So könnte die geplante Getreide-Erlebniswelt mit Whiskeydestillerie im Gewerbegebiet aussehen.

Whiskey-Erlebniswelt in Schlehdorf nimmt Gestalt an

Schlehdorf - Ein „schlichtes Gebäude“ soll es werden. Aber doch mehrgeschossig mit Dachterrasse, Lichthof, großen Bogenfenstern und Eingangsturm: die Getreidemanufaktur mit Whiskeydestillerie. In der Schlehdorfer Bürgerversammlung stellte Christian Heinrich seine Pläne erstmals öffentlich vor. Sie sollen Schlehdorf weithin bekannt machen.

 „Kultur, Erlebnis, Genuss: Schlehwerk – Reines aus Getreide“: Das ist der Name, den sich Christian Heinrich für sein Projekt in Schlehdorf vorstellt. „Der Name ist eine Mischung aus ,Schlehdorf‘ und ,Handwerk‘, aber das ist noch nicht in Stein gemeißelt“, erklärte Heinrich den Zuhörern, von denen viele eigens wegen seiner Projektvorstellung zur Bürgerversammlung gekommen waren.

Aber wer ist dieser Mann, der behauptet, in Schlehdorf ein Projekt verwirklichen zu wollen, das in seiner Einmaligkeit den Tourismus kräftig ankurbeln werde? Heinrich, geboren 1969 in München, ist Glasermeister mit eigener Firma, lebt mittlerweile in Iffeldorf und betonte während der Präsentation immer wieder seinen tiefen Glauben, seine Liebe zu gutem Essen und Trinken sowie seine Ablehnung der Massenproduktion. Eine kleine Brauerei, in der handwerklich hochwertige Craft-Biere gebraut werden, wolle er im Gewerbegebiet errichten. Dazu eine Destillerie, in der etwa Gin und Whiskey hergestellt und verkauft werden. Aus teilweise historischen Getreidesorten soll hier gebacken werden, und das alles sichtbar und erlebbar für Besucher. „Hier steht kein Konzern dahinter, sondern ich mit meiner Idee“, so der Vater zweier Kinder.

Stehen hinter dem Projekt: Christian Heinrich (li.) aus Iffeldorf und Architekt Edgar Wittemann.

Auf dem Papier ist diese Idee schon recht konkret, wie Architekt Edgar Wittemann erklärte. Laut Entwurf wird das Gebäude oberirdisch über drei und unterirdisch über zwei Geschosse verfügen. Im Parterre sind unter anderem Laden, Bäckerei, ein Café sowie ein Bistro geplant. Über einen vom Dach bis zum zweiten Untergeschoss durchgängigen Lichtschacht sollen die Besucher bis hinab in die Produktion schauen können. Hier unten sollen sie im Rahmen einer Werkschau außerdem den Herstellungsprozess der Biere und hochprozentiger Alkoholika miterleben und die Produkte vor Ort verkosten können.

„Wir haben das Ziel, die größte Braublase von Deutschland einzubauen“, so Heinrich. Auch Konzerte und ähnliches will Heinrich hier unten am Boden des Lichthofs abhalten.

Im ersten Stock sind dann Seminarräume für Firmen vorgesehen. Außerdem ein Museum, das mit der Ausstellung historischer Apparaturen zum Bierbrauen und Whiskeydestillieren „einmalig in Deutschland“ wäre, sagt der Iffeldorfer.

Im obersten Stock sind Dachterrasse, Büros, Zimmer für Übernachtungsgäste und sogar eine Kapelle vorgesehen. Ausdrücklich betonte Heinrich, nicht in Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie treten zu wollen. „Wir denken, dass das eine gute Geschichte auch für Schlehdorf wird.“ An Kooperationen mit regionalen Landwirten und Betrieben – etwa der Kreut-Alm – werde bereits gearbeitet.

Auf die durchaus kritischen Fragen, die den Zuhörern unter den Nägeln brannten, etwa zu den erforderlichen Parkplätzen oder Kosten, wollte Heinrich nicht eingehen, gab aber zu: „Es sind noch einige Fragen zu lösen.“

Spatenstich könnte im zweiten Quartal 2017 sein. Die Eröffnung wäre dann 2019. Heinrich betonte, er werde sein Projekt in jedem Fall realisieren. Schlehdorf sei zwar seine „bevorzugte Wahl“ – notfalls werde er seine Idee aber auch woanders umsetzen. Bürgermeister Stefan Jocher bezeichnete das Projekt als „zukunftsweisend“, das „nicht nur eine Menge Arbeitsplätze bedeutet, sondern auch einen deutlichen Schub für den Tourismus“.

Franziska Seliger

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