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Das Foto aus dem Jahr 1975 zeigt den zerstörten Eilzug, der aus Lenggries kam.

Zugunglück weckt im Tölzer Land Erinnerungen an Katastrophe von 1975

Lenggries/Warngau - Der Unfall in Bad Aibling weckt bei vielen Bürgern im Tölzer Land Erinnerungen an das Warngauer Zugunglück, das sich 1975 ereignete und bei dem auch Isarwinkler den Tod fanden. 

Am frühen Abend des 8. Juni – es war ein Sonntag – kam es auf der eingleisigen Zugstrecke zwischen Warngau und Schaftlach zur Katastrophe. Zwei Eilzüge aus Holzkirchen und Lenggries stießen auf freier Strecke frontal zusammen. Die 80-Tonnen-Loks wurden jeweils zur Hälfte ineinander gedrückt, Waggons sprangen aus den Gleisen.

 41 Menschen starben sofort oder erlagen wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Unter den Getöteten waren auch drei Tölzer, eine Lenggrieserin und zwei Münchner Schülerinnen (18 und 13), die das Hohenburger Internat besuchten. Die Mädchen „saßen in dem aus Richtung Holzkirchen kommenden Zug, zusammen mit sieben Schulkameradinnen, die mit Verletzungen davon kamen“, schrieb der Tölzer Kurier am 10. Juni 1975, zwei Tage nach dem Unglück. Sechs weiteren Hohenburger Schülerinnen rettete vermutlich eine Lehrerin das Leben. Sie hatte vor dem Wochenende „irrtümlich bekanntgegeben, daß am Montag die erste Stunde ausfalle. Die Mädchen hatten daraufhin beschlossen, erst am Montagmorgen in die Schule zurückzukehren“, schrieb der Tölzer Kurier. 

Während über 100 Passagiere zum Teil schwerste Verletzungen erlitten, kamen sechs Schülerinnen der Reichersbeurer Max-Rill-Schule mit dem Schrecken davon. Sie hatten in München ein Konzert besucht und waren auf dem Rückweg. Unter den Todesopfern war dagegen eine Frau aus Olching. Sie hatte an jenem Tag ihren Mann besucht, der in Bad Tölz zur Kur war. „Die Heimreise wurde für sie zur Fahrt in den Tod“, schrieb der Tölzer Kurier. 

Wie es am 8. Juni 1975 zu der Katastrophe kam, wurde erst Tage später geklärt. Schuld war letztlich ein verhängnisvolles Missverständnis. Der Sommerfahrplan legte nicht genau fest, in welchem Bahnhof sich die Züge begegnen sollten. Ein Streckenblock, der verhindert hätte, dass zwei Fahrdienstleiter das Signal auf Fahrt stellen können, fehlte. Die beiden Fahrdienstleiter redeten bei der Absprache aneinander vorbei. Als sie den Irrtum bemerkten, war es zu spät. va/mar

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