Die neue Hütte am Heimgarten ist mit Daxen und Bundeswehrnetzen getarnt.

Jägerstand oder Schwarzbau?

Schlehdorf - Eine Hütte am Heimgarten sorgt derzeit für Gesprächsstoff in Schlehdorf. Der Bau wurde anscheinend erst vor Kurzem errichtet. Nun wird geprüft, um was es sich handelt.

„Dürfen Jäger alles?“, fragt ein Leser unserer Zeitung. Er schickte der Redaktion Fotos, die eine neu gebaute Hütte am Heimgarten zeigen. Den Beschreibungen zufolge ist sie zirka zwei auf drei Meter groß, isoliert sowie mit Fenstern und Türen versehen. Auf einer Seite wurden Daxen angenagelt. Zum Teil ist sie mit einem Tarnnetz verhängt „Die Hütte muss erst in den vergangenen zwei Wochen erbaut worden sein“, berichtet der Leser.

Bürgermeister Stefan Jocher wusste von dem Bau bislang nichts. „Es ist auf jeden Fall nicht die Jagdhütte, die der Gemeinderat vor Kurzem an der Kaseralm genehmigt hat“, sagte Jocher, nachdem er sich die Fotos angeschaut hatte.

Die Fluren von Schlehdorf und Ohlstadt grenzen am Berg aneinander. „Diese Hütte befindet sich auf der Nord-Ost-Seite des Heimgartens im Kar“, erklärt Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer auf Anfrage unserer Zeitung. Damit ist das Tölzer (und nicht das Garmischer) Landratsamt für den Fall zuständig.

Laut Landratsamt-Pressesprecherin Sabine Schmid ist der Bau eines Jägerstands grundsätzlich verfahrensfrei. „Aber hier ist nicht eindeutig feststellbar, ob es sich um einen Jägerstand handelt und ob er für die ordnungsgemäße Jagdausübung erforderlich ist“, sagt Schmid.

Bürgermeister Jocher hat das Amt mittlerweile offiziell um Überprüfung gebeten. Das ist Voraussetzung, damit etwas passieren kann. „Wir können den Baukontrolleur nicht ,einfach so‘ ins Gebirge schicken, ohne zu wissen, wo die Hütte genau steht“, sagt Schmids Kollegin und neue Landratsamt-Pressesprecherin Marlies Peischer. Wenn der Standort genau bekannt sei, werde man aber sicherlich einen Ortstermin wahrnehmen.

Bürgermeister Jocher wird sich nun in der Jägerschaft erkundigen, wer etwas von dem Bau weiß beziehungsweise wer ihn veranlasst haben könnte. Handelt es sich tatsächlich um einen Schwarzbau, beginnt die verwaltungsrechtliche Bearbeitung, die letztlich in Nutzungsuntersagung oder Beseitigungsanordnung münden könnte.

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