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Bei einem Workshop im April hatten Bürger ihre Ideen für Lenggries auf ein großes Luftbild geklebt. Die Vorschläge sind nun in den Entwurf des Ortsentwicklungskonzepts eingeflossen. Foto: va/Archiv

Wie verändert sich der Ort?

Viele Ideen für Lenggries

Lenggries - Der Entwurf für die neue Ortsentwicklungsstudie in Lenggries liegt vor und soll demnächst den Bürgern vorgestellt werden.

Die Resonanz war richtig gut, als die Gemeinde im April zu einer Infoveranstaltung zur Ortsentwicklung eingeladen hatte. Nach den Vorträgen verschiedener Planungsbüros brachten die zahlreich erschienenen Bürger ihre Ideen ein. Zettel mit Vorschlägen, was sich in Lenggries entwickeln soll, wurden auf eine große Karte geklebt. Der Wunsch nach einer Sauna war dort ebenso abzulesen wie nach einer Einbahnstraßenregelung in der Marktstraße. Was aber ist ein halbes Jahr später aus all diesen Ideen geworden?

„Die Vorschläge sollen natürlich nicht verloren gehen“, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage. Vielmehr wurden sie von den Planern in den Entwurf des Ortsentwicklungskonzepts eingearbeitet. Zumindest die meisten. Denn der Wunsch nach einem Biergarten sei zwar nachvollziehbar, aber vielleicht nicht für das Konzept geeignet, sagt Weindl lachend.

Seit vergangener Woche liegt der Entwurf vor. „Den wollen wir jetzt noch einmal den Bürgern vorstellen.“ Einen konkreten Termin gebe es noch nicht. „Wir wollen das aber schon dieses Jahr über die Bühne bringen.“ Erst danach wird der Gemeinderat über die verschiedenen Punkte im Konzept diskutieren und abwägen, welche Projekte drinbleiben und welche nicht.

Nötig ist der ganze Aufwand, um nicht aus dem Städtebauförderungsprogramm zu fallen. Von diesem profitiert die Kommune seit über 20 Jahren. Zahlreiche Projekte konnten durch diese Co-Finanzierung verwirklicht werden. Dazu zählen die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes, die Umwandlung der Post in die Gemeindebücherei, der Umbau der alten Sparkasse zu Gäste-Info, Archiv und Museum, aber auch die barrierefreie Gestaltung des Alpenfestsaals und der Bau der öffentlichen Toilette auf der Späthwiese. „Mit Blick auf die geplante Umgestaltung des ehemaligen Hotels Post könnte uns das Programm ebenfalls was bringen“, sagt Weindl.

Tempo 20 in der Marktstraße? Parkdeck am Tengelmann?

Voraussetzung, um im Förderprogramm zu bleiben, ist die Entwicklung eines neuen Konzepts. Neu ist dabei der integrierte Ansatz der Städtebauförderung. Das heißt, es geht nicht mehr allein um die Gestaltung von Plätzen oder um die Sanierung von Gebäuden, sondern auch um das Einbeziehen anderer Bereiche wie Verkehr, Nahversorgung oder Landschaft und Freiraumgestaltung.

Mit Blick auf die Fülle der Themen kümmert sich ein ganzes Planerteam um das neue Ortsentwicklungskonzept. Auch sie präsentieren im April eine ganze Reihe von Ideen. Die reichten von Tempo 20 in der Marktstraße über die Gestaltung des Kirchplatzes und den Bau eines Parkdecks am Tengelmann bis hin zur Etablierung eines Wochenmarkts.

Was es davon dann wirklich ins Konzept schafft, entscheidet der Gemeinderat. „Eigentlich sollte das heuer noch abgeschlossen werden. Mal schauen, ob wir das schaffen“, so Weindl. Klar ist aber auch, dass nicht alle Ideen sofort umgesetzt werden. „Es gibt zwar keinen festgelegten Zeitraum. Aber ich gehe schon von 15 bis 20 Jahren aus.“

Dass sich bei der ersten Infoveranstaltung so viele Lenggrieser in den Prozess eingebracht haben, freut den Rathauschef. „Wir hatten vorher schon Zweifel, wie viele Leute kommen und waren auch gespannt, ob die Informationsinseln nach den Vorträgen angenommen werden.“ Dass die Bürger sofort mitgearbeitet hätten, „war schon toll“, so Weindl. Auf eine ähnliche Resonanz hoffe er nun natürlich auch bei der Vorstellung des Konzepts.

Und welche Ortsentwicklung erhofft sich der Rathauschef selbst für die kommenden Jahre? Auf diese Frage nennt Weindl einige Stichpunkte: „gute wirtschaftliche Strukturen, bedarfsgerechte Infrastruktur, generationengerechte Einrichtungen und ein ansprechendes Ortsbild“. Vermieden werden müsste jedenfalls jegliche Entwicklung, die die Strukturen im Ortskern schwäche. Stichwort: Ansiedlung großer Märkte auf der grünen Wiese. „Das führt wiederum zu Leerstand in der Ortsmitte und dazu, das Gebäude vielleicht nicht mehr so gepflegt werden.“ Generell sei die Ortsentwicklung ein „essenzielles Thema für jeden Gemeinderat.“

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