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Das metallene Kreuz auf dem Gamsjoch wurde 2005 von Unbekannten in die Tiefe geschleudert.

Auf Zwiesel, Gamsjoch und Kaltwasserkar

Schon vor 21 Jahren wurden Kreuze zerstört

Lenggries/Wackersberg - Drei Gipfelkreuze wurden in diesem Jahr von Unbekannten zerstört – am Wochenende wurde das Scharfreiter-Kreuz erneut angesägt. Es sind nicht die ersten Beschädigungen dieser Art in der Geschichte des Isarwinkels.

Es geschah in der Nacht auf den 25. Mai 1995. „Unbekannte Täter haben (...) die Gipfelkreuze auf dem Zwiesel und auf dem Stallauer Eck umgesägt“, berichtete damals der Tölzer Kurier. Weiter heißt es, dass ein Wanderer, der Mittwoch spätabends auf dem Zwiesel unterwegs war, die Beschädigung als Erster bei der damals zuständigen Polizei Weilheim meldete. Auch vom Tal aus bemerkten einige Passanten das Fehlen des Kreuzes.

Es war bereits das 15. Kreuz, das seit Anfang April 1995 beschädigt worden war. Zumeist waren es allerdings Feldkreuze gewesen, die in Bichl und Münsing-Degerndorf und außerdem in den Landkreisen Starnberg, Freising, Weilheim, Fürstenfeldbruck, Miesbach, Dachau sowie Ebersberg den Unbekannten zum Opfer fielen.

Jedes Mal wurden vor Ort Flugblätter einer kurdischen Hilfsorganisation gefunden. Allerdings sei es schwer, diese Flugblätter einzuordnen, wie der damals ermittelnde Kriminalhauptkommissar Hermann Ego dem Tölzer Kurier sagte: „Noch wissen wir nicht, ob dieses Propaganda-Material wirklich dazu dienen soll, auf das Schicksal der Kurden in Deutschland aufmerksam zu machen. Möglicherweise will auch jemand aus dem entgegengesetzten Lager diese Organisation in Verruf bringen.“ Die Polizei setzte eine Belohnung von 1000 D-Mark für Hinweise aus – auch, da sie vermutete, dass es weitere Fälle dieser Art geben werde. Aber es geschah nichts: In den nächsten Jahren wurden keine weiteren Gipfelkreuze abgesägt. Auch zu den Tätern fehlte jede Spur.

Erst 2005 gab es wieder einen Vorfall. Unbekannte machten sich am Wochenende des 16./17. Juli an den Kreuzen am Gamsjoch und am Kaltwasserkar zu schaffen. Das Gamsjoch-Kreuz wurde aus der Verankerung gerissen und 500 Meter in die Tiefe geschleudert. „Über die Westseite, in ein Kar“, erinnert sich Polizist Markus Landthaler an Erzählungen. Am Kaltwasserkar wurden die Reste zunächst nicht gefunden. Das Besondere bei diesen beiden Fällen war, dass die beiden Berge nicht leicht zu begehen sind. Das Gamsjoch ist fast 2500 Meter hoch, es müssen über 1200 Höhenmeter überwunden werden, um zum Gipfel zu gelangen. Noch schwieriger ist es beim Kaltwasserkar. Dort gibt es etliche anspruchsvolle Kletterpassagen. Laut Schätzungen stehen jährlich nicht mehr als 20 bis 30 Personen auf dem Gipfel. „Das müssen geplante Aktionen gewesen sein“, sagte Margit Kofler 2005 gegenüber dem Tölzer Kurier. Die damalige Eng-Wirtin hatte das Kreuz auf dem Gamsjoch einst gestiftet.

Über die Motive konnte stets nur spekuliert werden: Waren 1995 die Flugblätter die einzigen Indizien, so tappte die Polizei 2005 völlig im Dunklen. „Das sind sehr ungewöhnliche Fälle“, sagte damals ein Polizeisprecher aus Achenkirch.

Eines haben laut Polizist Markus Landthaler alle Täter gemeinsam: „Es sind Feiglinge – wenn da einer danebenstehen würde, würden sie es sich nicht trauen.“ Fassungslos zeigten sich stets die Leser des Tölzer Kurier: „Man fragt sich, was das für Menschen sind, die so etwas tun“, schrieb der damalige Landrat Otmar Huber 1995 in einem Brief. „Von der Ethik des Bergsteigens habt ihr euch klar ausgegrenzt und seid in Richtung Terror und Sabotage abgerutscht“, schrieb Christl Oefele 2005 an die unbekannten Täter. Diese wurden nie ermittelt.

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