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Babyglück hoch drei: Anna Dietz aus Lenggries mit ihrer großen Tochter Melina (4) und den Drillingen (v. li.) Leonie, Amelie und Marinus. Papa Marco fehlt leider auf dem Foto, er musste arbeiten. Im Hintergrund ist der XXL-Laufstahl der Drillinge zu sehen.

Lenggrieser Drillinge

Drei Babys auf einen Streich

Lenggries - Nach dem ersten Ultraschall war von einem Baby die Rede, nach dem zweiten von zwei – und nach der dritten Untersuchung stand fest: In Anna Dietz‘ Bauch wachsen Drillinge heran. Heute sind Leonie, Amelie und Marinus fast fünf Monate alt – und halten ihre Eltern ordentlich auf Trab. Ein Hausbesuch.

Amelie liegt in ihrem Abteil des Drillings-Kinderwagens und brüllt. Das fast fünf Monate alte Baby ist müde und will endlich in den Schlaf geschaukelt werden. Doch die Kleine muss sich gedulden: Mama Anna Dietz muss zuerst Leonie, dann noch Marinus in ihre Jacken und Mützen stecken. Und auch die vierjährige Melina braucht noch ein bisschen Hilfe beim Anziehen, zumal sie im Moment viel lieber Cornflakes essen würde, als spazieren zu gehen. Die 31-Jährige bleibt gelassen, auch wenn inzwischen alle drei Babys im Chor schreien und Melina aus Versehen die Schale mit den Cornflakes umgestoßen hat. Anna Dietz nimmt’s mit Humor: „Ist doch schön, wenn sich was rührt.“

Und wie sich was rührt im Hause Dietz. Vor allem, seit am 27. Mai die Drillinge Amelie, Leonie und Marinus in Schwabing auf die Welt gekommen sind – kerngesund, und für die 33. Schwangerschaftswoche relativ groß und schwer. Über fünf Kilo wogen die drei Babys zusammen, entsprechend füllig war die Leibesmitte der gelernten Floristin. „Am Ende hatte ich einen Bauchumfang von 117 Zentimetern“, verrät Dietz, während sie ihrem schlafenden Sohn den Schnuller klaut und ihn Amelie gibt, die sich dank des Saugers endlich beruhigt und einschläft. Als Drillings-Mama muss man eben so pragmatisch wie möglich handeln. „Ich habe schon die Ruhe weg, ja“, antwortet Dietz auf die entsprechende Frage. Auch wenn es immer mal wieder Tage gibt, wo es nicht so gut läuft. „Ich denke aber, das ist normal“, sagt die gebürtige Jachenauerin. „Für uns sind die Drillinge trotz vieler stressiger Momente ein unglaubliches Geschenk.“

Denn natürlich ist das Leben mit Drillingen und einem Kleinkind oft nicht nur schön, sondern hauptsächlich eines: anstrengend. Vor allem anfangs, als die Babys nachts noch sehr aktiv waren. Fläschchengeben und Wickeln im Akkord. 25 Windeln brauchten die Drillinge in den ersten Wochen pro Tag, inzwischen sind es zwischen 15 und 20 Stück. Da auch eine Drillingsmama nur zwei Hände hat, wird das Baby zuerst gefüttert, das am meisten Hunger hat. Tagsüber hat Dietz außerdem Unterstützung von einer Dorfhelferin, die ihr den Haushalt macht und kocht. Auch Freunde, Nachbarn und die Familie packen mit an. „Anders würde es nicht gehen.“ Natürlich hilft auch die große Schwester Melina wo sie kann, zum Beispiel beim Fläschchengeben.

Dank so vieler Unterstützung findet die 31-Jährige sogar ab und zu Zeit für sich, zum Beispiel, wenn ihr Mann die Drillinge betreut oder gegen 18.30 Uhr die Kinderschar im Bett ist. In diesen kostbaren Stunden legt sich die Vierfach-Mama aber nicht etwa auf die Couch, sondern arbeitet im Garten oder hilft ihrer Schwester beim Renovieren. „Ich bin nicht der Typ, der rumsitzt und nichts tut.“

Von einer großen Familie hat Anna Dietz schon immer geträumt. „Ich wollte immer drei Kinder, aber eigentlich nicht auf einen Schlag“, sagt die junge Mutter und grinst. Entsprechend geschockt waren sie und ihr Mann, als sie erfuhren, dass sie Drillinge bekommen. Zuvor waren die beiden von Zwillingen ausgegangen, bei der ersten Untersuchung war sogar nur von einem Baby die Rede. „Ich habe noch mit meiner Schwester Witze darüber gemacht, was für ein Hammer es wäre, Drillinge zu bekommen.“

Als klar war, dass aus diesen Scherzen plötzlich Ernst geworden ist, gab es für die werdende Mutter aber keine Zweifel: „Ich habe nur gehofft, dass alle gesund sind.“ Denn die Sorge, dass eines der Babys das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft nicht überleben könnte, war groß. „Vor der Geburt haben wir niemandem erzählt, dass wir Drillinge erwarten, aus Angst, dass wir später sagen müssen, dass es eines nicht geschafft hat.“ 

Die Familienplanung im Hause Dietz ist mit der Geburt von Amelie, Leonie und Marinus nun erst einmal abgeschlossen. „Ein weiteres Baby ist nicht geplant“, sagt Dietz und lacht. "Aber man kann ja nie ausschließen, dass noch eines kommt."

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