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Arjen Robben bei Alto Bavaria

Stimmung wie in der Südkurve

Altomünster -  Der FC-Bayern-Fanclub Alto Bavaria aus Altomünster hatte für seine Weihnachtsfeier Arjen Robben zugelost bekommen. Ein Tag, den die rund 250 Besucher im Bürgerhaus Kleinberghofen wohl nie vergessen werden.

Die Stimmung wie in der Südkurve: bombig. Bereits um 11 Uhr, eine Stunde vor Arjen Robbens Ankunft, ist das Fieber zu spüren. Die Neugier auf den Star. Der Andrang war bereits im Vorfeld so groß, dass Vorsitzender Martin Schaffer vor zwei Wochen, als der FC Bayern seine Stars für die Weihnachtsfeiern „verteilte“, gleich das Bürgerhaus Kleinberghofen gebucht hat. Alle größeren Lokalitäten in Altomünster waren an diesem Tag bereits mit anderen Feiern ausgelastet.

Für Martin Schaffer ist der Besuch Robbens ein „Lebenstraum“, wie sein Vize Klaus Peter Zeyer in seiner Einführung verrät. Für die sehr vielen kleinen und großen Fans auch. Kurz vor 12 Uhr hängen manche schon an den Fenstern, um ja nicht die Ankunft der Nummer 10 im Bayernkader zu verpassen. Drinnen heizt seit einer Stunde Jürgen Schneider mit seiner Combo ein.

Und, was für ein Glück: Die Frau des Vorsitzenden der Dominik-Brunner-Stiftung, mit der Alto Bavaria eng zusammenarbeitet, ist Holländerin. Liska Voelme bringt den Altomünsterer Fans die holländische Version des neuen Stadionliedes „Ich hab geträumt von Dir“ bei. Der umgedichtete Matthias-Reim-Song spielt auf das Wembley-Tor im Championsleague-Endspiel 2013 an und soll an diesem Nachmittag noch öfter zum Einsatz kommen.

Und endlich taucht er auf: der metallig-blaue Audi. Arjen chauffiert ihn selbst. Locker, lässig steigt er aus, in Jeans und Polohemd. Nur ein Mann vom Ordnungsdienst des FC Bayern und eine Begleitperson sind dabei. Die Security am Eingang hat bereits alle Besucher namentlich kontrolliert. Der gesamte Vorstand von Alto Bavaria empfängt Arjen Robben. Der Musikverein Altomünster spielt ihm ein Ständchen und Arjen nach sieben Minuten schließlich in den Saal.

Auf einer Woge von Applaus lässt er sich gut gelaunt auf die Bühne führen, wo ein Podium aufgebaut ist. Artig spendet er seinerseits dem Musikverein Beifall und scheint fast ein bisschen verlegen, als Liska ihm nun offiziell das umgedichtete Wembley-Lied singt. Auch Martin Schaffer kramt ein paar Brocken Niederländisch heraus. „Dank dir well“, sagt er zu Arjen Robben. „Es ist uns eine sehr große Ehre und nichts Selbstverständliches.“

Schaffer begrüßt nicht nur Robben und die Fans, sondern auch alle drei Bürgermeister der Marktgemeinde Altomünster. Das kleine Manko verschweigt er dabei lieber: Bürgermeister Anton Kerle ist nicht unbedingt der Riesen-Fußballfan, zweiter Bürgermeister Anton Wiedmann ist FC-Köln-Mitglied, seine Frau Birgid eine 60erin. Nur dritter Bürgermeister Wolfgang Graf und einige Gemeinderäte sind „echte Rote“. Und stolz auf die Erfolge und das „Mia san mia“.

Das Bayern-Motto steht auch gedruckt auf einer Magnum-Flasche Maierbräu-Bier, die Martin Schaffer dem Kicker überreicht. Zusammen mit der Ehrenmitgliedschaft für den Fanclub. Für den Vorsitzenden des seit 2010 bestehenden und 200 Mitglieder starken Vereins ein großer Moment.

Doch zunächst ist Anton Kerle dran. Er sei sich der Bedeutung des Besuchs durchaus bewusst, und deswegen sei es eine Selbstverständlichkeit, dass sich Arjen Robben in das Goldene Buch der Marktgemeinde einträgt. „Ihr Autogramm ist damit für die Ewigkeit in unserem Buch“, so Kerle. „Unsterblich“. Und übergibt dem Mittelfeldspieler gleich mehrere Visitenkarten von sich. Die dürfe der Bayern-Star gerne an andere Spieler und das Präsidium weitergeben, spricht Kerle eine nette Einladung aus.

Und dann ist Robben am Mikrofon: Zum achten Mal nehme er eine solche Einladung wahr. Und freue sich immer wieder. Denn der Holland-Export findet die Zusammenarbeit zwischen Spielern und Fans enorm wichtig. Für ihn sei jeder Besuch eine Überraschung. „Ich hoffe, Ihr habt einen schönen Nachmittag“, ruft er den Fans zu.

Jetzt ist die Fragerunde angesetzt. Gleich die erste bringt Robben zum Lachen. Denn der kleine Tobias Scholz will wissen: „Wieviel verdienst Du?“ „Ich glaube, genug“, sagt der Spieler. Sofia Koppold fragt: „Bist Du aufgeregt vor wichtigen Spielen?“ Aufgeregt scheint Robben nie zu sein. Auch nicht vor wichtigen Spielen. Er freut sich auf jedes Spiel, so seine Antwort. „Je wichtiger ein Spiel, umso mehr freue ich mich.“

Konstantin Kampig will wissen: „Schaust Du Dir Deine Tore im Internet an?“ Robben grinst: „Wenn sie gut sind, schon.“ Ein Fan hat seine wie alle anderen vor der Veranstaltung abgefassten Fragen unter dem Pseudonym James Bond abgefasst. „Wie schaut es mit der Vertragsverlängerung aus?“, will er undercover erfahren. Er habe mitbekommen, dass Franck Ribéry bereits verlängert hat, so Robben. „Vielleicht bin ich der Nächste. Der Verein und ich wissen, was wir aneinander haben.“ Er beantwortet Fragen nach Trainer, der Musik in der Kabine, nach Körpersprache und warum seine Kinder bei den Blauen spielen. „Das stimmt aber nicht. Du musst nicht alles glauben, was in der Presse steht“, reagiert er grinsend auf Maxis Frage. Und dann sind die Fans ihm endlich hautnah: Immer zwei werden zur Bühne vorgelassen, um sich eine Autogrammkarte zu holen, eine Unterschrift auf dem Arm, einem Bierglas oder Trikot. Arjen Robben lächelt auch bei unzähligen Selfies.

Die Schlange ist lang, 45 Minuten unterschreibt der Kicker und lächelt charmant und routiniert. Ein Star zum Anfassen. Nur einmal verweigert sich Arjen Robben: Singen will er nicht. „Du kannst besser singen“, ruft er dem Musiker zu. Nach zwei Stunden ist Abpfiff: „Es war richtig schön, hier zu sein, und ich hoffe, Ihr hattet auch einen schönen Nachmittag“, verabschiedet er sich und wünscht frohe Weihnachten.

Raus geht er, wie er gekommen ist: mit Musikbegleitung und vielen Besuchern, die ebenfalls aufbrechen. Er war länger da, als manches Spiel dauert und drückt beim Wegfahren noch einmal auf die Hupe.

sas

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