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Schöner Festzug: Auch der Kochler Heimattag am Montag war gut besucht, vor allem das Seefest an der Promenade. 

tourismusbilanz nach dem langen Wochenende

Alle wollen zum Walchensee

Walchensee/Kochel/Benediktbeuern – Der Walchensee war am langen Wochenende Ausflugsziel Nummer eins von vielen Tagesgästen. Die Karawane, die über den Kesselberg wollte, staute sich bis Schlehdorf beziehungsweise Pessenbach. Damit einher gingen wieder Park-Probleme am See.

Jörg Findeisen, Betriebsleiter der Herzogstandbahn, hatte noch keine Gelegenheit, alle verkauften Karten für die Berg- und Talfahrt zu zählen. Eines kann er aber schon sagen: „Es ist das beste lange Wochenende, das wir in den vergangenen 16 Jahren hier hatten.“ Ähnliches berichtet auch Silke Krammer von der Tourist-Info in Walchensee. „Alles war einfach der Renner“, sagt Krammer und listet auf: „Baden, Wandern, Surfen, Tauchen und das Filmdorf Flake – überall war sehr viel los.“ Der Walchensee habe die Gäste „wie ein Magnet“ angezogen. Die Tourist-Info hatte sogar am Montag zwei Stunden geöffnet. Die Urlauber kommen nicht nur aus Deutschland, sondern zurzeit auch aus Holland, Frankreich, England und Israel.

Auch in Kochel war einiges los. Dort fand am Feiertag das traditionelle Seefest statt. „Es kamen nicht nur viele Einheimische, sondern auch Auswärtige, vor allem Rad-Touristen“, berichtet Katja Konrad von der Tourist-Info. Im Trimini brummte es ebenfalls. „Am langen Wochenende war richtig was los“, sagt Nadine Koll, Assistentin der Geschäftsleitung. „In der Ferienzeit sind wir sehr stark besucht. Eigentlich ist es egal, wie das Wetter ist – das Trimini wird sehr gut angenommen.“ Am Sonntag war Fußballstar Arjen Robben zu Gast (siehe Seite 1).

In Benediktbeuern war das Sommerkellerfest der Feuerwehr am Samstagabend „extrem gut besucht“, berichtet Sabine Rauscher von der Gäste-Info. Auch das Alpenwarmbad erfreute sich reger Beliebtheit. „Überfüllt war es aber nicht, alles verläuft in geordneten Bahnen.“ In Benediktbeuern, Kochel und Walchensee war am langen Wochenende kein Zimmer mehr frei. „Einige kurzentschlossene Gäste waren frustiert“, berichtet Konrad aus Kochel.

Der Ansturm begann am Samstagmorgen. Wer Richtung Walchensee wollte, stand ab Schlehdorf beziehungsweise Pessenbach im Stau, berichtet Kochels Bürgermeister Thomas Holz. Mit einher ging auch wieder das altbekannte Problem – nämlich das Parken am Seeufer. „Ich habe Verständnis für jeden, der zu einem der schönsten Flecken in Bayern fahren will“, sagt Holz. „Aber an diesem Wochenende war es grenzwertig.“

Das größte Problem sei derzeit an der Halbinseln Zwergern. „Dort wird teilweise so geparkt, dass Rettungswagen und Feuerwehr nicht mehr durchkommen“, sagt Holz und fügt lakonisch hinzu: „Ein Löschfahrzeug können wir halt nicht auf ein Ruderboot stellen.“

Natürlich sei an Schönwettertagen die Verkehrsüberwachung unterwegs. Strafzettel mit 20 oder 30 Euro würden Tagesausflügler aus dem Großraum München allerdings billigend in Kauf nehmen. „Die sagen: So billig parke ich einen Tag lang in der Stadt nicht.“

Ähnliches höre er auch von seinem Amtskollegen aus der Jachenau. Holz will deshalb nach der Saison eine „Walchensee-Konferenz“ einberufen und alle Beteiligten an einen Tisch holen.

Erfahrungsgemäß steigt mit der Zahl der Ausflügler auch die Zahl der Rettungseinsätze. Neben dem schweren Autobrand am Montagnachmittag (siehe Seite 1) hatte auch die Wasserwacht alle Hände voll zu tun: zum einen musste sie bei den Regattatagen präsent sein (siehe Seite 9), zum anderen kümmerte sie sich um die Ausflügler. „Wir haben ein Segelboot wieder aufgestellt, ein Ruderboot abgeschleppt und mehrere Personen mit Insektenstichen versorgt“, berichtet WW-Chef Alois Grünwald. Ein Radfahrer brach sich die Hand, eine Person hatte einen Fremdkörper im Auge und ein Urlaubsgast aus Amerika fiel beim Kraxeln mit seinen Kindern aus drei Metern Höhe vom Baum. Er kam mit dem Hubschrauber ins Klinikum nach Garmisch.

So stressig die drei Tage auch waren, für das Geschäftsleben in Walchensee seien sie wichtig gewesen, betont Herzogstandbahn-Betriebsleiter Jörg Findeisen. „Vorher war das Wetter am Wochenende oft so schlecht, dass wir einen Komplettausfall hatten.“ Die drei Sonnentage seien zwar sehr gut verlaufen. „Aber das Jahresergebnis werden sie nicht rausreißen.“

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