Die ehemalige Prinz-Heinrich-Kaserne in Lenggries.

Diskussion im Lenggrieser Bauausschuss

Kasernen-Nutzung neben der Spur?

Lenggries - Die Gemeinde will ihre Loipenspurgeräte in einem ehemaligen Werkstattgebäude der Kaserne abstellen. Gemeinderat Peter Gascha sieht darin einen Widerspruch zum Rauswurf von Gewerbetreibenden.

Eine reine Formalie oder eine leicht pikante Angelegenheit: Die Anschauungen zu einem Antrag in Sachen ehemalige Kaserne gingen in der jüngsten Sitzung des Lenggrieser Bauausschusses auseinander. Es ging um die Frage, ob die Gemeinde im ehemaligen Werkstattgebäude ihre Loipenspurgeräte unterstellen darf. Peter Gascha (FW) stimmte als einziger dagegen.

Wie Bürgermeister Werner Weindl berichtete, stehen die beiden Loipenspurgeräte der Gemeinde bislang in einem Schuppen gegenüber der alten Talstation am Brauneck sowie in einem Gebäude in Wegscheid. Aus Letzterem „müssen wir raus, weil der Eigentümer, ein Privatmann, Eigenbedarf angemeldet hat.“ Zwischenzeitlich habe man überlegt, den Schuppen an der alten Talstation auszubauen. Doch mittlerweile hat die Gemeinde bekanntlich einen Teil des ehemaligen Kasernengeländes erworben. Das dortige frühere Werkstattgebäude südlich des Sportplatzes sei bestens geeignet, die Loipenspurgeräte unterzustellen, zumal es sich in unmittelbarer Nähe der Loipen befinde. Diese könnten von dort aus direkt angefahren werden. Dabei komme es zu keinerlei Lärmbeeinträchtigung, da es in der näheren Umgebung keine Nachbarn gebe.

Baurechtlich befindet sich das Gebäude im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Camp Woodward Europe Lenggries“ beziehungsweise des neu aufzustellenden Bebauungsplans, der ebenfalls ein Sondergebiet für Sport, Hotel und Freizeit vorsieht. Die Gemeinde hat nun eine Nutzungsänderung beantragt. Aus Sicht der Bauverwaltung sei hier eine Ausnahme von der geltenden Veränderungssperre möglich, wie Bauamts-Mitarbeiterin Maria Gaisreiter vortrug. Eine Befreiung vom Bebauungsplan sei zwar nicht nötig, solle aber vorsichtshalber ebenfalls beschlossen werden.

Die Unterbringung der Loipenspurgeräte diene einem öffentlichen Zweck, komme dem Sport zugute und widerspreche damit nicht dem Planungsziel der Gemeinde, erläuterte Weindl.

Das sah Peter Gascha (FW) anders. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde erst im Frühjahr Gewerbetreibende, die Kasernengebäude als Lagerflächen nutzten, „auf gut Deutsch gesagt rausgeschmissen“ habe. Wenn die Gemeinde jetzt ein Haus als Unterstellplatz nutze, tue sie selbst nichts anderes als damals die Kleinunternehmer. „Das verstehe ich nicht.“

Weindl wies Gaschas Einwand zurück: „Ich bin überrascht, dass so etwas von einem Lenggrieser Gemeinderat kommt“, sagte er. „Was Sie sagen, ist rechtlich falsch.“ Im Unterschied zur Gemeinde hätten die Gewerbetreibenden nie einen Antrag auf Nutzungsänderung gestellt, ihre Nutzung der Gebäude sei somit illegal gewesen. „Wir wollen es eben nicht so machen wie die anderen.“ Rückendeckung bekam Weindl von Gemeinderat Bernhard Simon (CSU): „Es besteht schon ein Unterschied zu einer gewerblichen Nutzung. Das sind zwei Paar Stiefel.“ Wenn er die Nutzung des Werkstattgebäudes ablehne, solle er einen Alternativvorschlag machen, wo man die Loipenspurgeräte unterbringen solle, meinte Weindl zum Schluss in Richtung Gascha.

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