ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann zielt mit seinem Jagdgewehr unweit von Briesen, aufgenommen am 27.11.2008. Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa "Jäger erlegen nicht nur Wild - Auch Katzen geschossen" vom 09.10.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
+
Symbolbild

Scheibe durchschlagen

Polizei schnappt Silvester-Schützen

Lenggries – Er wollte niemanden verletzen: Die Polizei hat den Schützen ermittelt, dessen Projektil in Lenggries eine Fensterscheibe durchschlagen hat. Er hat keinen Waffenschein  für das großkalibrige Familien-Erbstück.

Die Polizei hat den Silvester-Schützen von Lenggries ermittelt. Ein Hinweis aus der Bevölkerung führte die Kripo Weilheim auf die richtige Spur.

Ende der vergangenen Woche durchsuchten daraufhin einige Beamte das Haus des Lenggriesers. „Dabei haben wir Munition und zwei Waffen sichergestellt“, sagt Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Bei einer davon handelt es sich um einen Karabiner K 98 – ein sehr großes Kaliber, mit dem die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg gekämpft hat. „Ein altes Familienerbstück“, weiß Guske. Dennoch hätte es der Mann mittleren Alters nicht besitzen geschweige denn benutzen dürfen, zumal er keinen Waffenschein hat.

Vielleicht war dem Lenggrieser auch deshalb nicht klar, wie gefährlich die Repetierbüchse ist: „Er hat ein sehr schlechtes Gewissen, wollte nie jemanden verletzen“, betont Guske. Stattdessen habe er sich in absolut ungeeigneter Art und Weise an der Silvester-Knallerei beteiligen wollen, wie er bei einer Befragung durch die Kripo zu Protokoll gab. In deren Rahmen gab er auch sofort zu, beim Jahreswechsel mit dem Karabiner geschossen zu haben. Ob der Mann betrunken war, als er zu der Waffe griff, will Guske nicht kommentieren. Auch über die genaue Anzahl der abgegebenen Schüsse kann der Pressesprecher keine Angaben machen.

Sicher ist aber, dass die Waffe mindestens einmal abgefeuert worden ist. Wie berichtet, geht die Kripo davon aus, dass das Projektil zweimal abgeprallt ist, ehe es eine Fensterscheibe an der Münchner Straße durchschlagen hat. Die Familie, die in der betroffenen Wohnung lebt, verbrachte den Jahreswechsel nicht zu Hause. Laut Guske war das ein großes Glück: „Hätte die Kugel einen Menschen getroffen, hätte das zu schwersten Verletzungen geführt.“

Parallelen zu dem tragischen Fall im unterfränkischen Oberaurach, wo eine Elfjährige in der Silvesternacht erschossen worden ist, sieht der Pressesprecher trotzdem nicht: „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Lenggrieser auch nur im entferntesten gezielt auf eine Menschengruppe geschossen hat.“ Der Schütze in Oberaurach hat dagegen laut Medienberichten mit voller Absicht drei- bis viermal in Richtung einer Menschengruppe geschossen, weil er wegen des Krachs in der Silvesternacht aufgeweckt worden war.

Während sich der Todes-Schütze aus Unterfranken wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen wird verantworten müssen, ermittelt die Kripo gegen den Lenggrieser lediglich wegen mehrerer Verstöße gegen das Waffenrecht. „In Haft wird er deswegen nicht gehen“, sagt Guske. Das Wichtigste sei ohnehin, dass sich der Mann inzwischen darüber bewusst sei, wie gefährlich sein Handeln war – und er beim nächsten Jahreswechsel nicht erneut zur Waffe greift.  

Mehr zum Thema

<center>Flachmann mit Filzhülle, 180 ml</center>

Flachmann mit Filzhülle, 180 ml

Flachmann mit Filzhülle, 180 ml
<center>Flachmann mit Fellhülle, 180 ml</center>

Flachmann mit Fellhülle, 180 ml

Flachmann mit Fellhülle, 180 ml
<center>Memoboard "Kuh Elsa" magnetisch</center>

Memoboard "Kuh Elsa" magnetisch

Memoboard "Kuh Elsa" magnetisch
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Termine des Tages: Das steht an am Dienstag

Termine des Tages: Das steht an am Dienstag

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Montagabend

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Montagabend

Stück für Stück zum Hochwasserschutz

Lenggries – Von der 1,4 Kilometer langen Entlastungs-Rohrleitung für den Lahnerbach sind die ersten 110 Meter schon geschafft. So geht es weiter.
Stück für Stück zum Hochwasserschutz

Metallkunst im Kloster Benediktbeuern von Michael Ertlmeier aus Ascholding

Metallkunst im Kloster Benediktbeuern von Michael Ertlmeier aus Ascholding

Kommentare