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Bei dem schweren Unfall auf der B 13 bei Hohenwiesen waren vier Menschen verletzt worden, einer davon lebensgefährlich. Foto: 

Sekundenschlaf und 1,5 Promille

Lenggries/Wolfratshausen - Zwei Schwerverletzte, zwei Leichtverletzte und 50 000 Sachschaden: Das war die Bilanz eines Verkehrsunfalls, der sich am 20. Februar auf der B 13 bei Hohenwiesen ereignet hatte. Nun stand der Unfallverursacher vor Gericht.

Der Vorwurf lautete fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässige Körperverletzung in drei Fällen. Das Amtsgericht verurteilte den 38-jährigen Lenggrieser zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der Angeklagte war an jenem Morgen gegen 6.40 Uhr auf dem Rückweg von seiner Arbeitsstätte am Tegernsee nach Lenggries, als er am Steuer seines Skodas in einen Sekundenschlaf fiel – mit mindestens 1,5 Promille Alkohol im Blut. Den Abend über habe er während Zigarettenpausen „immer wieder mal kleine Schlucke Alkohol getrunken“, räumte der in der Gastronomie tätige Beschuldigte vor Gericht ein. „Dass sich das zu so einem Wert aufbaut, hatte ich nicht gedacht. Ich habe die Situation unterschätzt.“

Als er kurz einnickte, touchierte er in einer Kurve die linke Fahrzeugfront des entgegenkommenden BMW eines 72-jährigen Emmeringers. Der BMW krachte gegen eine Felswand und schleuderte auf die Fahrbahn zurück. Dort stieß der Skoda frontal mit einem weiteren BMW zusammen. Dessen Fahrer, ein 44 Jahre alter Tölzer, erlitt zahlreiche Knochenbrüche und lebensgefährliche innere Verletzungen. Er ist noch nicht wieder vollends genesen, benötigt noch immer Reha-Maßnahmen. Seine Ehefrau (40) lag nach dem Unfall eine Woche im Krankenhaus.

Glück im Unglück hatte der Emmeringer. Er kam mit einem Schleudertrauma davon. „Ich bin froh, dass ich nahezu unverletzt aus dem Auto gekommen bin. Der 20. Februar war mein zweiter Geburtstag“, sagte der 72-Jährige, der damals mit einem Freund zum Skifahren ins Zillertal wollte, als Zeuge vor Gericht.

Ein Sachverständiger für Straßenverkehrsunfälle, der „das kleine Schlachtfeld“ (O-Ton Polizei) begutachtet hatte, stellte fest, dass auf der feuchten, aber nicht gefrorenen Straße „keiner zu schnell gefahren ist, alle fuhren mit 60 bis 70 Stundenkilometern“. Ausschließlich der Sekundenschlaf und der Alkoholpegel des Angeklagten waren ursächlich für den schweren Crash. Der Lenggrieser – er selbst kam mit einer gebrochenen Hand davon – teilte mit, er habe sich gleich nach dem Unfall für sechs Wochen in eine psychiatrische Klinik begeben, sich danach einer Langzeittherapie unterzogen („ich habe jeden Tag mit dem Geschehen zu kämpfen“) und seit jenem Tag keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken.

Schon 2014 war der Mann wegen einer Trunkenheitsfahrt mit rund 1,4 Promille zu einer Geldstrafe verurteilt worden. „Das hat ihn nicht zur Besinnung gebracht“, hielt Richter Helmut Berger dem Angeklagten vor, nachdem er ihn nun zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt hatte. Der Führerschein, der ihm schon im Februar abgenommen worden war, bleibt für weitere 15 Monate eingezogen.

Rudi Stallein

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