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Mit Hingabe widmet sich Simon Reindl seinen kleinen Freunden im Garten.

Ein Gartenparadies auf 4000 Quadratmetern

Simon Reindls kleiner Märchenwald

Eisenhofen - Er hat ein ganz besonderes Verhältnis zu kleinen Figuren. Simon Reindl aus Eisenhofen hegt, pflegt und restauriert seine Krippenfigürchen im Winter und seine Gartenzwerge im Sommer. Die haben jetzt noch Hochsaison und verwandeln sein Grundstück in eine Art Märchenwald.

Es ist keine Frage, was man Simon Reindl schenken kann: zu Weihnachten eine Figur für seine Riesenkrippe (wir haben berichtet), zum Geburtstag im Mai einen Gartenzwerg. 250 hat der 58-Jährige mittlerweile. Aber die stehen nicht etwa nur an einem Beet oder Teich. Simon Reindl hat seinen Zwergen eine richtige Landschaft dazugebaut.

Neben der Treppe, die zum Grundstück der Familie führt, hat Simon Reindl seinen kleinen Kameraden einen terrassenartigen Berg gemauert. Dort steht ein Großteil der Zwerge: mit einer Laterne, einer Schaufel, mit Gemüse oder einer Riesen-Erdbeere in der Hand.

Ein paar Schritte weiter seilen sich Zwerge von einem großen Felsen ab, andere stehen drumherum. Wieder ein Stück weiter, zwischen kleinen Büschen und Kakteen, tummelt sich ein Krokodil, schaukelt ein Papagei und ein paar von Reindls „Freunden“ ruhen sich aus. In Simon Reindls Garten hat auch Schneewittchen ihren Platz und sogar 14 Zwerge an die Seite gestellt bekommen. An einem Bachlauf schließlich steht eine Blockhütte, wo sich ebenfalls Zwerge ausruhen: in Liegestühlen. Auf dem Balkon überwacht ein Gartenzwerg mit Bierkrug die Szenerie, unten vor dem Haus eine Zwergendame im Bikini. „Die haben ihm unsere Töchter geschenkt. Das sollen wir beide sein“, lacht Simon Reindls Frau Thessa.

Angefangen hat alles mit zehn Jahren. Damals hat Simon Reindl seinen ersten Gartenzwerg geschenkt bekommen. Nach und nach kamen immer mehr dazu. Während der Teenagerjahre war dann mal fünf Jahre Schluss mit dem Sammeln. Aber als Thessa ihren Simon 1985 heiratete, wusste sie um seinen Spleen. „Und als ich erkannt habe, dass wir beide einen Spleen haben, wurde der Erker ans Haus angebaut“, so die 54-Jährige, die mittlerweile 500 Christbaumkugeln ihr Eigen nennt und damit – immer wieder anders – den Christbaum zuhause schmückt. Im Erker wird um die Adventszeit dann die Riesenkrippe aufgebaut – jedes Jahr eine Attraktion für Kinder aus dem Dorf oder sogar aus den Kindergärten der Gemeinde Erdweg.

Im Sommer aber kommen die Kinder, um zu sehen, wie die Zwerge diesmal aufgebaut und ob neue dazugekommen sind. Denn manchmal fahren die Reindls nach Tschechien, wo es eine besondere Auswahl gibt. Auch von einer Reise nach Hamburg haben sich die beiden neue Zwerge mitgebracht. Und einen Riesenzwerg, hat Simon Reindl, Straßenwärter im Kreisbauhof, aus einem Container gerettet. Der hatte keine Nase mehr und wurde restauriert.

Mit Verschönerungs- oder Ausbesserungsarbeiten ist fast die ganze Familie jeweils ab dem Frühjahr beschäftigt. Beim Putzen und Kapuzen anmalen sind auch der Sohn und die beiden erwachsenen Töchter beschäftigt. „Die renovieren, ich stelle auf“, so pragmatisch arbeitet die Familie Hand in Hand. Und trotzdem hinterlässt die Witterung Spuren: Plastik bleicht entweder aus oder wird dunkel, so wie jetzt sein Schneewittchen aussieht. Ton wiederum wird spröde. Und im September müssen alle Zwerge wieder rein. Zum einen, weil es allmählich zu kalt wird, zum anderen, weil die Reindls den örtlichen Böllerschützen und dem Madlverein ihre Halle für das jährliche Weinfest überlassen.

Langweilig wird es dem Nebenerwerbslandwirt und seiner Frau trotzdem nicht. Schließlich hat Simon Reindl noch 15 Bienenvölker zu versorgen, Thessa Reindl kümmert sich um etliche Hühner in einem umgebauten Fahrsilo und beide um unzählige Bäume auf der Streuobstwiese. Und sie freuen sich über die vielen Kinder, die in ihr Paradies kommen. Ein Paradies auf 4000 Quadratmetern.

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