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Lästige kleine Blutsauger: Aufgrund des feuchten Frühsommers gibt es viele Mücken. 

Nach feuchtem Frühsommer

Mückenplage heuer "ganz extrem"

Bad Tölz-Wolfratshausen - Feucht und trübe – so war der Frühsommer im Tölzer Land. Das hat nun auch noch eine lästige Nebenwirkung. Denn für die Mücken waren die klimatischen Bedingungen ideal zur Fortpflanzung.

Schon vergangenes Jahr sei die Mückenplage schlimm gewesen, aber heuer „ist es ganz extrem“, berichtet Theresa Galli vom Kindergarten in Bad Heilbrunn. „Wir gehen höchstens noch ab und zu in sehr lichte Wälder.“ Normale sommerliche Waldspaziergänge, wie sie vor wenigen Jahren noch üblich waren, seien nicht mehr möglich. „Man ist da mittlerweile richtig eingeschränkt.“ Galli bedauert das, da das Erfahren und Kennlernen der Natur eigentlich zum Konzept des Kindergartens gehört. „In den Wald gehen wir aber nur noch im Frühling, Herbst und Winter. Jetzt machen wir dafür Exkursionen, zum Beispiel zum Heilbrunner Kräutergarten.“

Helmut Ratzeck, Apothekensprecher im Landkreis, musste in den vergangenen Tagen außergewöhnlich vielen Mückengeplagten helfen. „Ganz schlimm“ sei es heuer, sagt er. „Durch den ständigen Regen haben sich die Tiere ja in jedem Teich vermehrt“, berichtet der Apotheker. Entsprechend groß sei die Nachfrage der Kunden nach Mitteln zur Schnakenabwehr.

Ingrid Pummer von der „Kräuterhexe“ in Lenggries stellt nach den regnerischen Wochen ebenfalls eine ansteigende Nachfrage nach natürlichen Mitteln zur Mückenabwehr fest. Diese könnten schon das Schlüpfen der Plagegeister verhindern: „Gibt man ein paar Tropfen Zimtöl in die Regentonne oder die Vogeltränke, nisten die Mücken dort nicht. Das Wasser bleibt dabei geruchlos und kann auch weiterhin zum Blumengießen verwendet werden.“

Zur Abwehr bereits geschlüpfter Insekten greifen Pummers Kunden besonders gerne zu ätherischen Ölen. „Man muss aber natürliche Öle verwenden, besonders hilfreich sind Zitrone und Lavendel.“ Diese könne man mit Essig in Wasserschälchen oder für ein bis zwei Stunden auf Duftlampen geben. „Man kann sie aber auch mit Olivenöl oder einer Bodylotion mischen und auf die Haut auftragen. Das ist dann aber nicht für Kleinkinder geeignet.“

Wer Sommerabende auf einem mückenfreien Balkon verbringen möchte, solle Salbeiblätter räuchern, für Innenräume sei diese Methode jedoch aufgrund der Rauch- und Geruchsbildung nur bedingt geeignet. Ist es schon zum Stich gekommen, hilft ein Klassiker. „Vom Spitzwegerich einfach ein Blättchen abreißen, zwischen den Fingern verreiben und den Brei auf den Stich auftragen“, rät Pummer. Die Pflanze, die man auf fast jeder Wiese findet, lindert vor allem den Juckreiz.

Natürlich gibt es auch in der Apotheke Mittel gegen die bissigen Biester, Ratzeck warnt jedoch: „Sehr starke Mittel sind natürlich auch für den Menschen nicht gesund.“ Der Apotheker rät zu einer für die Haut schonenden Methode. „Am besten ist es, wenn man die Kleidung bevor man sie anzieht besprüht. Dann umgibt einen eine schützende Wolke.“ Wurde man gestochen, und „hat sich die Stelle entzündet, hilft eine Kortisonsalbe. Hier muss man eventuell zum Arzt.“

Die wichtigste Regel ist für Ratzeck jedoch: „Nie an einem Mückenstich kratzen.“ Stichgeplagten Seebesuchern gibt er einen Tipp zur Freizeitgestaltung, „Gehen Sie einfach mal statt zum Schwimmen aufs Brauneck. Auf den Bergen gibt es dank des Winds keine Mücken.“

Markus Henseler

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