Mal experimentelle Volksmusik, mal chilliger Reggae: D’Housemusi hat 12 neue Lieder geschrieben, die dank Soundtüftler und Ziach-Profi Martin Regnat (Mi.) vor allem instrumental bleiben. Auf die schrägen Texte von Perkussionist Sepp Müller (li.) und Zither-Spezialist Toni Fischer muss das Publikum trotzdem nicht verzichten. Foto: Christoph Huber /kn

Housemusi spielt am Sonntag Live-CD ein

Endlich wieder ein flotter Dreier

Arzbach - „Eine Live-CD ist ein freier Fall“: Das Isarwinkler Trio Housemusi wagt den Sprung mit dem neuen Programm „3“. Über eine unberechenbare Band, die alles sein möchte, bloß nicht beamtenmäßig.

Sepp Müller ist froh, dass er in einem Trio spielt. „Du findest immer eine Entscheidung“, sagt der Perkussionist aus Wegscheid. Für das Trio Housemusi, das er zusammen mit den beiden anderen Isarwinklern Martin Regnat und Toni Fischer bildet, sind einstimmige Beschlüsse elementar. „Wir haben manchmal schon witzige Diskussionen in der Probe“, berichtet Müller. Logisch bei drei Querdenkern, denen je nach Stimmung ein experimentelles Volksmusik-Stück, eine meditative Ballade oder ein gechillter Reggae einfällt.

Wie gut sie sich dann doch ergänzen, stellen sie mit ihrem neuen Programm „3“ unter Beweis. Für das heimische Publikum präsentieren sie es am Sonntag im „Kramerwirt“. Der Auftritt wird für eine Live-CD mitgeschnitten. Grund für ein kleines bisschen Nervosität, selbst bei Profi Müller: „Eine Live-Aufnahme ist immer ein freier Fall. Aber wir wollen das Gefühl einfangen, das sich auf der Bühne zuletzt entwickelt hat.“ Die Drei haben gemerkt, dass sich ihre Musik im sterilen Studio eben kaum entfaltet. „Das ist nicht rund“, sagt Müller. Rund ist die Housemusi erst, wenn der kabarettaffine Schlagzeuger zwischen den Stücken Gaudi machen, Ziehharmonika-Spezialist Regnat die Melodien weit variieren und Zither-Spieler Fischer die meisten seiner schrägen Texte loswerden kann.

Das Programm sei eben mehr als „Nummer für Nummer“, erklärt Müller, ein Konstrukt aus vielen Genres und erfrischenden Ansagen. In Zahlen: 25 Lieder, davon nur noch eine Handvoll Cover. Und zwölf neue Kompositionen, von denen die meisten instrumental bleiben. Soundtüftler Regnat greift dabei nicht nur zur Kontragitarre, sondern nun auch in die drei Saiten des Raffele – ein handlicher Vorläufer der Zither. Für seine E-Zither hat sich Toni Fischer einen Verstärker bauen lassen. Ein weiteres Klangexperiment der Band, die schon mal „Nothing else matters“ nach Housemusi-Art covert. Und die hilfsbereite Fans hat: Ein Zuhörer ließ den Musikern einen bairischen Songtext für den Metallica-Klassiker zukommen. „Das müsstest du fast belohnen“, liebäugelt Müller.

Das Trio fasst mit „3“ die vergangenen drei Jahre zusammen. In denen hat die Housemusi „in den drei Ländern Bayern, Österreich und Deutschland“ 150 Konzerte gespielt. Außerdem war sie Hausband in der Sendung „Backstage“ von Herbert Pixner bei Servus TV. 14 Folgen, in denen sie jede Menge innovative alpenländische Musiker kennenlernte. „Da setzt sich schnell mal einer dazu und improvisiert – natürlich gleich auf Sendung“, berichtet Müller. Wer ständig von fitten Instrumentalisten umgeben ist, lässt sich leicht verführen. „Du neigst dazu, immer wieder Gastmusiker einzuladen. So wie es die Housemusi etwa beim „3 Kini“-Großkonzert im Kurhaus 2014 zelebriert hat. Nun konzentrieren sich die Isarwinkler wieder auf den „flotten Dreier“, wie sie selbst sagen.

Im kommenden Jahr gönnt sich das Trio eine kreative Pause. „Die ist wichtig, damit es spannend bleibt“, sagt Müller, der im nächsten Programm gerne mal eine rockige Nummer auf Englisch raushauen würde. Denn nicht nur in den sieben Jahren mit der Housemusi hat er gelernt: „Es ist als Band überlebenswichtig, sich zu verändern. Sonst wird das schnell beamtenmäßig.“

Die Housemusi spielt am Sonntag, 9. Oktober, um 19 Uhr (Einlass: 18 Uhr) im Arzbacher „Kramerwirt“. Karten (20 Euro) gibt es in der „Les(e)bar“ in Lenggries und bei Sabine Pfister unter Telefon 0 80 42/91 24 65 oder auf www.kkk-lenggries.de. An der Abendkasse kostet der Eintritt 22 Euro.

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