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Damals und heute: Die Aufnahme von Alt-Fall machte der Arzbacher Hobbyfotograf Michael Leichtl (1928-1970) im Oktober 1957. Etwa zur selben Zeit begann die Umsiedlung der Bewohner. Das Foto rechts ist in etwa von derselben Stelle aus aufgenommen und zeigt die Fundamente des versunkenen Dorfs, die derzeit wieder zu sehen sind.

Sylvenstein

Noch einige Wochen freie Sicht auf Alt-Fall

Lenggries - Für Ausflügler ist es eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art, für das Wasserwirtschaftsamt eine technische Herausforderung: Für Bauarbeiten am See-Ablauf ist der Pegel des Sylvensteinspeichers seit Wochen auf ein Minimalniveau abgesenkt. Dieser Ausnahmezustand hält noch eine Weile an. 

Der abgesenkte Sylvensteinsee ist nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel. Wer die zum Vorschein gekommenenGrundmauern des einst gefluteten Dorfs Fall in Augenschein nehmen will, hat dafür noch einige Wochen Zeit. Denn bis etwa Ende Februar ist das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim noch mit Bauarbeiten am See beschäftigt und wird den Pegel zu diesem Zweck auf dem jetzigen tiefen Stand belassen. Bis der Sylvensteinsee wieder auf sein normales Niveau vollläuft, wird es vermutlich sogar bis zum Frühjahr dauern.

Sinn und Zweck der Pegelabsenkung war wie berichtet, dem WWA den Einbau eines neuen Revisionsschützes zu ermöglichen. Dabei handelt es sich um eine viermal fünf Meter große Stahlplatte, die den Grundauslassstollen – den Ablauf – des Speichers verschließen kann. Das wird nötig, wenn im Stollen eine Revision oder Reparaturen anstehen.

Vereinfacht ausgedrückt ist das Schütz so etwas wie ein überdimensionaler Badewannen-Stöpsel. In einer mehrstündigen Aktion haben Spezialisten die tonnenschwere Tafel mit Hilfe von zwei Autokränen an ihrem Bestimmungsort platziert. Was jetzt noch aussteht, ist der Einbau von Rollen mit einem Seil, über das sich das Revisionsschütz bewegen lässt – vergleichbar mit einem Rollladen. „Technisch ist das relativ schwierig“, sagt Tobias Lang, der beim WWA für den Sylvensteinspeicher zuständig ist.

Nach der Platzierung des Revisionsschützes sei man etwa bis Weihnachten mit der Vermessung der Geländekontur beschäftigt gewesen. „Der Hang ist nämlich alles andere als gleichmäßig geneigt.“ Danach musste die genaue Trasse für den „Rollladen“ geplant werden, die von einem Ankerpunkt neben der B 307 bis zum Zielpunkt Revisionsschütz führt. Auf dieser Strecke müssen nun Rohre verlegt werden: eines für die mehrere Tonnen schweren Zugseile – „sie haben in etwa einen Durchmesser wie ein Unterarm“, so Lang – und eines für die Belüftung. „Die ist nötig, weil sonst der Wasserdruck zu hoch wäre, um das Revisionsschütz zu schließen.“ Auf dem Weg hinunter zu der Stahlplatte müssen die Rohre auch eine Felsnase durchqueren. „Dazu wird eine Schrägbohrung notwendig sein“, sagt Lang.

Sobald das Seil auf der Rolle liege, werde das WWA wieder mit dem Aufstau des Sylvensteinspeichers beginnen. „Das dauert bestimmt noch vier bis sechs Wochen.“ Wann und wie schnell der See sich danach wieder mit Wasser füllt, das überlässt das WWA der Natur, genauer gesagt der Schneeschmelze. Dass es diesen Winter lange kaum Schnee gab, beunruhigte Lang dabei nicht. „Irgendwann kommt der Schnee jedes Jahr, und wenn’s erst um Ostern herum ist.“ Eine Wetterkonstellation, die in diesem Fall unglücklich wäre, habe es in den vergangenen Jahren eigentlich nur einmal gegeben: „als der Föhnwind trockene Luft über die Schneeflächen geblasen hat und der Schnee dadurch verdampft ist“.

Aktuell sei es so, dass das Wasser, das in den See hineinläuft, in gleicher Menge wieder isarabwärts abgegeben werde. „Die Isar hat kein Wasser-Defizit“, versichert Lang. „Wir liegen deutlich über der minimalen Wassermenge.“

Andreas Steppan

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