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Seit 2007 gibt es den Hochseilgarten am Brauneck. Jetzt könnten seine Tage gezählt sein, weil das Landratsamt die Erweiterung abgelehnt hat. 

Hochseilgarten Isarwinkel: „Dann reiß’ ich ihn eben ab“

Lenggries - Rund 10 000 Besucher zählt der Hochseilgarten Isarwinkel am Fuß des Braunecks jedes Jahr. Die Tage der Attraktion könnten aber gezählt sein. Das Kreisbauamt hat gerade die Sanierung und Erweiterung der neun Jahre alten Anlage abgelehnt. Chef Heinz Tretter sagt: „Dann reiß’ ich das Ganze eben ab.“

Die Geschichte des Hochseilgartens Isarwinkel, die 2007 beginnt, war von jeher eine wechselvolle. Manche bezeichneten ihn schlicht als „Sperrmüllgarten“ – mit Blick auf die Liftbügel, Biertischgarnituren und Reifen, die Tretter für seine Kletterstationen verwendete. Auch der nachträgliche Bau eines Betriebsgebäudes war im Gemeinderat nicht unumstritten. „Salamitaktik“ wurde Tretter unterstellt.

Letztlich hat sich der Hochseilgarten aber für den Lenggrieser zum Erfolgsmodell entwickelt. Mit seiner Firma Kristallturm hat er Anlagen in 15 Ländern auf vier Kontinenten errichtet. Die neuesten Standorte liegen in Japan und Nigeria, demnächst soll Australien dazukommen. Dass Tretter den Hochseilgarten am Brauneck überhaupt noch betreibt, liegt nicht daran, dass er so gut läuft. Im Gegenteil: „Wirtschaftlich rentiert sich das für mich nicht“, sagt Tretter.

Trotzdem habe er sich dazu entschlossen, rund eine halbe Million Euro in die Sanierung und Erweiterung zu investieren, um einen „Showroom für unsere Kunden“ zu schaffen. Sprich: Interessenten sollen sich ein Bild machen können, wie derartige Anlagen aussehen, bevor sie sie kaufen. Dazu zeigt Tretter drei Anlagen in Baden-Württemberg – und auf dem Weg zum Produktionswerk in Lenggries eben auch den Hochseilgarten am Brauneck.

Damit das Sinn ergibt, ist eine Sanierung dringend nötig. Denn die Lenggrieser Anlage ist die einzige aus Holz. Das hat nach zehn Jahren seine Lebensdauer erreicht und soll gegen Stahl getauscht werden. Dem stimmte der Gemeinderat in seiner Juli-Sitzung zu – genauso wie der Erweiterung um einen Kinderspielplatz, eine Boulderhütte und eine Trampolinanlage. Das letzte Wort hat bei Bauanträgen aber die Untere Bauaufsicht am Landratsamt. Und die hat nun Nein gesagt – und zwar ohne Wenn und Aber. Die Erweiterung sei als „Sonstiges Vorhaben“ im Außenbereich zu sehen, das unter anderem Belange des Natur- und Landschaftsschutzes beeinträchtige. Zudem sei das Areal im Flächennutzungsplan der Gemeinde als Grünfläche dargestellt. „Mit dieser Darstellung soll die weitere bauliche Verdichtung im dortigen Bereich unterbunden werden“, so die Untere Bauaufsichtsbehörde in einem Schreiben an Tretter. Das Vorhaben führe zudem „zu einer Beeinträchtigung der natürlichen Eigenart der Landschaft und ihres Erholungswerts“. Tretter ist verärgert. „Wir sind ein bestehender Gewerbebetrieb und dürfen nicht erweitern.“ Er versteht die Ablehnung auch deshalb nicht, „weil ich ja eher lose Anlagen dazugebaut hätte“, die sich einfach entfernen ließen. Verärgert ist er aber auch, weil in dem Brief vom Landratsamt einige falsche Angaben stehen. Unter anderem ist von einem „neuen Wohnhaus“ die Rede. „Ich habe kein Wohnhaus beantragt. Es wirkt so, als wären einfach Textbausteine einkopiert worden.“

Für Tretter ist der weitere Weg klar. „Ich habe mich lange genug geärgert. Dann reiß’ ich das Ganze eben ab.“ Zumal er ja auch das Holz nicht durch Stahl ersetzen dürfe. „Das Holz wird aber irgendwann morsch und stellt dann ein Sicherheitsrisiko dar.“ Der Standort Brauneck sei für ihn nicht unersetzbar. „Ich brauch’ nur eine Anlage zwischen Flughafen und unserem Werk in Lenggries, die ich herzeigen kann.“ Und da habe er einige Angebote. „Es ist halt schade: Hier werden Arbeitsplätze gekillt und eine super Attraktion.“ Zwei feste Mitarbeiter und etwa 15 Minijobber beschäftigt Treter am Brauneck. „Aber was soll ich machen, wenn die Behörden nun einmal nicht wollen?“

Auch der Lenggrieser Bauamtsleiter Anton Bammer kann „das kategorische Nein“ der Bauaufsicht nicht nachvollziehen. Zumal sich Gemeinderat und Verwaltung im Vorfeld ihrer Zustimmung „schon viele Gedanken dazu gemacht haben“. Er hat Tretter nun geraten, die Sanierung des Hochseilgartens vom Erweiterungsantrag abzutrennen. Bei Ersterem wäre es nämlich durchaus möglich, dass das Landratsamt zustimmt. Die Kreisbehörde will in der kommenden Woche eine Stellungnahme abgeben.

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