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Helfen Straßenkindern in Ecuador: Christine und Siegfried Rückert.

Menschen im Landkreis engagieren sich für südamerikanisches Land

Die besondere Verbindung zu Ecuador

Dachau - Viele Bürger aus dem Landkreis Dachau engagieren sich für Ecuador. Das kleine Land in Südamerika hat jetzt nach dem Erdbeben mehr Hilfe denn je nötig.

Der Landkreis Dachau hat eine besondere Verbindung nach Ecuador, dem kleinen Land in Südamerika, das am 16. April von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde. Viele Menschen engagieren sich schon seit vielen Jahren für Projekte in Ecuador. Und gerade jetzt wird die Hilfe besonders dringend benötigt, vor allem in der nördlichen Küstenregion. 

Dort, in einem Slum der Stadt Esmeraldas, gibt es das Straßenkinderprojekt „Ciudad de los Muchachos“, das Maria und Siegfried Rückert aus Hebertshausen schon viele Jahre lang unterstützen. Jedes Jahr organisiert das Ehepaar, das auch selbst schon vor Ort war, etwa ein Passionssingen in der Pfarrkirche Zum Allerheiligsten Welterlöser. Die Spenden werden vor allem für die Mahlzeiten der Kinder, denen in dem Projekt eine Schulausbildung ermöglicht wird, eingesetzt. Glücklicherweise ist das Projekt vor einigen Jahren umgezogen: Die neuen Häuser wurden nach strengen Bauvorschriften errichtet und sind nur einstöckig, „sodass beim Erdbeben keine großen Schäden entstanden sind“, wie Siegfried Rückert weiß. „Die sozial Schwächsten brauchen aber nach wie vor unsere Hilfe“ – denn nur so könne die „Ciudad de los Muchachos“ weiterbestehen.

 Doch auch anderswo im Landkreis engagieren sich Menschen für Ecuador. Der geistliche Direktor der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg in Erdweg, Pfarrer Josef Mayer, ist im Arbeitskreis Ecuador und war selbst schon zwei Mal dort. Die Erzdiözese München und Freising unterstützt zahlreiche Projekte in Südamerika, es findet auch ein kultureller Austausch mit Ecuador statt. So waren schon oft Ecuadorianer zu Besuch am Petersberg, im Zuge dieser „Partnerschaft auf Augenhöhe“, wie Mayer die Verbindung seiner Gemeinschaft zu Ecuador nennt. 

Im Rahmen eines Freiwilligendienstes hat die Erzdiözese auch schon viele Jugendliche aus dem Landkreis, unter anderem aus Kleinberghofen und Eisenhofen, nach Ecuador in Projekte entsandt. Gerade ist Daniel Weger aus Petershausen vor Ort: Er ist Freiwilliger in Cuenca im Süden des Landes, der kaum vom Erdbeben betroffen war. Allen Freiwilligen geht es glücklicherweise gut. Diejenigen, die in stark betroffenen Regionen des Landes sind, können jedoch von sehr eindrücklichen Erlebnissen berichten, erzählt Sebastian Bugl von der Partnerschaftsarbeit Ecuador der Erzdiözese. 

Auch darüber hinaus beschäftigt sich die Erzdiözese jetzt intensiv mit der Situation in Ecuador: Bei der diesjährigen Brückenwallfahrt am Petersberg steht das Thema „Eine Welt“ mit dem Themenland Ecuador im Mittelpunkt (siehe Kasten) – und obwohl der Schwerpunkt eigentlich auf den wenig vom Erdbeben betroffenen Gebieten Riobamba und der Amazonas-Region liegt, „rückt Ecuador durch das Erdbeben ins Zentrum“, sagt Bugl. Laut ihm wird zudem überlegt, die Kollekte in Gottesdiensten für Betroffene zu spenden, ein Spendenkonto ist bereits eingerichtet. Bugl ist es zudem „ein großes Anliegen, dass die Pfarreien selbst Initiativen ergreifen, da das Thema in den Medien schnell wieder verschwindet“. 

So können sie zum Beispiel durch Gebete und Fürbitten weiterhin die Aufmerksamkeit auf Ecuador lenken. Am Petersberg gab es bereits Fürbitten für die Erdbebenopfer.

Die Brückenwallfahrt zum Petersberg an Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 5. Mai, beginnt ab 9 Uhr an den verschiedenen Ausgangspunkten (9 Uhr S-Bahnhof Arnbach, 9.30 Uhr St. Gabinus-Kirche in Unterweikertshofen, 9.45 Uhr Pfarrzentrum Erdweg und 10.15 Uhr St. Alban-Kirche Eisenhofen). Nachdem alle Wallfahrer angekommen sind, beginnt der Festgottesdienst. Nach dem Mittagessen finden von 13.30 bis 15.30 Uhr Workshops zum Themenland Ecuador, wie Gespräche mit ehemaligen Freiwilligen, statt. Um 15.30 Uhr wird die Abschlussandacht gehalten. Spenden für die Erdbebenhilfe der Ecuador-Partnerschaft der Erzdiözese bitte an: Bischöfliche Aktion Adveniat e.V., Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45 BIC: GENODED1BBE, Verwendungszweck: Erdbebenhilfe Ecuador-München.

Eva Lang

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