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2003 war das neue Kreuz auf dem Schafreiter aufgestellt worden, nachdem das alte vom Blitz getroffen worden war. Nun hat ein Unbekannter das Kreuz mit einer Axt so stark beschädigt, dass es umgelegt werden musste.

Gipfelkreuz umgehackt

Am Schafreiter: Mann mit der Axt hat wieder zugeschlagen

Lenggries - Es ist der dritte Fall dieser Art im Tölzer Land: Erneut hat ein Unbekannter ein Gipfelkreuz mit einer Axt bearbeitet. Betroffen ist dieses Mal der Schafreiter (2102) im Vorkarwendel.

+++ Update 29. August, 11:54 Uhr +++ Die Polizei korrigiert die Personenbeschreibung. Die Zeugen haben ihre Angaben dahingehend verändert, dass der unbekannte Mann nicht helles Haar hatte, sondern dunkelblondes bis braunes. +++

Paul Schenk ist die Fassungslosigkeit am Telefon deutlich anzuhören. „Ich bin wirklich total schockiert“, sagt der Vorsitzende der Tölzer Alpenvereinssektion am Sonntagmittag. Am Morgen hat er von dem Vorfall auf dem höchsten Isarwinkler Berg erfahren. Der Tölzer Sektion gehört die Hütte, die auf 1825 Metern auf dem Weg zum Gipfel des Schafreiters liegt. In der Tölzer Hütte meldeten sich vormittags auch Wanderer, die das beschädigte Kreuz kurz zuvor entdeckt hatten. Hüttenwirt Michael Bubeck alarmierte dann die Polizei. „Aber die wussten schon Bescheid.“

Nach derzeitigen Erkenntnissen hat sich der Vorfall am Samstag zwischen 22 Uhr und Mitternacht ereignet. In dieser Zeit bearbeitete der bislang Unbekannte den fünf Meter langen Längsbalken des Eichenkreuzes mit einer Axt und einer Säge. Wanderer hatten einen Verdächtigen in Tatortnähe gesichtet. Der Mann wird wie folgt beschrieben: 30 bis 40 Jahre alt, 1,80 Meter groß mit deutlichem Bauchansatz. Er hat kurze helle Haare und ist insgesamt eher ein heller Typ. Bekleidet war er mit einer dunklen Drei-Viertel-Hose und grünlichen Knieschützern. Der Verdächtige hatte einen Fünf-Liter-Wassersack dabei und hörte über einen iPod laute Musik. Zudem soll er einen Wanderer mit einem englisch klingenden „Hello“ gegrüßt haben.

Aufgestiegen zum Gipfel war der Mann, als es bereits dunkel war – allerdings vor 22 Uhr. Den Weg leuchtete er mit einer Stirnlampe aus. Der Abstieg erfolgte erst am Sonntag nach 6.15 Uhr. Festgelegt werden kann diese zeitliche Abfolge laut Polizei, weil eine Zeugin nachts die Schläge gehört hatte. Als sie dann am Morgen zum Gipfel aufstieg, kam ihr der Verdächtige entgegen.

Anders als bei den anderen beiden Fällen vollendete der Täter am Schafreiter sein Werk nicht. Das Kreuz wies allerdings so starke Beschädigungen auf, dass es am Vormittag umgelegt werden musste. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit 5000 Euro. Aufgestellt worden war das Kreuz 2003. Eine Privatinitiative aus 25 Gaißachern um den ehemaligen AV-Wegewart Jakob Pauli hatte sich darum gekümmert, nachdem das alte Kreuz 2002 vom Blitz getroffen worden war. Die Helfer hatten die 250 Kilo schweren Balken für das Kreuz eigenhändig vom Tal bis auf den Gipfel geschleppt.   

AV-Chef Schenk versteht nicht, was einen Menschen zu so einer Tat bringen kann. „Ein Berggipfel ist ein Ort des Friedens und der Ruhe. Und das alles macht so einer einfach kaputt.“ Diese erneute „Schändung am Berg“ lasse ihn fassungslos zurück.

Das Gipfelkreuz des Prinzkopfes wurde Ende Juli umgehackt.

Der erste Fall dieser Art ereignete sich vermutlich um Pfingsten herum an der Dudl-Alm im Längental. Hier gibt es keine Hinweise auf den Täter. Am 30. Juli hackte ein Unbekannter dann das Gipfelkreuz auf dem Prinzkopf (Torjoch) im Almgebiet zwischen Sylvensteinsee und Tirol um. In diesem Fall hatten Zeugen einen Verdächtigen beobachtet. Anders als im Schafreiter-Fall wurde der Mann hier aber als dunkelhaarig beschrieben. Ob die Fälle also zusammenhängen, ist offen.

Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Tölzer Polizei unter der Telefonnummer 08041/761060 zu melden.

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