Im "Brucklyn" am Amortplatz gab es an Leonhardi Ärger an der Tür.

Türsteher weist Flüchtlinge ab

Asylbewerber: Tölzer Disco-Betreiber fühlen sich hilflos

Bad Tölz - Leonhardi am Tölzer Amortplatz: Der Türsteher verweigert einer Gruppe von Asylbewerbern den Einlass ins „Brucklyn“. Darüber wird seit Tagen auf Facebook diskutiert. Die Disco-Betreiber haben den Vorfall öffentlich gemacht - weil sie nicht weiter wissen.

Leonhardi am Amortplatz: Der Türsteher verweigert einer Gruppe von vier, fünf Asylbewerbern den Einlass ins „Brucklyn“. Zwei deutsche Stammgäste bekommen das mit, setzen sich für die Flüchtlinge ein. Die Diskussion ist so hitzig, dass sich der Betreiber einschaltet. „Nazi-Schweine“ beschimpft ein deutscher Gast die Brucklyn-Mitarbeiter. Die Situation kann nur gelöst werden, indem der Eingang geöffnet wird, der Türsteher wird abgezogen.

Der Streit, der sich in der Nacht zum Samstag in Tölz zugetragen hat, schlägt Wellen auf Facebook. Die Brucklyn-Wirte Andreas Rest und Thomas Greil haben die Situation dort selbst geschildert. Denn: „Wir haben gehofft, dass Lösungsvorschläge kommen, die Lage ist so verfahren“, sagt Greil. Jeder sei herzlich willkommen, nur das Geschäft muss funktionieren. Inzwischen stimme das Verhältnis aber nicht mehr, so dass es sich negativ auf das Brucklyn auswirke.

„Wir haben Bammel, darüber zu reden“, sagt Greil auf Nachfrage. „Wir wollen vermeiden, in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden“, so Rest. Lange habe es gut funktioniert, dass Asylbewerber und Einheimische miteinander in dem Club feiern. Inzwischen häufen sich aber Beschwerden von weiblichen Gästen. „Manche Männer stehen vor der Damentoilette und gehen teilweise auch rein“, berichtet Rest. Ein anderer habe einer Angestellten 20 Euro auf die Theke gelegt – für eine gemeinsame Nacht.

Konkret spürten die Wirte die Auswirkungen bei einem Special im Oktober. Beim „Mädelsabend“ mit besonderen Angeboten für Besucherinnen waren zur Hauptgeschäftszeit nur noch fünf junge Frauen im Club, dafür 15 Männer und die doppelte Anzahl von Flüchtlingen. Das macht sich in der Abrechnung bemerkbar: „Asylbewerber setzen drei, vier Euro in einer Nacht um, Deutsche mindestens das Dreifache“, sagt Greil. Da dies in den letzten Wochen extremer geworden sei, behielt der Türsteher die Situation im Auge. „Als das Verhältnis 50 zu 50 im Club war, wollte er keine Asylbewerber mehr reinlassen, damit die Situation nicht eskaliert“, erklärt Rest. Er könne seinem Türsteher bei dieser Entscheidung nicht in den Rücken fallen. Zumal: „Wenn zu viele drin sind, verschwinden die Mädels.“

Franz Schrödl vom Verein Hilfe von Mensch zu Mensch hält nichts davon, alle Asylbewerber auszuschließen. „Es sind nie die Asylbewerber, sondern immer einzelne, und da gibt es solche und solche.“ Und die meisten in Bad Tölz seien in Ordnung, so Schrödl. In manchen Herkunftsländern seien einfach andere Umgangsformen üblich, sagt auch Armin Ebersberger, Sozialplaner der Stadt. „Ein Nein wird da nicht unbedingt als Nein gewertet“, so der Sozialplaner. Daher sei es besser, aufzuklären und zu informieren. „Ich weiß, das öffnet ein riesiges Fass. Wer soll das machen?“ Auf Ehrenamtliche könne man das nicht abwälzen. Für ihn wäre denkbar, in der Asylsozialberatung oder bei der Erstversorgung im Landratsamt über die in Deutschland üblichen Umfangsformen aufzuklären.

Ebersberger hat kürzlich von einem ähnlichen Problem gehört. Eine Gruppe von drei, vier Leuten schaute nachmittags und abends an der Straße Frauen hinterher. „Was einem unbekannt ist, nimmt man erstmal als Bedrohung wahr“, so Ebersberger. In solchen Fällen rät Ebersberger Frauen zu reagieren, wie sie auch bei Deutschen reagieren würden, die sie bedrängen. „Deutlich sagen: ,Nein, Stopp, lass es gut sein‘.“

Wie sie am nächsten Wochenende mit der Situation umgehen, wissen Greil und Rest noch nicht. „Wir können in der Hinsicht sowieso nichts richtig machen.“ Sie hoffen nun, dass deutsche Gäste Patenschaften für Asylbewerber übernehmen. „Als Vermittler und Ansprechpartner.“ Die Idee findet Ebersberger gut. „Wenn jemand direkt erklärt, was geht und was nicht, können sie das leichter annehmen.“  

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