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Biberwerk: Der Purrabach ist zu einer Gefahr für die Kinder geworden, die nebenan auf dem Spielplatz herumtollen.

Biberfamilie breitet sich aus

Gefahr für spielende Kinder

Lampertshausen - Ein kleiner Bach am Rande eines Spielplatzes ist zu einem 1,40 Meter hohen Gewässer geworden – und damit zu einer Gefahr für die spielenden Kinder. Den Biber, der das verursacht hat, will man jetzt „vergrämen“.

Der Biber, der im Purrabach, einem Zufluss zur Ilm, beheimatet ist, ist zu einer Gefahr für die Kinder geworden, die an dem entlang des Baches verlaufenden Spielplatz spielen. Mittlerweile hat dieses Tier nämlich im Laufe der Zeit an acht verschiedenen Stellen im Purrabach Dämme errichtet und so das Wasser im Purrabach auf eine Tiefe von bis zu 1,40 Metern aufgestaut. Darüber hinaus hat der Biber den Purrabach an verschiedenen Stellen auch kräftig unterhöhlt.

Im Gemeinderat von Jetzendorf hat der Lampertshauser Stefan Gottschalk zum Schutz spielender Kinder schon in der August-Sitzung Alarm geschlagen und zusammen mit anderen Lampertshausern im Bereich des Spielplatzes die Biber-Dämme entfernt.

Vor wenigen Tagen hat sich nun eine Expertenrunde vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. Hier waren sogar Gerhard Schwab, der Bibermanager für ganz Südbayern vom Bund Naturschutz, und Andreas Kastner, Biberberater in der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Pfaffenhofen sowie Jetzendorfs Bürgermeister Manfred Betzin, ein passionierter Jäger, zugegen. Man stellte fest, dass die Biberfamilie ihren Lebensraum deutlich erweitert hat und so wirklich eine Gefahr für die Kinder am nicht eingezäunten Spielplatz darstellt.

So will man zunächst den Biber mal mit Vergrämungsmaßnahmen in den westlich von Lampertshausen gelegenen Wald zurücktreiben. „Die Gemeinde kann die Biberdämme im Grünlandbereich unterhalb des Biotopgrundstücks am Wald entfernen und den Neubau von Dämmen mit entsprechenden Maßnahmen verhindern“, ist Bibermanager Schwab überzeugt.

Wie solche Vergrämungsmaßnahmen ausschauen könnten, zeigte Schwab den Verantwortlichen aus der Gemeinde auf. Man einigte sich auf eine Kanisterkette, die Gemeinderat Gottschalk mit Kronkorken und Kieselsteinen füllen und in Höhe des Spielplatzes knapp über dem Wasserstand in den Purrabach hängen will. Die Biberberater haben nämlich die Erfahrung gemacht, dass der akustische Kontakt mit solchen Kanistern die Biber zum Rückzug zwingt.

Sollte diese Vergrämungsmaßnahme nicht greifen, empfiehlt Schwab, einen Elektrozaun zu setzen oder ein Ultraschallgerät zu installieren. Davon möchte die Gemeinde aber zunächst absehen. Man hofft, dass die Kanisterketten die Biberfamilien Richtung Wald vertreiben.

Die vom Biber oberhalb des Spielplatzes errichteten Dämme sollte man nach Meinung von Schwab nicht anrühren, hier gehe es nämlich um so genannte Ökokontenflächen.

ost

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