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Arbeitsdienst auf der Farm: Benedikt Danner (li.) mit zweien seiner Schützlinge beim Holzfällen in Pennsylvania.

Freiwilligendienst mit Behinderten in den USA

Mit Autisten bei der Holzarbeit

Lenggries - Ein Jahr lebte und arbeitete der Lenggrieser Benedikt Danner mit jungen Behinderten auf einer Farm in Pennsylvania, USA. Jetzt ist er wieder daheim – mit vielen Erfahrungen, „die mir für das weitere Leben helfen“, sagt der 26-Jährige.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Das dachte sich Benedikt Danner, als er beschloss, vergangenes Jahr im August einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst zu machen. Ein Jahr lebte der 26-jährige Lenggrieser als freiwilliger Mitarbeiter auf einer Farm in den Vereinigten Staaten. Im Bundesstaat Pennsylvania betreute er mit anderen Freiwilligen aus aller Welt junge Erwachsene mit geistigen Behinderungen. „Das Jahr war teilweise stressig, aber es war auch sehr intensiv und hat mir viele Erfahrungen gebracht“, berichtet Danner nach seiner Rückkehr.

Insgesamt wohnten 19 Leute in einem Haus: Neun Betreuer und zehn junge Erwachsene mit Behinderungen zwischen 18 und 21 Jahren. „Man lebt und arbeitet mit den Bewohnern zusammen, da ist es verständlich, dass eine enge Beziehung entsteht.“ Zu Anfang war es für den Lenggrieser ungewohnt, mit seinen Schützlingen auf so engem Raum zu sein. Es dauerte aber nur einen Monat, bis er sich daran gewöhnt hatte.

Mit der Arbeit auf der Farm sollen die jungen Erwachsenen auf ihr berufliches Leben und einen geregelten Alltag vorbereitet werden. „Dazu gehört ein regelmäßiger Tagesablauf, vom Aufstehen, Arbeiten, bis zum Schlafengehen“, sagt Danner. Jeden Morgen um 7 Uhr weckte er die jungen Leute. „Dann gab es ein gemeinsames Frühstück, bei dem auch die Bewohner mithalfen.“ Anschließend begann die Arbeit in der Holzwerkstatt, die von einer Gruppe der Freiwilligen betreut wurde. Eingebunden wurden die Bewohner auch beim Kochen, berichtet Danner. Um 15 Uhr begann die Arbeit auf der Farm. Gemeinsam mit den Jugendlichen kümmerte sich Benedikt Danner um die Tiere und den Garten. Zu seinen Aufgaben gehörte aber auch, seinen Schützlingen bei der Körperpflege zu helfen, sie etwa zu duschen.

„Schön waren die gemeinsamen Abende: Wir sind zusammengesessen und haben Filme angeschaut oder Musik gemacht.“ Um 20.30 Uhr war für Danner in der Regel Feierabend.

Einen freien Tag hatte der junge Isarwinkler stets. Diesen nutzte er, um mit einem weiteren freiwilligen Helfer aus Deutschland die Umgebung zu erkunden.

Ein Erlebnis hat sich beim 26-Jährigen besonders eingeprägt. Mit einem Autisten war die Kommunikation besonders schwer. „Er ist immer sehr laut geworden, wenn Gegenstände oder Möbelstücke nicht an ihrem gewohnten Platz standen. Einmal hat er mir mit seiner ganzen Kraft ein Loch in den Ärmel meines Pullovers gerissen“, berichtet Danner. Das habe sich geändert. „Nach einigen Monaten sind wir gute Freunde geworden, und ich habe mich immer gefreut, etwas mit ihm zu unternehmen.“

Das eine Jahr sei „wie im Flug vergangen“, sagt Danner. „Ich bin froh, dass ich das gemacht habe. Ich habe viele neue Freunde kennengelernt, mein Englisch verbessert und Erfahrungen gemacht, die mir für das weitere Leben helfen.“

Mona Scharnowske

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