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Mensch und Skulptur: Die Figuren von Andreas Kuhnlein stehen wie weitere Besucher im Raum.

Im Pfarrheim

Lenggrieser Kunstwoche: Spielräume der Kreativität

Lenggies - Laut Schirmherr und Bürgermeister Werner Weindl ist die Lenggrieser Kunstwoche eine "über die Gemeindegrenzen hinaus viel beachtete Veranstaltung". Zu Recht, wie sich jetzt bei der Eröffnung zeigte. 

Um ein Thema für die Jahresausstellung zu finden, gebe es oft heiße Debatten innerhalb des Vereins, so verrät Künstlervereinigungsvorsitzender Günter Unbescheid. Gegen Ende des Kalenderjahres nähert sich dieser kreative Prozess dem Ende, und man fixiert ein Thema. Heuer haben sich die Künstler auf den Begriff „Spielräume“ geeinigt. Bei der Vernissage zur 14. Lenggrieser Kunstwoche am Freitag konnten die Besucher entdecken, welch vielfältige Interpretationen darin stecken.

„Es ist ein offenes und modernes Thema, dem man sich auch über seine einzelnen Bestandteile nähern kann: „Spiel und Raum“, sagte Unbescheid zur Begrüßung der Lenggrieser Kunst- und Kulturprominenz im großen Galerieraum des katholischen Pfarrheims. Neben den Mitgliedern sind auch wieder etliche Gastkünstler tätig geworden: Der Bildhauer Andreas Kuhnlein mit seinen imposanten Holzskulpturen, Michaela Mara aus dem Salzburger Land, die in ihren Werken „die Schönheit in den vielen Schichten, Strukturen und der Patina des Abgelebten entdeckt“, der Lenggrieser Paul Schwarzenberger mit klugen und witzigen politischen Collagen und Erwin Wiegerling, Künstler mit Atelier in Gaißach, der sich mit seiner Installation „Salve a tutti“ auf aktuelles Zeitgeschehen bezieht: Ein afrikanischer Einbaum vor einem Glaskasten mit Fotowand und Leuchtschrift.

Bürgermeister Werner Weindl, für den es immer wieder „eine Ehre“ ist, als Schirmherr für die Kunstwoche zu fungieren, lobte das Engagement der Künstlervereinigung. Die Kunstwoche habe sich im Laufe der Jahre zu einer viel beachteten Veranstaltung entwickelt, die über die Gemeindegrenzen hinaus Aufmerksamkeit erfahre. „Und jedes Jahr, wenn ich hierher komme, ist wieder alles ganz anders.“ Dabei spielte er auf die diesjährige offene Raumgestaltung an, in der die Figuren „Schein und Sein“ von Andreas Kuhnlein wie weitere Besucher standen. Auf der Bühne zu sehen: Ein Käfig aus Stahlstäben, in dem ein Gorilla auf einen Menschen blickt, der wiederum den Gorilla betrachtet. „Spielraum“ eben, dessen Rahmen mitunter ganz eng gesteckt ist. Doch auch die Mitglieder der Künstlervereinigung zeigten, wie individuell die Interpretation des Themas, also quasi die Freiheit des Denkens und der Kreativität, ist. Die Künstler gingen ganz unterschiedlich in medias res und offenbarten mit ihren Werken Schaffensprozesse, die so persönlich sind, wie ein Fingerabdruck. Fotos und Fotocollagen von Heidi Gohde, Günter Unbescheid und Klas Stöver oder abertausend Spielwürfel in einen Rahmen zusammengefasst, die Grenzen von Einzelelement und Gesamtobjekt verwischend von Gabriele Pöhlmann. Bilder vom menschlichen Gehirn, abstrakt wie ein Baum, von Jürgen Dreistein und eher spielerische Motive von Sophie Frey. Ursula-Maren Fitz verpackt in ihrer „interaktiven Installation“ Objekte wie Geschenke und setzt sie in Holzkistchen, und Ecki Kober präsentierte seine roten Bilder diesmal als „Tryptichon 3Klang: hoffen, lieben leiden“. Hier geht es um den oft nur nuancierten Wechsel von Licht und Schatten, der, manchmal kaum wahrnehmbar, Lebensrhythmen darstellt.

Bis 3. Oktober ist Montag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. „Midissage mit Performance“ ist am Donnerstag, 29. September, um 19 Uhr.

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