Die Gefahrenstelle: Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn Autofahrer von der Benediktbeurer Straße aus nach links in die B 472 einbiegen wolle

Neue Auffahrt könnte doch noch kommen

Wackersberg - Zwei Monate nach dem tödlichen Unfall auf der B 472 holt das Bauamt in Weilheim alte Pläne aus der Schublade. Außerdem sollen einige Sofortmaßnahmen die gefährliche Einmündung entschärfen.

Jetzt also doch: Das Staatliche Bauamt in Weilheim erwägt nach dem tödlichen Unfall Ende September ernsthaft, eine Einfädelspur in Richtung Tölz zu realisieren, damit künftig keine Linksabbieger mehr die Bundesstraße 472 auf Höhe Steinsäge kreuzen müssen.

„Ich bin ganz zuversichtlich, dass das bautechnisch möglich ist“, sagt Stefan Vogt, der als Sachgebietsleiter „Planung und Bau“ unter anderem für den Landkreis zuständig ist. Angedacht ist, dass Autofahrer, die über die Benediktbeurer Straße kommen und in Richtung Bad Tölz fahren wollen, künftig durch die bestehende Unterführung fahren und von dort in einer 180-Grad-Schlaufe auf die Bundesstraße geleitet werden.

Der Vorteil liegt laut Vogt auf der Hand: „Das Einfädeln über eine neue Spur wäre relativ gefahrlos möglich.“ Die unfallträchtige Einmündung der Benediktbeurer Straße in die B 472 wäre damit Geschichte.

Eher kein Kreisverkehr

Einem Kreisverkehr, wie ihn viele Autofahrer fordern, steht das Bauamt dagegen eher kritisch gegenüber: „Ein Kreisverkehr würde den Verkehr abbremsen“, betont Vogt. Das Ziel müsse es aber sein, dass der Verkehr fließt. Schließlich handle es sich um eine sehr stark befahrene Strecke.

Eben deshalb sind allerdings auch etliche Verkehrsteilnehmer deutlich zu schnell unterwegs: 70 Stundenkilometer sind erlaubt, der bislang dreisteste Raser, der der Polizei ins Netz gegangen ist, war mehr als doppelt so schnell unterwegs. Diesem Problem könne man nach Ansicht von Vogt nur Herr werden, indem die Polizei weiterhin verstärkt kontrolliert. Erst am Freitagnachmittag hatten die Beamten übrigens eine Radarfalle in diesem Bereich aufgestellt.

Noch vor wenigen Wochen hatte das Bauamt einer neuen Auffahrt auf die B 472 eine Absage erteilt (wir haben berichtet). Ein Problem sei zum Beispiel, dass eine 180-Grad-Schlaufe einen großen Radius und damit viel Platz benötige. Ein Planer, den das Bauamt laut Vogt intern auf den Fall angesetzt hat, scheint nun aber eine überzeugende Lösung gefunden zu haben. Spruchreif ist dennoch noch lange nichts, betont Vogt: „Wir untersuchen das, aber das braucht seine Zeit.“

Vorfahrtsschild marginal versetzt

Und eben weil das so ist, hat die Unfallkommission nach einer Ortsbegehung einige Sofortmaßnahmen beschlossen, die auch bereits umgesetzt worden sind. Die Sichtverhältnisse stimmen zwar im Großen und Ganzen, urteilten die Vertreter von Polizei, Bau- und Landratsamt. Um die Situation noch weiter zu optimieren, wurde laut Vogt aber das Gehölz am Straßenrand noch weiter zurückgeschnitten. Außerdem wurde das Vorfahrtsschild in der Verkehrsinsel Richtung Steinsäge marginal versetzt. Es stand den Linksabbiegern ein wenig im Sichtfeld, fanden die Experten.

„Der große Wurf sind diese beiden Sofortmaßnahmen natürlich nicht“, räumt Vogt ein. Dennoch wollte die Unfallkommission versuchen, die Situation an der gefährlichen Einmündung, wo am 23. September zwei Menschen ihr Leben verloren hatten, sofort zu entschärfen. Ein 80-jähriger Steinbacher hatte damals beim Abbiegen einen Bichler (28) übersehen, der auf der Bundesstraße in Richtung Bad Heilbrunn unterwegs war. Es kam zur Kollision, bei der neben dem Senior auch dessen sechs Jahre ältere Beifahrerin aus München ums Leben kam.

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