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Ein Sammlerstück: Diese Spiegelreflexkamera der Marke Pentacon fiel dem Sex-Täter beim späteren Einbruch in der Münchner Wohnung des Opfers in die Hände. Sie ist bis heute nicht aufgetaucht. 

10 Jahre Kriminalfall Leitenberg – Folge 2: Der Einbruch 

Ein ordentlicher Einbrecher

Lenggries - Er ist immer noch ungeklärt und sorgt vor allem bei Frauen heute noch für große Ängste: der Kriminalfall Leitenberg. Eine Münchner Wanderin wurde am Brauneck missbraucht und hilflos zurückgelassen. Zehn Jahre danach hat der Tölzer Kurier zusammen mit der Kripo Weilheim und anderen Polizeistellen nochmals alle Fakten und Spuren zusammengetragen. Die Hoffnung: Vielleicht liest „Kommissar Zufall“ mit und hilft bei der Aufklärung

Was tut ein Sexualstraftäter nach der Tat? Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des Kriminalfalls Leitenberg, dass der Täter nach vollbrachter Tat keineswegs flüchtete und sich zurückzog, sondern kaltblütig ein weiteres Verbrechen beging: einen Einbruch in die Wohnung des Opfers.Was tut ein Sexualstraftäter nach der Tat? Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des Kriminalfalls Leitenberg, dass der Täter nach vollbrachter Tat keineswegs flüchtete und sich zurückzog, sondern kaltblütig ein weiteres Verbrechen beging: einen Einbruch in die Wohnung des Opfers.

Es ist der 25. November 2006, spät am Nachmittag. Der 40- bis 45-jährige Mann, der eben eine Frau überfallen, missbraucht und sie mit Handschellen gefesselt am Berg zurückgelassen hat, hat noch längst nicht genug. Der Mann, den das Opfer und mehrere Zeugen gesehen haben, verschwindet keineswegs möglichst rasch in der Anonymität der Großstadt. Er hat ein anderes Ziel: die Wohnung seines Opfers. Am Tatort Brauneck hat er zuvor den Rucksack des Opfers mit Ausweis und Türschlüsseln mitgenommen. Irgendwann gegen 17 Uhr dringt er mit Hilfe der Schlüssel problemlos in die kleine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Obergiesing ein und beginnt sie offenbar systematisch nach Beute zu durchsuchen. Die Wohnung macht, so Kripochef Markus Deindl, „nicht den Eindruck wie nach einem typischen Einbruch“. Alles sei sehr ordentlich gewesen.

Die Beute ist vergleichsweise bescheiden. In die Hände fallen dem Täter zwei goldene Eheringe mit den Gravuren KZ 180465 und BZ 180465 sowie zwei Kameras: eine sehr robuste analoge Spiegelreflexkamera der Marke Pentacon (Modell Exa 1b) sowie eine silberfarbene Olympus-Digitalkamera. Dazu entwendet der Täter Bargeld und EC-Karte.

Der Einbrecher muss äußerst rasch und zielgerichtet vorgegangen sein, denn er verlässt gegen 17.45 Uhr Wohnung und Haus und wird dabei sogar von einem Zeugen beobachtet.

Der Mann hat nun schier unglaubliches Glück: Nur eine Viertelstunde später postieren sich unauffällig Einsatzfahrzeuge der Münchner Polizei vor dem Haus im Münchner Süden. Die Beamten waren von ihren Kollegen von Lenggries aus alarmiert worden. Das 67-jährige Opfer hatte nach seiner Rettung gleich bemerkt, dass der Rucksack mit Papieren und Hausschlüsseln fehlte und die Polizisten alarmiert. Der Verbrecher ist indes schon über alle Berge. Er wird von diesem Zeitpunkt an nicht mehr wissentlich gesehen werden. Die Überwachung des Hauses bleibt vergeblich. Der erfolgreiche Einbruchversuch wird erst drei Tage später entdeckt werden, als das Opfer nach einem Aufenthalt in einer Münchner Klinik in seine Wohnung zurückkehrt. Die alleinwohnende Münchnerin wird dabei – zur psychologischen Unterstützung – von speziell geschulten Polizeikräften begleitet.

Das stellt sich als weise Vorsichtsmaßnahme heraus. Obwohl die Wohnung aufgeräumt wirkt und auch keine Erdbrocken (etwa von Bergstiefeln) herumliegen, fehlen diverse Gegenstände. Erst auf den zweiten Blick bemerkt die 67-Jährige, dass sie zum zweiten Mal Opfer des Verbrechers geworden ist.

Am Folgetag findet ein erfolgloser Abhebeversuch mit der EC-Karte bei einer Postbankfiliale in Obergiesing statt. Der Täter gibt die falsche PIN-Nummer ein. Die Karte wird eingezogen. Der Mann hat erneut unverschämtes Glück. Der Bankautomat besitzt noch keine Kamera.

„Bis heute“, sagt Kripochef Deindl, „ist nichts von der Beute aufgetaucht“.

Christoph Schnitzer

Folge 1 der Serie: Die Tat

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