Brauneck: Ein neuer See in 1300 Metern Höhe

Lenggries - Ein großer künstlicher Speichersee ist am Brauneck geplant. Das Wasserreservoir soll die Beschneiung der Skipisten sicherstellen. Naturschützer sind empört.

Das Brauneck rüstet auf, um auch in Zeiten des Klimawandels Schneesicherheit für die Skifahrersind empörts zu können. Rund um die Garlandalm auf etwa 1300 Metern Höhe soll ein Speicherteich entstehen, der die zentrale Wasserversorgung der Beschneiungsanlagen am Münchner Hausberg sicherstellt.

Es dürfte sich dabei vermutlich um den größten Teich dieser Art in Bayern handeln. Mit einem Fassungsvermögen von rund 100 Millionen Litern und einer Fläche, die größer ist als zwei Fußballfelder, übertrifft er noch den 2008 fertiggestellten Speicherteich am Hausberg in Garmisch-Partenkirchen.

Derzeit befindet sich das Millionen-Projekt in der Genehmigungsphase. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens holt das Tölzer Landratsamt Stellungnahmen von Behörden und Interessensverbänden ein. Am Montag signalisierte der Lenggrieser Gemeinderat seine Zustimmung zum Bau, der von der Brauneckbahn geplant wird. Auch wenn dieser - inklusive Pistenverlegung am Garland und Rodungsmaßnahmen - „einen massiven Eingriff in Natur und Landschaft darstellt", so Bauamtsleiter Anton Bammer. Deshalb drängt die Gemeinde auf eine „möglichst naturnahe Gestaltung". Auch die restlichen Stellungnahmen, die im Landratsamt eingingen, sind positiv - bis auf eine. Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz sprechen sich in einer Erklärung vehement gegen den Bau aus. Schon allein vom Energie- und Wasserverbrauch sei das Projekt untragbar, vom Eingriff in die Natur ganz zu schweigen, sagt BN-Kreisvorsitzende Carola Belloni. „Was dort passiert, ist völlig absurd. Aber wir werden wohl vergebens an die Vernunft der Verantwortlichen appellieren." Lieber steuere man „mit Spaß in den Abgrund". Dabei gebe es klare Aussagen von Klimawissenschaftlern, die Schneesicherheit nur für Skigebiete über 1500 Metern vorhersagen. „Und hier reden wir von 700 bis 1600 Metern."

Genau aus diesem Grund sei die Investition in die künstliche Beschneiung so wichtig, argumentiert der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl. „Nur so können wir konkurrenzfähig bleiben." Das Brauneck sei ein erschlossener Skiberg. Selbst laut Alpenplan gehöre er zur Zone A. „Das bedeutet, hier soll eine touristische Entwicklung möglich sein", erklärt der Rathauschef. Natürlich stelle der Speicherteich einen Eingriff dar. „Aber ich glaube, wer es nicht weiß, wird ihn in ein paar Jahren für einen natürlichen See halten." Das bestätigt Peter Lorenz, Geschäftsführer der Brauneck-Bergbahn und der Alpenbahnen Spitzing. 2005 sei am Spitzing auch ein Speicherteich entstanden, „und heute sieht er aus wie ein kleiner Bergsee." Der BN mag daran nicht glauben. Belloni: „Natürlich wird das Brauneck schon genutzt. Aber man muss es doch nicht ganz kaputtmachen." Außerdem sei damit nicht das Ende erreicht: „Wenn man dort fertig ist, kommt der nächste Berg dran."

Veronika Wenzel

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