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Die g’standenen Mannsbilder mit den Peitschen werden von zwei Musikanten mit Akkordeon unterstützt. Die Tradition geht auf die Fuhrwerker zurück.

Tradition der Fuhrwerker

Die Wollomooser Goaslschnoizer feiern 20-jähriges

Wollomoos - Seit 20 Jahren schnoizt und kracht es in Wollomoos.  Die Wollomooser Goaslschnoizer waren mit ihren Peitschen sogar schon im Fernsehen  zu bewundern.

Eigentlich wollten die Goaslschnoizer, die sich mit einem einfachen „s“ schreiben, nur einmal schnoizen. Die ersten Probeversuche im Frühjahr 1996 waren jedenfalls nur für einen einmaligen Auftritt zu einem „Bayerischen Abend“ beim Ausflug des Wollomooser Burschenvereins nach Platten an der Mosel gedacht. 

Aus den jungen Goaslschnoizern wurden nur noch die Wollomooser Goaslschnoizer

Doch fanden die acht Gründungsmitglieder Gefallen an dieser Kunst, sodass noch im selben Jahr die „Jungen Wollomooser Goaslschoizer“ aus der Taufe gehoben werden konnten. Unter Anleitung von Michael Heine – Mitglied der damals noch bestehenden Jungen Wollomooser Goaslschnoizer – machten die Männer ihre ersten Gehversuche mit der Goasl. Seitdem kann die Gruppe, die seit der Auflösung der „alten“ Schnoizer auf den Zusatz „junge“ verzichtet, eine große Bandbreite an Auftritten verzeichnen.

In den 20 Jahren seit der Gründung wurden über 150 Auftritte in größeren und kleineren Besetzungen gemeistert. Neben Geburtstags- und Hochzeitsständchen stehen vor allem Einlagen bei Dorf-, Trachten-, Firmen- oder Einweihungsfesten im Terminkalender. Höhepunkte waren das Trachtenfest 1997 in Weichs und der Fan-Tag der Brugger Buam im Jahr 2013.

Sie waren schon bei Dahoam is Dahoam dabei

Und sogar fürs Fernsehen wurde schon mit den Peitschen geknallt. Die Wollomooser standen 2007 bei Aufnahmen zur Vorabendserie „Dahoam is Dahoam“ vor den Kameras.

Ein Termin, der in keinem Jahr fehlen darf, ist der Ausflug nach Cochem an der Mosel. Das letzte August-Wochenende ist in jedem Schnoizer-Kalender fix eingetragen, die dortige Teilnahme am Festumzug der Weinstadt ist bereits seit der Jahrtausendwende Pflicht.

Dieser Festumzug war auch Anlass für die Anfertigung eines eigenen Taferls, das schon verschiedene Taferlbuam mit Stolz vorantragen durften. Dass die Schnoizer ein reiselustiger Haufen sind, beweisen auch die Ausflüge nach Berlin und Emden.

Mit Bierkutscher-Hut zum Auftritt

Während die Buam das Schnoizen in regelmäßigen Proben üben und verfeinern, wird auch zunehmend Wert auf ein gepflegtes Äußeres gelegt. So wurden bereits im Jahr 2000 einheitliche Trachtenhemden besorgt und die Garderobe 2012 mit einem einheitlichen weinroten Trachtenleiberl ergänzt. Den vorläufigen Höhepunkt markiert der im aktuellen Jubiläumsjahr angeschaffte schwarze Bierkutscher-Hut.

Im Laufe der Jahre gesellten sich zu den Gründungsmitgliedern – die im Übrigen alle noch dabei sind – weitere begeisterte Schnoizer hinzu, sodass die Gruppe mittlerweile 14 Mitglieder zählt, die von zwei Musikanten am Akkordeon begleitet werden.

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens reisten die Goaslschnoizer zurück zu ihren Anfängen an die Mosel. Begleitet wurden die elf gestandenen Männer von ihren Frauen und treuen Fans. Bei einem Weinfest in Brauneberg zeigten die Goaslschnoizer in ihrer Tracht mit Lederhose und Leiberl bei Auftritten vor begeistertem Publikum ihr Können.

Weitere Informationen

im Internet unter www.goasler.de

Brauch geht auf die Fuhrwerker zurück

Der Brauch des Goaßlschnalzens kommt aus Bayern und Österreich. Mit der Peitsche (Geißel/Goaßl) schnalzten und knallten einst

die Fuhrleute, wenn sie in ein Dorf fuhren. Später wurde auch bei anderen Gelegenheiten mit der Goaßl geknallt. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden bestimmte Knallfolgen, mit denen sich die Fuhrleute unterschieden. Fuhrwerke gibt es schon lange nicht mehr auf den Straßen und Wegen in Bayern, die Tradition des Goaßlschnalzens aber hat sich erhalten.

dn

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