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Vorarbeiten für mehr Artenschutz: An der B 13 südlich von Lenggries ließ das Staatliche Bauamt dieser Tage ausholzen. Im Herbst soll in diesem Bereich ein Amphibienleitsystem gebaut werden. 

Amphibienwanderung

„Für Frösche macht man Kröten locker“

Lenggries - In den kommenden Tagen beginnt die Amphibienwanderung. An der B13 südlich von Lenggries will das Staatliche Bauamt heuer Unterführungen bauen, die den Tieren den Weg zu ihren Laichgründen erleichtern.

Im Frühjahr gehen Erdkröten, Grasfrösche und Molche wieder auf Wanderschaft. Damit sind auch wieder dutzende Naturschützer gefordert, die die Amphibien an mehreren Stellen im Landreis aufsammeln und über viel befahrene Straßen tragen. Das wird in den kommenden Wochen auch wieder an der Bundesstraße  13 nötig sein.

Gleichzeitig laufen dort seit Montag Vorbereitungen für eine Baumaßnahme, die den Tieren ihre Wanderschaft erleichtern soll: Hier, auf der Höhe von Anger, werden gerade Bäume gefällt, damit im Herbst „Unterführungen“ gebaut werden können.

Statt von Tunnels spricht Markus Glück vom Staatlichen Bauamt Weilheim von „Durchlässen“ beziehungsweise von einem „Amphibienleitsystem“, das nach den Sommerferien errichtet werden soll. Das bedeutet: Auf einer Länge von 700 auf der einen beziehungsweise 350 Metern auf der anderen Straßenseite wird eine etwa 50 Zentimeter hohe, in die Böschung integrierte Betonwand aufgebaut: ein unüberwindliches Hindernis für die Kröten und Frösche, die im Frühjahr auf dem Weg zu ihren Laichplätzen östlich der Isar sind. Nur drei Lücken bleiben in dieser „Mauer“, durch die die Amphibien dann zu drei Durchlässen unter der Straße gelangen. Auf die Autofahrer kommen während er Bauzeit ähnliche Einschränkungen zu wie vergangenen Herbst, als die Gemeinde Lenggries eine Unterführung unter die B 13 baute, so Glück. „Wir versuchen, ohne Straßensperrungen auszukommen beziehungsweise nur zeitweise halbseitig zu sperren.“

Überflüssig werden damit die mobilen Zäune, die im Frühjahr an der Bundesstraße aufgestellt werden. Und den vielen freiwilligen Amphibienhelfern von Bund Naturschutz oder Landesbund für Vogelschutz wird das Leben erleichtert. „Ganz nutzlos werden wir dadurch aber nicht“, sagt Friedl Krönauer, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz. Denn einige Tiere würden auch einen Umweg um das „Leitsystem“ nehmen. „Es ist weiter nötig, dass wir in die Natur rausgehen und kontrollieren.“

Die Unterführungen sind aus Krönauers Sicht „die einzige nachhaltige und vernünftige Art, den Amphibienschutz zu bewerkstelligen“. Denn allein auf den Einsatz der Naturschützer zu zählen, damit möglichst viele Amphibien unbeschadet über die Straße kommen, sei auf Dauer nicht die Lösung.

„Natürlich macht es Spaß, weil der direkte Kontakt mit den Tieren schön ist“, sagt Krönauer. Trotzdem koste es bisweilen schon Überwindung, sich bei Wind und Wetter in der Morgen- oder Abenddämmerung an eine vielbefahrene Straße zu stellen – manchmal sogar umsonst, wenn entgegen der Erwartungen doch keine Schar an Kröten und Fröschen vorbeikommt. „Das führt schon mal zu Frust.“ Es sei nicht gesichert, dass sich auch in den kommenden Jahren immer genügend Ehrenamtliche zur Verfügung stellen. Die Amphibienleitsysteme hätten sich unterdessen schon an vielen Stellen im Landkreis bewährt, etwa an der B 11 in Kochel oder am Stallauer Weiher (B 472).

Krönauer kennt natürlich auch die Vorbehalte: „Viele sagen: ,Für Frösche macht man Kröten locker‘“, zitiert der Kochler mit einem Augenzwinkern. Die Investition hält er aber für gerechtfertigt. „Die Biotope waren schließlich früher da“, stellt er fest. „Erst der Mensch hat die Lebensräume aus Unachtsamkeit oder Unwissenheit mit Straßen durchschnitten.“ Es sei angemessen, die Durchgängigkeit wieder herzustellen. „Ich bin sehr zufrieden, dass das Staatliche Bauamt mitmacht.“ Wie viel das Amphibienleitsystem an der B 13 kosten wird, dazu gibt es laut Glück übrigens noch keine Kostenschätzung.

Heuer müssen die Tiere ihren Weg zwischen dem Gebiet des Mühlbachs und den Isarauen ein letztes Mal ohne Unterführungen bewältigen. „Bei ungefähr fünf bis zehn Grad und regnerischem Wetter geht es los“, sagt Krönauer. Die Amphibienhelfer haben sich bereits Mitte Februar mit einem Treffen auf die Saison eingestellt. Etwa 70 Freiwillige stehen beim Bund Naturschutz bereit. Krönauer: „Das ist die größte Artenschutztruppe im Landkreis.“

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