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Gemeinsam errichteten rund 30 Mitglieder der Tölzer Alpenvereinssektion am Samstag das neue Gipfelkreuz. Die Bergmesse wird am 9. Oktober um 11 Uhr gefeiert

Auf dem Scharfreiter

Es ist geschafft: Neues Gipfelkreuz steht

Lenggries - Ende August hatte ein Unbekannter das Gipfelkreuz auf dem Scharfreiter (Schafreuter) zerstört, jetzt gibt es ein neues: In einer durchaus schweißtreibenden Aktion stellten rund 30 Mitglieder der Tölzer Alpenvereinssektion am Samstag das Kreuz auf.

Es war ein Schock, als Ende August ein Unbekannter das Kreuz mit einer Axt so stark beschädigte, dass es umgelegt werden musste. Es war bereits das dritte Kreuz im Landkreis, dass dem Hacker zum Opfer fiel. Doch schnell schmiedete die Tölzer Alpenvereinssektion einen Plan, um möglichst rasch Ersatz auf dem 2102 Meter hohen Gipfel auf der Landesgrenze von Tirol und Bayern zu schaffen.

Die ersten 900 Höhenmeter am Samstag sind leicht: Die beiden knapp 5 und 2,80 Meter langen Eichenbalken werden an der Kaiserhütte im Rißbachtal in die Materialseilbahn geladen. Von dort treten sie ihren drei Kilometer langen Weg zur Tölzer Hütte an. Die Alpenvereinsmitglieder machen sich in der Zwischenzeit zu Fuß auf den etwa zweieinhalb Stunden dauernden Aufstieg.

An der Hütte (1825 Meter) angekommen, ist Handarbeit gefragt: Mit Gurten werden die hölzernen Tragelatten an den Kreuzbalken befestigt. Der längere – er wiegt gut 100 Kilo – bekommt zusätzlich in der Mitte ein Rad untergeschoben. Acht Mann werden ihn gleich auf den knapp 300 Höhenmeter entfernten Gipfel schieben und tragen, drei weitere ziehen zusätzlich von vorne. Vier Mann sind für den etwa 70 Kilo schweren Querbalken nötig. AV-Wegewart Anton Glasl hobelt noch schnell die Kanten an den Latten ab, „damit sich keiner Blasen holt“, sagt er.

Dann geht’s los. Eine Frage muss aber noch geklärt werden: „Wer schafft an?“, fragt jemand. Die Antwort ist schnell gefunden: Hans Schwaiger. Der Gaißacher hat Erfahrung: Schließlich war er schon dabei, als 2003 das letzte Kreuz auf dem höchsten Berg im Landkreis aufgestellt wurde.

Steil geht es über Geröll, glatte Steinplatten und Felsen nach oben – und das trotz der Last ziemlich zügig. Hüttenwart Max Nichtl ist allerdings schon wieder auf dem Abstieg. „Blitzableiter vergessen“, sagt er. Ein paar Minuten später ist er mit dem Metallgestell zurück. „Was man nicht im Kopf hat...“, sagt er und macht sich zum zweiten Mal an den Aufstieg. Etwas weiter vorne ist der Zug ins Stocken geraten. Zwei Passagen unter dem Gipfel sind besonders steil. Zum Überwinden braucht man eigentlich Hände und Füße. Schwierig, wenn man dabei ein Kreuz tragen soll. Es wird geschoben, gezogen, gedrückt. Die Nachhut, die den Querbalken schleppt, ist ein Stück entfernt stehengeblieben. Zu groß ist die Gefahr, dass sich durch die Aktion weiter vorne ein Steinschlag löst.

Etwa eine Stunde nach dem Aufbruch an der Hütte sind beide Teile des Kreuzes auf dem Gipfel (2102 Meter). Dort bleibt keine Zeit zum Ausruhen. Ein paar kräftige Schläge mit dem Hammer – und die Holzstücke gleiten ineinander. Dann wird die edelweißverzierte Metallplatte des alten Kreuzes aufgeschraubt. Das sieht schön aus und sorgt für die Stabilität der Verbindung. Und jetzt wird es ernst. „Wartet, ruhig jetzt. Wer nicht hilft, geht auf die Seite“, sagt Hans Schwaiger. „Und die Rucksäcke müssen weg.“ Als alles vorbereitet ist, hebt ein halbes Dutzend Männer das Kreuz an, andere manövrieren das untere Ende in die Metallhalterung. „Und hoch, auf!“, gibt Schwaiger um punkt 12 Uhr das Kommando. Kurz danach ist alles erledigt. „Steh duat’s“, sagt der Gaißacher zufrieden. Während alles verschraubt wird, verpasst AV-Sektionschef Paul Schenk den Metallteilen noch einen wetterfesten Anstrich. Und nach einem kurzen Gebet verkündet Hanspeter Mair: „Jetzt gibt’s Brotzeit.“ Schenk macht derweil noch ein Foto des Kreuzes, um es später dem Tölzer Ehepaar Ingrid und Johann Dostthaler zu schicken. Die beiden hatten das Holz gespendet.

Ziemlich stolz ist an diesem Tag Simon Abeltshauser. Der 19-jährige Unterbuchner besucht die Zimmererklasse der Tölzer Berufsschule. Er und seine Kollegen haben das Kreuz gefertigt. „Ich bin überwältigt“, sagt er. Klar sei das Hochtragen anstrengend gewesen. „aber das tut man sich gerne auf.“ Begeistert ist auch Hanspeter Mair, der schon 2003 dabei half, das letzte Kreuz auf den Berg zu tragen. „Ich bin glücklich. Ja, ich bin glücklich“, bekräftigt er noch einmal. Dass heute so viele Menschen mit angepackt haben, „freut mich narrisch. Wir stehen im Isarwinkel zusammen. Das haben wir heute gezeigt“, sagt Mair – und bekommt spontan Applaus von den Umstehenden.

Ein neues Gipfelkreuz für den Scharfreiter

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