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Vor dem künftigen Rathaus-Eingang: Bürgermeister Ernst Dieckmann an der Arkade der Raiffeisen-Filiale.

Reichersbeurer Immobilienrochade

Rathaus zieht in Bank, Bank in „Neuwirt“

Reichesbeuern - In der Ortsmitte von Reichersbeuern tut sich was: Die Gemeinde will von der „Raiffeisenbank im Oberland“ den Gasthof Altwirt kaufen und das Rathaus in die bisherige Bankfiliale verlegen. Das Geldinstitut kauft seinerseits den „Neuwirt“ und baut dort eine neue Geschäftsstelle.

Diese Immobilien-Rochade hat es in sich. Bürgermeister Ernst Dieckmann will mit dem geschickten Schachzug gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. „So lösen wir zum einen die leidige Rathaus-Frage“, sagt der Gemeindechef. Zum anderen werde die Zukunft des Gasthofs Altwirt mit dem großen Saal gesichert. „Und wir erhalten den Ortskern als Mittelpunkt des Dorfs“, so Dieckmann.

Und das ist im Einzelnen geplant: Die Gemeinde kauft den Gasthof Altwirt und die daran angegliederte Bankfiliale. Der Immobilienkomplex gehört der Raiffeisenbank im Oberland. Das Geldinstitut verhandelt seinerseits mit der Familie Pirchmoser über den Kauf des „Neuwirts“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite. „Wir sind uns weitgehend einig“, bestätigt der Raiba-Vorstandsvorsitzende Hubert Stehr.

Der Bank kommen die Pläne der Gemeinde offenbar sehr gelegen. „Das Gebäude ist uns auf Dauer zu groß“, sagt Stehr. Deshalb sei man auch bereitwillig in die Verhandlungen eingestiegen. Die bisherige Filiale wiederum ist von der Größe und mit der vorhandenen EDV-Ausstattung bestens als neuer Sitz der Gemeinde und Verwaltungsgemeinschaft geeignet, sagt Dieckmann. Seine Pläne für das frei werdende Rathaus: „Das eignet sich gut für einen Dorfladen oder eine Arztpraxis.“ Auch eine teilweise Wohnnutzung sei denkbar.

Dieckmann und Stehr betonen, dass die Verhandlungen bereits in einer sehr konkreten Phase seien. Als Grundlage für die Ermittlung der Kaufpreise dienten Wertgutachten, die man für alle Objekte habe erstellen lassen. Welche Summen nach Abschluss aller Verhandlungen fließen werden, wollten weder Dieckmann noch Stehr sagen. „Erst muss der Gemeinderat die grundsätzliche Entscheidung treffen“, so der Bürgermeister. Dies werde bereits in der Sitzung am 21. Oktober der Fall sein.

Ein Konsens ist laut Dieckmann abzusehen, weil man rechtzeitig die sich anbahnenden Veränderungen in der Ortsmitte erkannt habe. Es habe sich abgezeichnet, dass Reichersbeuern in naher Zukunft beide Wirte und damit beide Säle verlieren könnte. Dieckman macht deutlich: „Wenn wir diesen Schritt gehen, ist dies nicht die Ursache dafür, dass der Neuwirt schließt, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir den Altwirt mit Saal dauerhaft erhalten können.“ Alle Beteiligten seien sich darüber einig, dass hier für das Dorf eine gut gestaltete Ortsmitte und mit dem „Altwirt“ ein wichtiger Treffpunkt und Versammlungsort gesichert werden.

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