Blitzeinschlag vor 46 Jahren

Erinnerung an den tragischen Tod des Fußballers Willy Hötzerlein

Günding - Ein Blitzeinschlag bei einem Fußballspiel: Auf diese tragische Weise kam vor 46 Jahren Willy Hötzerlein auf dem Fußballplatz in Günding ums Leben.

Ein Blitz ist am vergangenen Samstag bei einem E-Jugend Fußballspiel in Reihnland-Pfalz in das Spielfeld eingeschlagen. 33 Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Deutschlandweit machte das Unglück Schlagzeilen. Der Fall erinnert an ein Ereignis, das sich vor 36 Jahren in Günding zugetragen hat – mit tragischerem Ausgang: Ein Fußballer starb. 

Bei einem Freundschaftsspiel trat im Sommer 1970 die Stammtischmannschaft Amperlust gegen das Fußballteam der evangelischen Jugend an. Pünktlich um 17 Uhr pfiff Helmut Wagner, der selbst wegen einer Knöchelverletzung nicht mitspielen konnte, die Partie an. Nach einigen Minuten zog ein Gewitter von Westen her auf. Da es vom Wind jedoch mehr in Richtung Südosten getrieben wurde, spielten die Teams weiter. 

Der Dachauer Wolfgang Bail, der damals Augenzeuge war, berichtet heute, dass Spieler und Schiedsrichter glaubten, dass ein Blitz – wenn überhaupt – in den nahe gelegenen Kirchturm einschlagen würde. Nach etwa 20 Minuten setzte leichter Regen ein. 

Da geschah das Unglaubliche: Mit einem ohrenbetäubenden Knall schlug ein Blitz in unmittelbarer nähe von Willy Hötzerlein und Helmut Wagner ein, wie die Dachauer Nachrichten damals berichteten. Der junge Schiedsrichter wurde etliche Meter zur Seite geschleudert. Er rappelte sich nach einiger Zeit wieder auf. Außenstürmer Willy Hötzerlein hingegen blieb auf dem Boden liegen. Helmut Wagner eilte zu ihm und hörte dessen letzten Worte: „Du, ich glaub’, uns zwei hat der Blitz erwischt!“ 

Helmut Wagner erkannte den Ernst der Situation und leistete umgehend Erste Hilfe. Willy Hötzerlein, der nach dem Einschlag bald das Bewusstsein verloren hatte, schlug noch einmal die Augen auf, um kurz danach wieder die Besinnung zu verlieren. Nach etwa 20 Minuten traf der Rettungswagen des Dachauer BRK ein und transportierte den Schwerverletzten ins Krankenhaus. Dort versuchten die Ärzte noch das Leben von Willy Hötzerlein zu retten, jedoch war jede Maßnahme vergebens. Und so konnte eine Ärztin nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen.

Samuel Khuon

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