Großbaustelle: Das Foto zeigt den Kran für die noch ausstehende Dachsanierung. Außerdem wurde ein Notdach aufgebaut, um während der Renovierung im Winter das Gewölbe unter dem abgedeckten Walmdach vor der Witterung zu schützen. Foto: fn

Pfarrkirche Schlehdorf

Sanierung wird teurer und dauert länger

Schlehdorf - Seit Jahren ist die Pfarrkirche Schlehdorf wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen für die Gläubigen gesperrt. Nun sind weitere Mängel aufgetaucht, die dringend behoben werden müssen. Wann die Kirche wieder geöffnet werden kann? Ungewiss.

Bereits seit Anfang 2013 ist die Pfarrkirche St. Tertulin eine Baustelle. Vorangegangen war ein jahrelanger Streit zwischen Freistaat (Eigentümer) und Diözese (Nutzer des Gotteshauses) darüber, wer wie viel für die mit ursprünglich sechs Millionen Euro veranschlagte Renovierung bezahlen muss (wir berichteten).

Erfolgt ist mittlerweile die statische Ertüchtigung des Gewölbes durch den Einbau sogenannter Zuganker. Auch die Sanierung des Hauptdachs, bei der schadhafte tragende Teile ausgetauscht wurden, ist bereits abgeschlossen, wie der Leiter des Bereichs Hochbau im Staatlichen Bauamt Weilheim, Peter Aumann, bei einem Ortstermin mitteilte. Mit dabei waren Vertreter von Pfarrei, Kloster und Gemeinderat. Bei diesen Arbeiten wurden jedoch nicht überraschend Baumängel am Walmdach über der südwestlichen Kirchenfassade festgestellt, die laut Stefan Riedel ihren Ursprung in Umplanungen beim Kirchenbau Ende des 18. Jahrhunderts haben. „Das war ein mangelhafter Punkt von Anfang an“, erläuterte der Bauamts-Mitarbeiter. Statisch sei das Walmdach damals „nicht gut ausgeführt“ worden, sodass man jetzt unter anderem Verformungen festgestellt habe. Noch sei das Tragwerk zwar stabil, versicherte Riedel. „Aber es ist konsequent, diesen Punkt jetzt noch zu beheben.“ Denn mit einem schadhaften Dachtragwerk habe die noch ausstehende Sanierung der Fassade keinen Sinn.

Da der Haushaltsausschuss des Freistaats die Mehrkosten von über einer Million Euro für diese Maßnahme mittlerweile genehmigt habe, kann damit nun laut Aumann „trotz der vorgerückten Jahreszeit“ begonnen werden. Über den Winter soll nach Möglichkeit durchgearbeitet werden. In der zweiten Jahreshälfte 2017 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Anschließend wird mit der Fassaden-Sanierung und mit der Sanierung des Kircheninneren begonnen. Die beiden Maßnahmen könnten parallel laufen und werden sich 2018 fortsetzen.

Und wann kann das Gotteshaus wieder genutzt werden? „Das ist schwer zu sagen“, gibt Aumann zu. Keinesfalls aber vor Ende 2018. Denn bei alten Kirchen wisse man nie, welche Schäden bei Sanierungsarbeiten noch auftauchen. Pfarrer Christian Herrmann nimmt’s gelassen. „Wichtig ist nur, dass es gescheit gemacht wird“, findet der Geistliche. Bis St. Tertulin wieder für Messen und Andachten zur Verfügung stehe, werde seine Gemeinde weiterhin – wie schon seit fast drei Jahren – die Schwesternkapelle im Kloster sowie die Kirche in Großweil nutzen.

Übrigens: Selbst wenn die Kirche Ende 2018 oder im Laufe des Jahres 2019 wieder eröffnet werden kann, wird die Sanierung nicht abgeschlossen sein. Laut Aumann stehen noch „zwei Themen aus“: Das sei die Sanierung der Ostfassade und des sogenannten Prälatentreppenhauses sowie der Bau eines barrierefreien Zugangs zur Kirche. Aber dazu gebe es noch nicht einmal eine Kosteneinigung.

Von Franziska Seliger

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