Familienbetrieb: Auf die Unterstützung von ihrem Mann Stefan (re.) und Tochter Nina kann sich Sabine Pfister (Mi.) immer verlassen. Das Bild entstand nach dem Auftritt von Kabarettist Martin Frank. Foto: privat

Zehn Jahre KKK in Lenggries

„Wir wollen uns das Besondere erhalten"

Lenggries - Die Kleinkunstbühne KKK feiert am 28. Oktober zehnjähriges Bestehen in Lenggries. Betreiberin Sabine Pfister hat viele Höhen und Tiefen erlebt und ist heute stolz darauf, etwas Einzigartiges geschaffen zu haben.

Gerhard Polt, Otti Fischer, Django Asül, Helmut Schleich, Luise Kinseher, Simone Solga und Martina Eisenreich: Diese Künstler füllen eigentlich große Säle, doch bei Sabine Pfister nahmen sie Platz auf einer drei Quadratmeter großen Bühne, vis-á-vis 90 Zuschauern. Knie an Knie mit dem Künstler ist keine Seltenheit. „Gerhard Polt mag genau so ein Ambiente“, sagt Pfister.

Veranstalterin zu werden, hatte sie eigentlich überhaupt nicht geplant, als Pfister vor 14 Jahren mit Mann und Tochter nach Lenggries zog. Zuerst wollte sie in dem kleinen Ladenlokal an der Marktstraße nur eine Möglichkeit bieten, Keramik selbst zu bemalen, und dabei einen Kaffee zu trinken. Daher stammt übrigens auch die Abkürzung KKK. Die Buchstaben standen früher für „Keramik, Kunst und Kleckserei“ und wurden vor einigen Jahren in „Kleinkunst und Kultur“ umgewandelt.

„Künstler habe ich früher nicht gekannt, und auch mein Wissen über sie war eher gering“, sagt die 44-Jährige lächelnd. Doch weil es sich angeboten habe, auf dem Podest unterm Fenster „auch mal was zu veranstalten, habe ich einfach mal bei Sigi Zimmerschied angerufen. Außer ihm und Polt waren mir nicht viele Kabarettisten ein Begriff.“ Völlig überrumpelt habe sie reagiert, erinnert sich Pfister lächelnd, als Zimmerschied sich nach Ton- und Lichttechnik erkundigte.

Zimmerschied kam tatsächlich, und vieles wurde für ihn improvisiert. Der Abend war ein Erfolg, ebenso ein Auftritt von Kräuterexpertin Eva Aschenbrenner, zu dem viele Frauen aus der Region kamen. Von da an kannte man das KKK an der Marktstraße – die kleine Bühne mit Charme, bei der man den Flammkuchen auf den Knien serviert bekam und in der Pause Schlange vor der einzigen Toilette stand. Nicht selten stellten sich auch die Künstler brav an.

Pfister wagte es auch, wenig bekannte Künstler einzuladen, damals etwa Claudia Koreck und Claus von Wagner. Und natürlich gibt es so manche Anekdote zu erzählen, etwa, als Ecco Meineke in das falsche BOB-Zugteil gestiegen war und kurz vor dem Auftritt noch in Gmund abgeholt werden musste. Werner Schmidbauer, Martin Kälberer und Pippo Pollina haben Pfister in einem Song auf ihrer „Süden“-Tournee verewigt. In dem Lied erwähnen sie Lenggries.

Nach zwei Umzügen ist das KKK nun im Creaktivum des Arabella-Brauneck-Hotels untergekommen. Ein Traumjob ist Konzertorganisation nicht. Sabine Pfister arbeitet noch in einem Büro, denn für den Lebensunterhalt reicht das KKK nicht. Dabei ist der Aufwand ziemlich groß. Am Veranstaltungstag sind sie und ihr Mann meist ab 15 Uhr mit dem Aufbau beschäftigt, und auch das Aufräumen danach darf man nicht unterschätzen. Die Pfisters schneiden die Tickets selbst, pflegen Homepage und Newsletter alleine. In den Eintrittspreisen sind Gagen für die Künstler, deren Verpflegung, Gema-Gebühren und Künstlersozialkasse enthalten. Und manchmal, wenn bei unbekannten Künstlern nur acht Gäste kommen, bleibt Pfister auf Kosten sitzen.

„In München ist man bereit, wesentlich mehr Eintritt zu zahlen“, sagt Pfister. Ausgaben für Benzin, Parkhaus und Essengehen kämen „selbstverständlich“ noch hinzu. „Auf dem Land kalkuliert man beim Weggehen anders.“ Und noch etwas ist ihr aufgefallen: Im städtischen Bereich gibt es mehr Singles, die abends spontan weggehen. Auf dem Land seien die 30- bis 50-Jährigen abends häufig mit der Familie beschäftigt. „Da kommen weniger Ehepaare.“

Neue Künstler bekannt zu machen, sei zudem eine schwierige Aufgabe. Die Motivation, jemanden zu sehen, den man noch nicht kenne, sei vor allem im Musik-Bereich nicht besonders groß. Bei Kabarett und Comedy sei das leichter. Pfister erhält viele E-Mails von Künstlern, die im KKK auftreten wollen. „Ich schaue mir jeden genau an und sortiere knallhart aus.“ Das KKK soll keine Durchlaufstation werden. „Wir wollen uns das Besondere, das wir geworden sind, auch erhalten.“

Feier am 28. Oktober

Das Zehnjährige wird am Freitag, 28. Oktober, mit einer Party gefeiert. Sie findet um 19 Uhr im Creaktivum (ganzes Areal) am Brauneck-Hotel statt. Das Trio „Ciao Weiß-Blau“ stellt eine neue CD vor. Zudem gibt es eine Bilder-Schau zu 10 Jahre KKK. Der Eintritt ist frei.

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