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Jessica Leslie Joy Reiche (2. v. re.) hat den Verein gegründet.

Schulprojekt in Kenia: Lernen fürs Leben

Lenggries - An dieser Schule sollen Kinder nicht nur gerne lernen, sondern sich auch wohlfühlen. Jessica Leslie Joy Reiche aus Lenggries will mit ihrem Verein die erste ökologische Schule in Kenia bauen.

„Mahenzo goes green“ ist der Titel des neuen Projekts von Jessica Leslie Joy Reiche (27). Sie ist die Gründerin des gemeinnützigen Vereins „Pendo Kenia“ mit Sitz in Lenggries. Bei „Pendo Kenia“ – auf Suaheli bedeutet pendo Liebe – liegt der Fokus auf den Kindern. Mit ihrem neuen Projekt möchte Reiche mit ihrer Partnerorganisation vor Ort die erste Öko-Schule in Kenia erbauen. Ihr begeistertes Engagement geht auf ihren kenianischen Vater Henry Ndurya zurück, der 2003 die Organisation „Forum for Orphans Malindi“ (Forum für Waisen) gegründet hat und seitdem 20 Schulen errichten ließ. Das einzigartige an dem neuen Projekt ist, dass die Themen Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit die Hauptkriterien sind.

„Im Januar wollen wir starten“, sagt Jessica Reiche. Noch besuchen 120 Schüler im Alter von drei bis zehn Jahren die Schule, aufgeteilt in drei Klassen, mit vier Lehrern. Acht Klassenzimmer sollen an die jetzige Schule, die bereits seit elf Jahren besteht, angebaut werden. „Dann haben 450 Schüler einen Platz zum Lernen“, sagt Reiche. Die Schule soll aber mehr als das bieten: „Es ist uns wichtig, dass wir nicht nur benachteiligten Kindern eine schulische Ausbildung ermöglichen, sondern ihnen auch einen Ort der Perspektiven geben“, sagt Reiche. Die Idee dazu kam ihr und ihrem Partner Alan Rukundo beim letzten Besuch in Kenia.

Schreiben und lesen lernen Kinder in Kenia in dieser Schule des Vereins „Pendo Kenia“. Er plant nun die erste Öko-Schule. Der Sitz des Vereins ist Lenggries.

Beim Bau der Schule setzt die Organisation stark auf Nachhaltigkeit. Verwendet werden nur Materialien, die es vor Ort gibt. So entstehen keine Lieferkosten. Beispielsweise werden leere Zementsäcke mit Erde und Sand befüllt, verschlossen und zu einer Wand aufgeschichtet. „So können insgesamt 55 Prozent der herkömmlichen Baukosten eingespart werden“, sagt Reiche. Tatkräftig mitanpacken werden neben einer Baufirma aus England und der Hilfsorganisation auch die Eltern der Schüler. „Und der Staat hat uns zugesichert, dass es nach dem Aufbau der Schule bezahlte Lehrkräfte geben wird“, so Reiche.

Direkt neben der Schule liegt eine Permakultur-Farm, auf der Früchte, Gemüse, Kräuter und Bäume angebaut werden. Von dort aus werden die Kinder das ganze Jahr über mit Frühstück und Mittagessen versorgt. Helfen beim Arbeiten auf der Farm werden ebenfalls die Eltern. Die Mütter sind zudem auch für das Kochen des Mittagessens in der Schule zuständig.

Den Überschuss der Waren – beispielsweise wird auf der Farm Ziegenkäse hergestellt – verkaufen die Helfer auf dem Markt. Von den Einnahmen können sie dann weitere Nahrungsmittel wie Reis kaufen. Generell soll mit den Ressourcen sparsam umgegangen werden: So wird beispielsweise das Regenwasser gesammelt und zum Duschen sowie Abwaschen verwendet.

Organisiert wird auch die Mülltrennung. Die Einwohner sollen hierbei das Sortieren des Abfalls lernen. Bisher gibt es keine Müllabfuhr, die Bewohner verbrennen den Unrat. Das soll sich ändern: Die Regierung habe zugesichert, so Reiche, dass es künftig eine kostenlose Müllabfuhr geben soll. Zusätzlich wird den Familien gezeigt, wie sie ihren Müll recyceln können.

Ziel dieses Projekts ist es, westliche Methoden zu vermitteln. Dazu werden vor Ort von der Partnerorganisation für die Einheimischen Workshops angeboten, zum Beispiel zu den Themen Gesundheit, Nachhaltigkeit, Umwelt und vieles mehr. Es sei wichtig, das Wissen langfristig zu vermitteln. Nur so könne ein Weg aus der Armut gelingen.

Da das Projekt insgesamt 80 000 Euro kostet, ist die Organisation laut Reiche noch auf Spenden angewiesen.

Nähere Informationen: www.betterplace.org/de/projects/46658-mahenzo-goes-green

Mona Scharnowske

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