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Die Wegscheider Musikanten bei einem Hoagart in einer Isarwinkler Gaststätte (v. li.): Josef Riesch (Graber Sepp), Josef Gerg (Jackler Sepp), Benedikt Trischberger (Grei Diktl) und Hans Kraus. 

Wegscheider Musikanten: Erinnerungen an ein legendäres Quartett

Wegscheid - Sie haben zusammen ein großes Stück Zithergeschichte geschrieben. Bereits vor über einem Vierteljahrhundert ist der letzte des Quartetts gestorben – und noch immer sind sie vielen jungen Volksmusikanten ein großes Vorbild: Die Wegscheider Musikanten.

Ob im Isarwinkel oder Werdenfels, im Münchner Unterland oder im Chiemgau – eine Zithermusik-Gruppe unserer Tage, die etwas auf sich hält, hat einen Landler oder eine Polka der „Weschauer“ im Repertoire.

Die Zitherspieler Hans Kraus, Josef Gerg und Josef Riesch haben zusammen mit Benedikt Trischberger (Kontragitarre) über 50 Jahre lang auf den Bühnen und in den Wirtsstuben den Ton angegeben. „Sie waren ein legendäres Quartett“, schreibt Roman Messerer. Der Vorsitzende des Bairisch-Alpenländischen Vereins würdigt die Wegscheider Musikanten in der Zeitschrift „Musik und Tradition“. „Hört man sich die Aufnahmen an, fühlt man sofort diese wohltuende Behaglichkeit, welche die echte bodenständige Volksmusik ausstrahlt“, so Messerer.

Der Verein hat zusammen mit dem Deutschen Zithermusik-Bund zu einem Seminar nach Wegscheid eingeladen. Die rund 40 Teilnehmer befassen sich mit erstrangigen Referenten mit dem Thema „90 Jahre Wegscheider Musikanten“. Bei der Gründung der Wegscheider Feuerwehr im Jahr 1926 hatten Hans Kraus, Josef Riesch und Benedikt Trischberger nämlich ihren ersten Auftritt. Später kam dann noch Josef Gerg hinzu. 1976 hat das Quartett sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festabend im Alpenfestsaal gefeiert. Daran und an einige der vielen Auftritte soll das Seminar in der Wegscheider Schule erinnern.

Dazu haben die Veranstalter Angehörige wie Benedikt Trischberger (75) eingeladen, dessen 1987 gestorbener Vater die Kontragitarre spielte. Die holt der Gaißacher für das Seminar aus dem Schrank hervor und will sie den Seminar-Teilnehmern ebenso wie die Orginal-Zithern zeigen. „Ganz bestimmt werden wir auch ein paar Stückl spielen“, sagt Trischberger. Er selbst hat schon mit zehn Jahren das Zitherspiel beim „Graber Sepp“ gelernt. Noch heute spielt Trischberger zusammen mit dem „Gaißacher Zitherklang“ Wegscheider Stücke.

Die Musik-Pädagogin Petra Hamberger beschäftigt sich in einem Forschungsprojekt des Bezirks Oberbayern seit Jahren mit den Wegscheider Musikanten. Die 200-seitige Dokumentation ist kurz vor der Veröffentlichung. Exklusiv für das Seminar ist ein Vordruck mit 15 ausgewählten Stücken der Wegscheider Musikanten erschienen. Im Zuge von Hambergers Nachforschungen ist noch ein Protokollbuch des Zitherclubs Lenggries mit Notenmaterial zum Vorschein gekommen. Es ist laut Archivarin Manuela Strunz im Lenggrieser Heimatmuseum einzusehen.

Zum Abschluss des Zitherseminars findet am Sonntag, 16. Oktober, ab 15 Uhr im Gasthaus Pfaffensteffl in Wegscheid ein öffentliches Vorspiel der Teilnehmer statt. Dazu sind alle Volksmusikfreunde eingeladen.

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