Gerald Ohlbaum hat mit seinem Team 180 Kunstobjekte aufgelistet, für die man spenden kann. Foto: arp/A

Spendenaktion für Kloster Reutberg

Engel sind noch im Angebot

Sachsenkam - Die Patenschaftsaktion für sanierungsbedürftige Objekte in der Klosterkirche Reutberg ist mühsam angelaufen. Der Freundeskreis sucht weiter dringend Unterstützer.

„Wie sagt man so schön: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“, sagt Gerald Ohlbaum. Der Sachsenkamer ist Vorsitzender der „Freunde des Klosters Reutberg“ und hat im Mai einen fingerdicken Ringbuchordner präsentiert, in dem er zusammen mit seinem Team Objekte auflistet, für die man eine Patenschaft übernehmen kann. Der Verein will 350 000 Euro sammeln, damit die Innensanierung der Kirche beginnen kann. Bislang sind erst 50 000 Euro gesichert.

„Es ist nicht leicht“, sagt Ohlbaum. Die „Bettelbrief-Aktion“ an Firmen im Landkreis habe nicht die gewünschte Wirkung erbracht. „Manche haben geantwortet, dass sie solche Briefe täglich bekommen, und dass sie um Verständnis bitten, dass sie nichts spenden können“, sagt Ohlbaum. Das habe für getrübte Stimmung im Verein gesorgt. „Ich glaube, man muss die Chefs gezielt persönlich ansprechen“, sagt Ohlbaum. Deshalb nahm er auch an der Wirtschaftspreisverleihung vergangene Woche (wir berichteten) teil. „Wir lassen nicht locker.“

Der Katalog listet ganz verschiedene Objekte auf, insgesamt 180 Stück. Man kann beispielsweise die Patenschaft für Kleinobjekte (100 Euro) oder den monatlichen Himmelszirkel (250 Euro) übernehmen oder für die Renovierung einer Kreuzwegstation (1000 Euro), eines Engels (3500 Euro) oder einer der zahlreichen Putten (zirka 700 Euro) spenden. Auch das Porträt von Sr. Fidelis muss saniert werden (1000 Euro). Die Kosten für die Renovierung der Altäre liegen zwischen 30 000 und 45 000 Euro. Und nicht zuletzt braucht auch das schmiedeeiserne Gitter Hilfe. Hier fehlen zum Beispiel einige Rosetten. Auch die Fenster müssen erneuert werden (Patensumme: 3500 Euro). Wer möchte, kann auch einen Teilbetrag spenden, wenn die Gesamtsumme zu hoch ist.

Die Sanierung der Klosterkirche kostet insgesamt zwei Millionen Euro. Die Kosten für die Außensanierung trägt das Ordinariat, die Kosten für die Innensanierung muss das Kloster selbst aufbringen. Es sind zwar Rücklagen vorhanden, doch die reichen nicht. Die zwei verbliebenen Nonnen brauchen unbedingt Unterstützung. Die Bauarbeiten beginnen erst, wenn die Gelder gesichert sind.

Ohlbaum und seine Mitstreiter haben zehn Kataloge angefertigt, die sie persönlich erklären. Im Internet stehen sie noch nicht, weil der Freundeskreis Angst hat, Kunstdiebe auf den Reutberg zu locken. Aber es gebe Gespräche, wie man dennoch im Internet etwas machen könnte, so Ohlbaum.

Mit der Werbung vor Ort für die auswärtigen Tagesausflügler sieht es auch noch ein bisschen mau aus. Lediglich im Klostergang hängt ein Poster. „Naja, da kommt auch nicht jeder hin“, räumt Ohlbaum ein. Er suche derzeit nach einer geeigneten Aufstellmöglichkeit im Klosterhof. „Der Platz muss auf jeden Fall wetterfest sein.“ Zudem will er mit der Brauerei sprechen, wie man die Gäste aus dem Biergarten auf die Situation aufmerksam machen könnte.

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