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Spielten im Arzbacher „Kramerwirt“ eine Live-CD ein: Die drei Mitglieder der Housemusi (v. li.) Toni Fischer, Sepp Müller und Martin Regnat. 

Auftritt der Housemusi in Arzbach

An der Blockflöte verzweifelt

Arzbach - Die unberechenbar vielfältige Housemusi bewies im Arzbacher "Kramerwirt", dass man auch mit Zither, Kontragitarre, Steirischer und Löffeln abrocken kann.

Sepp Müller holt sogar aus einer Milchkanne die passende Perkussion. An der Blockflöte verzweifelte der 45-Jährige allerdings am Sonntagabend im Arzbacher „Kramerwirt“. „Wenn ein Schlagzeuger versucht, Töne zu spielen, wird’s schwierig“, bilanzierte Müller. Der „Timple Landler“ wollte der Housemusi auch beim dritten Versuch nicht fehlerfrei gelingen. Doch gerade deshalb wurde die Band vom Publikum gefeiert. Das Blockflöten-Experiment ist nicht gescheitert – sondern nun sogar ein Modell für die Zukunft: „Wir spielen das jetzt immer so“, beschloss Müller.

Mit seinen Kollegen Martin Regnat und Toni Fischer präsentierte er 140 Zuhörern das neue Housemusi-Programm „3“. Zum Auftakt des Abends, aus dem eine Live-CD entstehen soll, gab’s drei altbekannte Lieder: „Schnapseinbringer“, „Griesfeld Flamingo“ und „Sauweda“. Regnat baute mit der Kontragitarre ein grooviges Bass-Fundament, Fischer ließ seine E-Zither wie eine verzerrte E-Gitarre heulen. Housemusi-Neulingen war schnell klar: Die drei Isarwinkler können Stubenmusik, wollen sie aber nicht immer. Bestes Beispiel: Das Stück „Mürztaler“, das nach traditionellem Start in einen dreckigen Blues mündete.

Die Housemusi präsentierte sich als lebendiger Beweis dafür, dass die Wahl der Instrumente nichts mit der des Genres zu tun haben muss. Reggae mit der Zither? Eine Steirische mit Löffel-Geklapper und Metal-Gitarre zu einer Rocknummer kombinieren? Alles kein Problem. Besonders für das musikalische Großhirn der Housemusi: Martin Regnat griff, nachdem er seine Spielfreude und Fingerfertigkeit auf der Ziach bewiesen hatte, zum Raffele – einem dreisaitigen Vorläufer der Zither. Der Song „Raffele Yea“ glich einer fast schon stadiontauglichen Folk-Rock-Hymne à la Mumford & Sons. Weil Regnat das handliche Holzinstrument schlagen musste, übernahm eben Fischer auf der E-Zither die mächtigen Bass-Töne.

Die meisten der rund 25 Lieder waren instrumental. Dazwischen brachten Müller und Fischer ihre witzig-skurrilen Texte unter. Sie forderten „den Wickeltisch am Männerklo“ und lieferten mit dem Hit „So is hoid“ die schlichte Antwort auf alle Fragen. Gaudi gehört fest zum Housemusi-Konzept. Müller gab sogar zu, dass er seine Ansagen vorbereitet – „immer wenn die anderen stimmen“. Doch was im „Kramerwirt“ rüberkam, war beste Situationskomik, gewürzt mit Regnats trockenen Kommentaren wie: „Mit dem Text hab’ ich nichts zu tun. Nur dass das klar ist.“

Ob das mit der Live-CD wirklich klappt, wissen die Musiker selbst noch nicht: „Je nachdem, wie zufrieden wir mit der Aufnahme sind“, erklärte Müller. Seine Blockflöte wird es wohl nicht auf die Platte schaffen. Oder gerade doch? Tobias Gmach

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