was war passiert? Fußgänger informierten heuer am 7. Februar gegen 14 Uhr die Polizei über einen gestürzten Mofafahrer an der Bahnlinie zwischen Kochel und Ried. Als eine Streife vor Ort eintraf, lag der 18-Jährige wie leblos, mit dem Mofa zwischen den Beinen, am Rande eines Feldwegs, der parallel zum Gleis verlief. „Wir fanden ihn tief schlafend vor“, berichtete der Polizeibeamte in der Verhandlung am Amtsgericht. „Eine deutliche Alkoholwolke umgab ihn. Er hat laut geschnarcht. Vorn in der Tasche seines Kapuzenpullis hatte er noch eine volle Flasche Bier.“ Der 18-Jährige sei erst aufgewacht, als ihn Sanitäter auf die Bahre heben wollten.

Die Polizisten brachten den Betrunkenen ins Krankenhaus nach Penzberg, wo er sich schimpfend und mit ausgestrecktem Mittelfinger von den Beamten „verabschiedete“. Die Blutentnahme ergab einen Wert von 2,5 Promille. Außerdem fanden sich Cannabis-Rückstände im Blut des jungen Mannes.

Das eigentlich Kuriose an der Geschichte ist Folgendes: Der Angeklagte war erst einige Stunden zuvor, gegen drei in der Nacht, von einer anderen Streife betrunken auf seinem Mofa erwischt worden. Schlangenlinien fahrend, war er nur haarscharf einem Frontalzusammenstoß mit einem entgegenkommenden Pkw entgangen. Zu dem Zeitpunkt war er nach dem Besuch eines Faschingsballs mit knapp 2,3 Promille unterwegs zu einem Freund.

„Als die Polizei mich wieder laufen ließ, habe ich gedacht: Jetzt ist es eh schon wurscht“, sagte der 18-Jährige auf die Frage, warum er bei seinem Freund nochmal „nachgetankt“ hatte, bevor er auf dem Weg nach Hause neben dem Bahndamm stürzte und einschlief.

Wegen der nächtlichen Trunkenheitsfahrt sowie verschiedener Körperverletzungsdelikte war der 18-Jährige bereits vom Jugendgericht zu zwei Freizeitarresten und fünf Suchtberatungsgesprächen verurteilt worden. Weil die Weckaktion am Bahndamm Beamte einer anderen Polizeidienststelle durchgeführt hatten, war dem Gericht diese Anklage bei der ersten Verhandlung noch nicht bekannt. Bei der nun verhängten Strafe wurde das Urteil vom Mai mit einbezogen.

Deshalb muss der Heranwachsende zu den 600 Euro Geldstrafe noch zwei verbliebene Gespräche bei der Caritas führen und an einer ambulanten Therapie teilnehmen, falls der Drogenberater dies für notwendig erachtet. Seit den Vorfällen Anfang Februar habe er seinen Alkoholkonsum drastisch reduziert („Ich bin inzwischen genervt, wenn ich am nächsten Tag gar nix mehr weiß“) und auf die Wochenende beschränkt, beteuerte der 18-Jährige, dem die Jugendgerichtshelferin „motivierte Zukunftsplanung“ attestierte. Einen Führerschein darf er frühestens in 15 Monaten machen.  rst

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