Aktion des Bauernverbandes

Die Bauern wollen jetzt Lidl ärgern

Dachau - Bauern gegen Discounter: ein Kampf, der kein Ende nimmt. Mit der Milchpreiskrise nimmt dieser Streit aber neue Dimensionen an. Die Discounter verlangen immer mehr, aber bezahlen weniger, kritisiert der Bauernverband.

  Donnerstagnachmittag vor der Lidl-Filiale in Dachau-Ost: Der Landtagsabgeordnete Anton Kreitmair (CSU), Kreisbäuerin Emmi Westermeier und die Geschäftsführerin des Bauernverbandes (BBV) im Landkreis, Simone Strobel, warten auf den Lidl-Filialleiter. Sie wollen ein Signal setzen – gegen erhöhte Auflagen für Lebensmittel und gegen die Niedrigpreisschlacht von Lidl. „Wir erfüllen alle Auflagen, aber wir können es nicht zum gleichen niedrigen Preis machen“, erklärt Anton Kreitmair.

Er hat ein frankiertes Kuvert in der Hand. Darin steckt ein Fragebogen über die Arbeitsverhältnisse bei Lidl – der Filialleiter soll sie bis zum 15. August beantworten. Denn auch Lidl hat im vergangenen Jahr einen Fragekatalog an die Bauern verschickt, den Kreitmair, Westermeier und Strobel kritisch sehen. Ihrer Meinung nach führt Lidl die Landwirte darin vor: Der Discounter fragt beispielsweise, ob sich der Bauer mit der Fütterung von Kühen auskennt oder seinen Tieren verschimmeltes Futter gibt. Emmi Westermeier betont: „Unsere Landwirte haben eine dreijährige Ausbildung, da braucht es solche Fragen nicht mehr.“ Auch Simone Strobel kritisiert: „Darauf hinzuweisen, dass trächtige Kühe nicht geschlachtet werden dürfen, ist einfach beleidigend.“ Es seien Auflagen, die der Gesetzgeber sowieso kontrolliert.

Deshalb versucht der Bauernverband, die Supermarkt-Kette mit einer bayernweiten Aktion zu triezen: Der BBV hat im Juni – dem Höhepunkt der Milchpreiskrise – einen Fragekatalog entworfen, dem sich der Discounter nun stellen soll. Zum Beispiel will der Verband wissen, ob Lidl- Mitarbeiter während der Arbeitszeit Zugang zum Tageslicht haben oder ob Erzeuger auch in Tiefpreisphasen einen kostendeckenden Preis von Lidl bekommen. „Über diese Fragen kann man lachen, aber wir wollten den Spieß einfach umdrehen“, sagt Kreitmair.

Doch der Filialleiter in Dachau war gestern nicht bereit darauf zu antworten. Vielmehr waren zwei Angestellte von der Aktion überrascht. Aber Strobel will weiter kämpfen: „Die Preise sind zu knapp kalkuliert.“ Es ginge nicht, gentechnikfreie Milch zu verlangen und dafür 46 Cent zu bezahlen.

Rubriklistenbild: © dpa

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