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Bergmesse bei frühwinterlichen Verhältnissen: Etwa 50 Gläubige kamen am Sonntag auf den Scharfreiter, um vor der Tölzer Hütte mit Pater Thomas den Gottesdienst zu feiern

Auf dem Scharfreiter kehrt endlich Ruhe ein

Lenggries/Hinterriß - Turbulente Zeiten liegen hinter dem Gipfel des Scharfreiters. Mit der Bergmesse fand am Sonntag nicht nur die Bergsaison, sondern auch das wechselvolle Kapitel um die Zerstörung und den Wiederaufbau des Gipfelkreuzes ein friedvolles Ende.

Sehr lebendig eröffnen elf Mitglieder der Stadtkapelle Bad Tölz mit dem Stück „Alles meinem Gott“ die Bergmesse. Die Finger der Musiker müssen eiskalt sein, ihr Spiel ist sauber und klar. Rundum sind die Gipfel schon weiß überzuckert. Ein kalter Wind bläst, die Bergsteiger stehen dicht beieinander, die Köpfe zwischen den Schultern eingezogen. Doch zum Gebet nehmen sie die Hände aus den Taschen und die Mützen ab.

Die Bergmesse auf dem Scharfreiter ist eine Institution, die vielen Isarwinklern lieb und heilig ist. Trotz Schnee und kalten Temperaturen fanden sich gestern über 50 Bergsteiger um 11 Uhr an der Tölzer Hütte zum Gottesdienst ein. Am Tag zuvor hatte Pater Thomas Abrell, der frühere Guardian des Tölzer Franziskanerklosters, das neue Kreuz auf dem Gipfel geweiht. Wie berichtet, hatte ein Unbekannter das alte mit einer Axt so schwer beschädigt, dass es umgelegt werden musste.

Die Predigt von Pater Thomas bei der Bergmesse wirkte wie ein heißer Tee, so warmherzig waren seine Worte: „Wir schaffen das“, hob er an. „Das Christentum ist die Religion der Integration. Sie lässt niemanden, der Schutz sucht, vor den Toren stehen. Der Querbalken des Kreuzes symbolisiert die Verbundenheit aller Menschen untereinander.“

Am Samstag hatte er in Begleitung von sieben Zimmerer-Schülern und deren Lehrern von der Berufsschule Bad Tölz sowie Mitgliedern der Alpenvereinssektion Tölz dem neuen Kreuz den Segen gespendet. Musiker der Stadtkapelle hatten ihre Instrumente – auch die Tuba – auf den Gipfel getragen, um die Einweihung des Kreuzes musikalisch zu begleiten. Anschließend sei man in der Hütte sehr gemütlich zusammengesessen, so Pater Thomas. „Es haben sich interessante Gespräche entwickelt“. Um Mitternacht sei er bei Weitem nicht der letzte gewesen, der sich hingelegt habe.

Auch im Anschluss an die Messe hockten sich die Bergsteiger in der Tölzer Hütte zusammen. Eishockey-Legende Hans Zach prostete seinem ehemaligen Teamkollegen Hans Schichtl zu. Hans Aiblinger gehörte mit zur Runde „Für mich ist das die 40. Bergmesse auf dem Scharfreiter.“ Stefan Fadinger, Bürgermeister von Gaißach, gesellte sich dazu. Es gab Suppe, Würstl, Bier, Glühwein und Kuchen.

„Jetzt kann endlich Ruhe einkehren, auf dem Schafreiter“, sagte Paul Schenk, Vorsitzender des Alpenvereins Tölz. Die Pächter Margot Lickert und Michael Bubeck wollen die Tölzer Hütte noch eine Woche geöffnet lassen.

Sandra Freudenberg

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