Auf diesem über 5000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen B 13 (re.) und Töl 5 (li.) entsteht der Gaißacher Handwerker- und Gewerbehof. Foto: esc

Gaißach baut Handwerker- und Gewerbehof

Gaißach - Auf einem Filet-Grundstück an der Einfahrt nach Untergries zwischen der Bundesstraße 13 und der Tölzer Straße (Kreisstraße Töl 16) will die Gemeinde Gaißach Platz für einheimische Handwerkern schaffen.

Vor einer nicht alltäglichen Aufgabe standen die Gaißacher Gemeinderäte am Dienstagabend. Statt wie üblich über die Anträge von zukünftigen Häuslebauern zu befinden, mussten sie diesmal selbst einen Bauantrag auf den Weg bringen. Einstimmig verabschiedeten sie schließlich den gemeindlichen Bauantrag für einen Handwerker- und Gewerbehof.

Das Projekt soll voraussichtlich im kommenden Jahr auf dem rund 5100 Quadratmeter großen gemeindeeigenen Grundstück an der Einfahrt nach Untergries zwischen der Bundesstraße 13 und der Tölzer Straße (Kreisstraße Töl 16) realisiert werden. „Das ist dort unser Ortseingang, deshalb haben wir schon auf eine gelungene Fassadengestaltung mit umlaufendem Balkon geachtet“, betonte Bürgermeister Stefan Fadinger. „Wir möchten damit kleinen Betrieben und Existenzgründern, die sich ein eigenes Gebäude nicht leisten können, eine Chance geben.“ Der Rathauschef betonte, dass der Bedarf für das Projekt vorhanden sei: „Wir haben schon jetzt mehr Bewerber, als wir voraussichtlich unterbringen können.“

Das Gebäude soll etwa mittig auf dem Filet-Grundstück platziert werden. „Damit erhalten wir uns auch die Möglichkeit einer eventuellen Erweiterung in Richtung Süden.“ Insgesamt soll das multifunktionale Gebäude mit zwei Vollgeschossen ohne Unterkellerung 41,30 Meter lang und 15,53 Meter breit werden, bei einer Firsthöhe von 10,33 Meter.

Für Handwerksbetriebe ist das Erdgeschoss vorgesehen, wobei hier die kleinste Einheit 47 Quadratmeter beträgt. Da die Raumaufteilung mittels Trockenbauwänden schnell und leicht verändert werden kann, sind Werkstattgrößen bis zu 192 Quadratmeter möglich. Auch wurden die jeweiligen Werkstatt-Tore entsprechend groß dimensioniert, damit sie auch für größere Fahrzeuge zur Anlieferung geeignet sind.

Das Obergeschoss, das durch zwei Treppenhäuser erschlossen wird, ist in erster Linie für Gewerbe und Büros gedacht. Es ist ebenfalls variabel gestaltbar, wobei hier die kleinste Einheit 32 Quadratmeter beträgt. Außerdem sollen dort noch zwei kleinere Wohnappartements zu je 35 Quadratmetern Platz finden. „Wir haben immer wieder einmal kurzfristigen Bedarf. Dafür sind die dann gut geeignet“, sagte Fadinger.

Die Lacher hatte der Bürgermeister dann auf seiner Seite, als er dem Beschluss-Antrag anfügte: „Natürlich muss auch in unseren Bauantrag der Passus aufgenommen werden, dass die Ortsgestaltungssatzung beachtet werden muss.“

Ewald Scheitterer

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