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Bewegend: Der Altochor gestaltete in der Wieskirche einen Festgottesdienst und vollzog den Wechsel in der musikalischen Leitung des Chores. Alexander Möck (links) übergab den Taktstock an seine Nachfolgerin Monika Klamm (Mitte). Rechts freut sich der Vereinsvorsitzende Thomas Kühne über den harmonischen Schritt.

Wechsel beim Altochor

Taktstock übergeben

Altomünster - Wenn ein Taktstock in der vollkommensten Rokokokirche der Welt übergeben wird und dafür extra das gesungene Vaterunser des Komponisten Heinrich Rinck unterbrochen wird, dann muss gerade etwas ganz Besonderes passieren: In der Wieskirche übergab Altochor-Leiter Alexander Möck den Stab an Monika Klamm.

Der Tag in der Wies wird nachhaltig in die Annalen des Altochores eingehen. Auf den Festgottesdienst in der weltberühmten Wallfahrtskirche folgten die Verabschiedung von Chorleiter Alexander Möck und die Amtseinführung seiner Nachfolgerin Monika Klamm. Weitere Schauplätze der Vereinsfahrt waren Altenstadt und Schongau.

Die Wies, vollkommenste Rokokokirche der Welt, bot die große Bühne für den letzten gemeinsamen Auftritt von Alexander Möck und dem vierstimmigen Chor Altomünster. Im Mittelpunkt standen zunächst die beiden Ehepaare Tump und Heiserer, die zusammen mit vielen Angehörigen und Gästen ihre Goldene Hochzeit feierten. Der Altochor studierte dafür acht Chorsätze ein, musikalische Höhepunkte waren das Gloria von Camille Saint-Saens und das Ave Maria von Jakob Arcadelt.

Zum nächsten Programmpunkt im benachbarten Gasthaus waren es nur wenige Schritte. Alexander Möck, Stimmführer der Münchner Philharmoniker, hatte die künstlerische Leitung des 1886 gegründeten Gesangvereins Frohsinn Altomünster Anfang 2008 übernommen. Er formte in den rund neun Jahren seiner Stabführung ein leistungsstarkes Ensemble mit einem umfangreichen Repertoire.

Der Chor vergrößerte sich stetig, aktuell stehen die Namen von 49 aktiven Sängern im Verzeichnis. Anfang September kündigte der mit seiner Familie in Ried bei Mering wohnende Profimusiker seinen Rücktritt an. „Zum großen Bedauern des Vorstands und der Aktiven“, wie der Vorsitzende Thomas Kühne sagte. Möck nannte vorrangig berufliche Gründe: Die vielen Auslands-Engagements der Münchner Philharmoniker, dazu die Konzertverpflichtungen und Probentermine im Haus am Gasteig. Zunehmende Terminüberschneidungen mit den Aktivitäten in Altomünster seien unvermeidbar geworden.

Der Altochor stellte dem beliebten Chorleiter ein erstklassiges Zeugnis aus: „Schön war die Zeit“. Auf die bekannte Schlagermelodie aus den 1960er Jahren reimte eine kleine Gruppe mit dem zweiten Vorsitzenden Dr. Rolf Gasteiger an der Spitze neue Strophen. Sie beleuchteten humorvoll-kabarettistisch Möcks Wirken. Einer der treffendsten Verse lautete: „Einzigartig war dein Stil, hast geführt uns mit Gefühl.“ Zwölf Sänger trugen mit verteilten Rollen den Abschiedssong vor. Auf der Gitarre begleitete Johanna Mair.

Ebenso kreativ war der Festausschuss bei der Wahl des Abschiedspräsents gewesen. Möck erhielt ein Mosaikbild im Format 60 mal 80 Zentimeter. Rolf Gasteiger hatte es mittels einer speziellen Software erstellt. In ein Porträtfoto des Musikers integrierte er 3200 kleine Einzelfotos aus dessen Altomünsterer Zeit. Gasteigers Laudatio endete mit der Hoffnung, „damit eine bleibende Verbindung zwischen uns und dir hergestellt zu haben. Dank von uns und alles Gute für die Zukunft!“

Der Geehrte und seine Ehefrau Eva waren ebenfalls gut vorbereitet in die Wies gefahren. Jedes Chormitglied wurde mit einer kleinen süßen Pyramide beschenkt, verschlossen mit einem Bleistift und dem Wort Danke.

Zum Finale wechselten die rund 40 anwesenden Chormitglieder noch einmal in das prachtvolle Gotteshaus. Vor dem Hochaltar mit dem Gnadenbild des gegeißelten Heilands stimmten sie das Vaterunser des Komponisten Heinrich Rinck an. Es war schon ein bewegender Moment, als zur Mitte des Liedes Alexander Möck den Taktstock an seine Nachfolgerin Monika Klamm übergab und sich zu den Sängern stellte. Klamm dirigierte zu Ende und verbeugte sich dankbar für den Beifall der Wallfahrer und Besucher.

Die Sopranistin Monika Klamm (30) stammt aus Murr bei Marbach am Neckar. Sie studierte zunächst Schulmusik mit Hauptfach Klavier an der Hochschule Stuttgart und Anglistik an der Universität Stuttgart. 2008 nahm sie ein zusätzliches Bachelor-Studium Gesang auf. Bei profilierten Dozenten bildete sie sich in den Fächern Klavier, Gesang und Dirigieren weiter. Meisterkurse folgten. Zu ihren künstlerischen Stationen zählen der Württembergische Kammerchor, das Studio Vocale Karlsruhe und – mit zahlreichen Solopartien – die Chöre der Dommusik St. Eberhard Stuttgart.

Konzertreisen führten Monika Klamm mehrfach ins europäische Ausland und nach Südamerika. Sie verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Erteilung von Stimmbildung für Jugendliche und Erwachsene. Seit 2013 wohnt Klamm in der Gemeinde Altomünster, sie unterrichtet an einem Münchener Gymnasium. Dem Altochor schloss sie sich 2015 an, ihr Debüt als Solistin gab sie beim Neujahrsgottesdienst am 3. Januar 2016 in der Friedberger Wallfahrtskirche Herrgottsruh.

Nach dem offiziellen Programm blieb den über 60 mitgereisten Altomünsterern Zeit für eine Wanderung um den Weiler Wies und seinen dominierenden Kirchenbau. Mit einer Besichtigung der romanischen Basilika in Altenstadt und einer zweistündigen Stadtführung in Schongau klang der ereignisreiche Tag aus. Die Organisation des Ausflugstages lag bei Altvorstand Winfried Mair.

Unter der neuen Stabführung von Monika Klamm hat der Altochor inzwischen die Proben für das Weihnachtskonzert begonnen. Es findet am Sonntag, 4. Dezember, um 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in Altomünster statt.

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