Jahrelang parkte Reinhard Müller problemlos sein Motorrad im Parkhaus. Das ist nun vorbei. Er muss die Yamaha FJR 1300 entfernen – die Benutzungsordnung sieht nur parkende Autos vor. foto: arp

Parkhaus: Zwei Räder sind nicht genug

Bad Tölz - Jahrelang parkte Reinhard Müller sein Motorrad im Parkhaus an der Tölzer Bockschützstraße. Jetzt muss er die Maschine entfernen und seinen Parkausweis zurückgeben. Zufällig hat die Stadtverwaltung nämlich festgestellt, dass Motorräder im Parkhaus gar nicht erlaubt sind.

Reinhard Müller ist 2008 aus Westfalen nach Bad Tölz gezogen. Der 54-Jährige war sofort begeistert von der „unkomplizierten Art, wie man hier auf Behörden arbeitet“, schwärmt er. „Prompt, entgegenkommend, freundlich. Eben bürgernah.“ Doch was ihm jetzt passiert ist, dafür fehlt ihm jegliches Verständnis.

Müller hat kein Auto, sondern fährt Motorrad - eine Yamaha FJR 1300. Dafür legte er sich bei seinem Herzug vor fünf Jahren einen Monatsausweis für das Parkhaus an der Bockschützstraße zu. Die ganzen Jahre über war alles in Ordnung. Vor einiger Zeit hatte ihm sogar ein Polizist vorgeschlagen, sein Gefährt doch besser im ersten Stock statt im Erdgeschoss zu parken. Wegen der möglichen Hochwassergefahr.

Doch jetzt - nach fünf Jahren - hat sich die Situation grundlegend geändert. Bei einer Kontrolle der Stellplätze fiel der Verkehrsüberwachung auf, dass das Parkhaus ausschließlich von Pkw, nicht aber von Motorrädern genutzt werden darf. „Also gab’s zügig ein Ticket mit 20 Euro“, berichtet Müller. Gegen das Ordnungsgeld legte er Widerspruch ein und bekam Recht.

So weit so gut. Doch damit trat Reinhard Müller eine Lawine los. Die Stadt entzog ihm den Parkausweis „und forderte ultimativ die Entfernung des Fahrzeugs“. Müller akzeptierte diese Entscheidung, schließlich sei er „ein braver Bürger“. Verstehen kann er sie allerdings nicht.

Für Bauamtsleiter Christian Fürstberger hingegen ist die Sache ganz einfach. „In der Benutzungsordnung sind Motorräder einfach nicht freigegeben, genauso wenig wie abgemeldete Fahrzeuge, die auch nicht erlaubt sind.“ Auf die Frage, warum die Stadt nicht schon früher reagiert habe, hat Fürstberger eine Erklärung: „Die Kontrollen machen mehrere Mitarbeiter, immer wieder andere. Es ist uns halt erst jetzt aufgefallen.“ Und jetzt wurde es revidiert.

Das Parkhaus sei eben nur für Autos gedacht, das Abstellen von Motorrädern schlicht nicht „überwachbar.“ Jedes Motorrad könne ja einfach so ins Parkhaus einfahren, auch ohne zu bezahlen. „Es ist für Autos gedacht, und dafür gibt es einen Grund. An manchen Tagen ist das Parkhaus voll, und dann fehlt der Platz.“ Seiner Auffassung nach sei die Entscheidung ein „stringenter, verständlicher Weg“.

Müller will gar nicht über die Maßnahme der Stadtverwaltung diskutieren, sondern lediglich über den Sinn oder Unsinn solch einer Regelung. „Wenn ich geblitzt werde und zahlen muss, muss ich eben zahlen. Da hilft kein Winseln.“ Seinen Parkausweis hat er zurückgegeben, und sobald das Wetter wieder sicheres Fahren zulässt, holt er auch das Motorrad aus dem Parkhaus. Er hofft darauf, ganz unkompliziert einen neuen Stellplatz „in dieser freundlichen Stadt“ zu finden.

(Andreas Huber)

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