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Präsenz in Lenggries: Der Christliche Bauernverein unter dem Vorsitz von Kaspar Gilgenreiner (li.) am Jahrtag.

Christlicher Bauernverein

Managementplan Obere Isar: Bauern sollen sich einmischen

Lenggries - Der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl fordert die Landwirte beim Jahrtag auf, an der Weichenstellung mitzuarbeiten.

Der Christliche Bauernverein Lenggries ist ein sehr präsenter Verein. „Diese Präsenz bei allen wichtigen Ereignissen und Feierlichkeiten in der Gemeinde zeigt und stärkt den Zusammenhalt“, stellte Bürgermeister Werner Weindl in seinem Grußwort bei der Hauptversammlung fest. Ob bei den Ortsmeisterschaften auf zwei Brettln oder am Schießstand, beim Flößerfest oder beim Jubiläum der örtlichen Musikkapelle, der Verein habe durch seine Teilnahme die gegenseitige Wertschätzung unterstrichen. Wichtig seien die Bauern vor allem aber als Lebensmittelerzeuger und Gestalter der Kulturlandschaft.

Dieses Lob konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Landwirtschaft mit vielen Problemen und Hürden zu kämpfen hat. Da ist zum Beispiel die Auseinandersetzung mit FFH, dem Flora-Fauna-Habitat. Zum Erarbeiten des Managementplans „Obere Isar“ müsse die Landwirtschaft unbedingt mit eingebunden werden, betonte Weindl. Denn die stark auftretenden Naturschutzverbände hätten in dieser Hinsicht andere Vorstellungen als die Landwirte. Die richtige Weichenstellung für diesen Managementplan „Obere Isar“ sei deshalb von Bedeutung, weil auch die Bewirtschaftung angrenzender Flächen in gewisser Weise von den festgesetzten Auflagen betroffen sei.

Ganz anders habe sich diesbezüglich die Aussage des ehemaligen Umweltministers Marcel Huber angehört, wie BBV-Ortsobmann Josef Rauchenberger anmerkte. Huber habe beschwichtigend erklärt, die Bauern könnten doch ihre Flächen weiterhin so nutzen wie bisher, es würde sich daran nichts ändern.

Josef Wasensteiner, bis vor kurzem Referent beim Bayerischen Bauernverband, ging unter anderem auf die entfachte Diskussion um die landwirtschaftliche Praxis ein. Nachdem der Lebensmitteleinzelhandel die Molkereien und Produzenten mit einem Anforderungskatalog und Kriterien für Nachhaltigkeit unter Druck setze, habe der Bauernverband den Spieß umgedreht und seinerseits die Nachhaltigkeit der besagten Unternehmen aufgegriffen. „Die Versiegelung großer Flächen für ihre Läden und Parkplätze und die sozialen Bedingungen der Angestellten zum Beispiel lassen sich durchaus hinterfragen.“ Zudem würde der Handel gleichzeitig auch Lebensmittel aus dem Ausland einkaufen, deren Standards längst nicht an die der deutschen Erzeugnisse heranreichen würden. „Aber da ist es scheinbar egal.“ Die Ablehnung der Anbindehaltung würde durch den harten Konkurrenzkampf der Molkereien untereinander zusätzlich verstärkt.

Man dürfe die Entscheidung über die Akzeptanz der unterschiedlichen Haltungsformen jetzt nicht allein den Molkereien überlassen, forderte Rauchenberger. Die Parteien würden mit entsprechender Positionierung Wählerstimmenfang betreiben. Es gebe inzwischen zu diesem Thema einen „Runden Tisch“, erläuterte Wasensteiner. Sein grundsätzliches Resümee: „Wenn heute eine Holzbaufirma durch den Ort fährt, interessiert das niemanden. Wenn aber ein Fuhrwerk mit Baumstämmen unterwegs ist, wird das schon fast als Frevel angesehen.“ Man lebe in einer zunehmend schizophrenen Gesellschaft. Wasensteiners Rat an die Bauern: „Seid selbstkritisch, aber lasst euch nicht alles gefallen.“

Rosi Bauer

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