+
Die psychischen Folgen wirken noch immer nach: Eine Bichlerin und ihre zwei erwachsenen Kinder überlebten einen Unfall in diesem Auto. Jetzt möchten sie sich bei den Ersthelfern bedanken.

Nach Kollision mit Bus am Stallauer Weiher

Unfallopfer suchen Ersthelfer

Wackersberg - Bei einem Unfall wurden am 18. Juli drei Bichler auf der Bundesstraße 472 teilweise schwer verletzt. Jetzt suchen sie nach den Ersthelfern – um sich zu bedanken.

Matthias P. (Name geändert) kann sich an die Geschehnisse vom späten Nachmittag des Montags, 18. Juli, nicht erinnern. Seine Schwester und seine Mutter mussten ihm alles über den Unfall erzählen, in den die Bichler Familie verwickelt wurde.

„Wir waren auf dem Weg von Murnau nach Bad Tölz“, berichtet der 28-Jährige. Auf Höhe des Stallauer Weihers kam ihnen ein Reisebus entgegen – der plötzlich auf ihrer Fahrbahnseite unterwegs war. „Die Mama hat noch gehupt, mit dem Licht geblinkt und hat versucht, auszuweichen“, sagt P. Aber der Bus erwischte den Dacia der Familie frontal am Fahrerlicht. Durch den Aufprall geriet das Auto ins Schleudern, prallte noch einmal in den Bus, bevor es von der Straße abkam. Mutter und Schwester wurden leicht verletzt, der 28-Jährige aber erlitt schwere Kopfverletzungen, verlor das Bewusstsein. Mit dem Hubschrauber wurde er ins Murnauer Unfallkrankenhaus geflogen.

Er kam erst Stunden später wieder zu sich, als die Nachtschwester nach ihm schaute. Die Ärzte diagnostizierten eine schwere Gehirnerschütterung und eine Amnesie, außerdem Prellungen. „Mir wurde es stückerlweise beigebracht, was passiert war.“ So erfuhr er, dass der Busfahrer, der den Unfall verursacht hatte, betrunken war. 1,24 Promille Alkohol hatte er im Blut. Er hatte Passagiere an Bord gehabt. Auch, dass der Verursacher zunächst weitergefahren sei, wurde P. berichtet. Die Tölzer Polizei bestätigt auf Rückfrage, dass Fahrgäste im Bus den Mann nach mehreren hundert Metern darauf hinwiesen, dass er anhalten müsse.

Was Matthias P. auch immer wieder hörte: Die Familie habe riesiges Glück gehabt. „Die Polizei meinte, wenn meine Mama nicht ausgewichen wäre und der Bus uns drei, vier Zentimeter frontaler erwischt hätte, wäre mindestens einer von uns tot gewesen.“ Nach drei Tagen durfte er das Krankenhaus verlassen.

Geblieben sind die psychischen Folgen. „Meine Schwester träumt jede Nacht davon, wie der Bus auf uns zufährt.“ Auch die Mutter werde psychologisch betreut. „Sie hat gesagt, sie muss sich wieder ans Steuer setzen, sonst fährt sie nie mehr Auto. Aber sie kriegt jedes Mal einen Schock, wenn ein großes Fahrzeug entgegenkommt.“ Immer kommt P. ins Grübeln. „Es ist seltsam zu wissen, dass man so knapp dem Tod entkommen ist. Zu genau darf man darüber nicht nachdenken.“

Jetzt ist es der Familie wichtig, sich bei den Menschen zu bedanken, die als erste an der Unfallstelle waren, die sie aus dem Fahrzeug befreiten und sich um sie kümmerten. Einen davon, den Betreiber des Campingplatzes am Stallauer Weiher, konnten die drei ausfindig machen. Ebenfalls unter den Ersten vor Ort war wohl eine junge Frau. „Sie war mit meiner Schwester auf der Schule.“ Ein weiterer Mann hatte Rasta-Locken. „Wir möchten uns gerne bei ihnen und auch bei anderen, die uns geholfen haben, bedanken.“

Die Ersthelfer des Unfalls vom 18. Juli am Stallauer Weiher werden gebeten, sich in der Redaktion (Telefon 08041/767923) zu melden.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Start ins Freiwillige Soziale Jahr bei der Stadt Bad Tölz

Start ins Freiwillige Soziale Jahr bei der Stadt Bad Tölz

Radmuttern an Autoreifen gelockert

Lenggries/Prien am Chiemsee - Das hätte böse enden können: Ein bislang Unbekannter hat am Donnerstag die Radmuttern am einem der vorderen Autoreifen einer Lenggrieserin …
Radmuttern an Autoreifen gelockert

Kommentare