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Der Gipfel des Grasleitensteins. An der Westseite des Bergs stürzte am Sonntagabend ein Wanderer ab.

Am Grasleitenstein

Wanderer stürzt 150 Meter ab – Rettung bei Nacht und Regen

Lenggries - Bei strömendem Regen und in der Dunkelheit hat die Bergwacht am späten Sonntagabend einen verunglückten Wanderer gerettet. Der 56-Jährige war zuvor von einem Steig am Grasleitenstein 150 Meter in die Tiefe gefallen.

Wie Christoph Brenninger, Bereitschaftsleiter der Lenggrieser Bergwacht, berichtet, ereignete sich der Unfall zwischen 19 und 19.15 Uhr. Eine Gruppe von drei Wanderern war auf der Westseite des Grasleitensteins auf dem Weg in Richtung Tal. Der 56-Jährige, der als erster in der Reihe ging, muss gestolpert oder ausgerutscht sein. Jedenfalls verlor er den Halt und schlitterte neben den Steig 150 Meter einen steilen Abhang hinunter, bis er in dem unwegsamen Gelände zum Liegen kam. Ein ungünstiger Umstand: Keiner der drei hatte ein Handy dabei, um einen Notruf abzusetzen.

Während eine Begleiterin des abgestürzten Berggängers über den felsigen, mit etwas Lanergras bewachsenen Hang zu ihm hinunterkletterte, machte sich der Dritte im Bunde auf zur Lenggrieser Hütte. Von dort konnte er dann um zirka 20.15 Uhr einen Notruf absetzen.

Die Bergwachten Lenggries und Bad Tölz machten sich laut Brenninger mit 15 Mann auf die Suche. Die gestaltete sich aber alles andere als einfach. Denn niemand konnte den Weg zur Unfallstelle genau beschreiben. Außerdem war die Nacht hereingebrochen, und es hatte stark zu regnen begonnen. Mittlerweile war auch ein weiterer Wanderer, der vorbeigekommen war, zu dem Verunglückten hinabgestiegen. Mit ihm hatte die Bergwacht auch Handykontakt. Sein Mobiltelefon hatte jedoch keine GPS-Funktion, über die die Retter ihn hätten finden können.

Es war ungefähr 22 Uhr, bis die Einsatzkräfte den Verletzten und die beiden anderen Wanderer entdeckt hatten – mit Hilfe von Rufen, Lichtsignalen „und Glück“, so Brenninger.

Es folgte eine laut dem Einsatzleiter aufwändige Rettungsaktion. Die Bergretter seilten den 56-Jährigen im Bergesack über steiles Wald- und Wiesengelände 300 Meter hinunter bis zum nächsten Weg und transportierte ihn dann zum Lenggrieser Sportplatz. Zudem seilte die Berwacht auch die durchnässte Begleiterin und den dazugekommenen Wanderer ab. Die Feuerwehr Lenggries half bei all dem beim Ausleuchten.

Vom Sportplatz transportierte der Hubschrauber „Christoph München“ den Mann ins Klinikum Großhadern. Laut Brenninger war er beim Eintreffen der Bergwacht ansprechbar gewesen, hatte aber offenbar multiple schwere Verletzungen davongetragen. Bis die Berwacht ihren Einsatz abgeschlossen hatte, war es 1.30 Uhr.

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