Öffentliches Wlan

Zwei Hotspots sind zu wenig

Altomünster - Der Freistaat will das Landesgebiet mit einem engmaschigen Netz von Hotspots überziehen. Das wird sogar gefördert. Auch Altomünster will Hotspots einrichten, schlägt aber das Angebot des Freistaats aus. Und das aus gutem Grund.

Das Finanz- und Heimatministerium von Markus Söder bietet derzeit allen Kommunen an, sie bei den Einrichtungskosten für zwei Standorte mit bis zu 5000 Euro zu unterstützen. Doch Altomünster will mehr. „Wenn wir schon öffentliches Wlan einrichten, dann sollte das an mehr als nur an zwei Standorten sein“, so Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle am Dienstagabend im Gemeinderat. Der Bürgermeister und sein Verwaltungschef Christian Richter denken nämlich nicht nur an eine Hotspotlösung für den Marktplatz und das Rathaus-Foyer samt Sitzungssaal, sondern auch an das Museum Altomünster, die Bücherei nach dem Umbau ab etwa 2018 sowie das JUZ, ebenfalls nach dem Umbau ab 2017. Darüber hinaus habe es zahlreiche Rückmeldungen aus dem Bereich der acht Feuerwehren gegeben. Nicht vorgesehen ist die Einrichtung eines öffentlichen Wlans in den Kindergärten, der Krippe, in Wohngebäuden und an der Grund- und Mittelschule.

Geschäftsleiter Christian Richter rechnet dabei mit rund 3000 Euro für die Außenstelle und mit rund 340 Euro Investitionskosten je Gebäude, also insgesamt mit etwa 6000 bis 7000 Euro. Hinzu kommen monatliche Lizenzausgaben in Höhe von 260 Euro pro Jahr.

Zum Vergleich: Für die vom Finanzministerium geförderten zwei Hotspots belaufen sich die Betriebskosten auf einen Betrag zwischen 31 und 107 Euro monatlich, wobei die Kommune den Internetanschluss stellen muss. Beim Bayern-Wlan wäre Altomünster zudem zwei oder auch vier Jahre an Vodafone gebunden, das die Lizenz nach einer europaweiten Ausschreibung bekommen hat.

„Wir haben aber mit unserem eigenen Glasfasernetz optimale und nachhaltige Bedingungen“, urteilte Christian Richter. Die Investitionskosten habe die Gemeinde ebenfalls nach rund acht Jahren wieder drin. „Da brauchen wir eigentlich nicht lang zu überlegen“, meinte Roland Schweiger (CSU). Martina Englmann, die anregte, dass sich die Feuerwehrvereine an den Kosten beteiligen könnten, fragte auch, ob die Anschaffung der Hard- und Software ausgeschrieben werde. ´Der Verwaltungschef informierte, er wolle eine Indersdorfer Firma beauftragen, die bereits für Altonetz tätig gewesen ist. Markus Hagl regte an, die Einspeiseleistung niederschreiben zu lassen. „Wlan ist nicht gleich Wlan“, so Hagl. Dem will Christian Richter gerne nachkommen.

Nur gegen die Stimme von Martina Englmann wurde am Ende das Konzept „öffentliches Wlan Markt Altomünster“ beschlossen.

Sabine Schäfer

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